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  • Foren-Beitrag von small_interference im Thema

    Zitat von System-Karzinom
    @Kleine Unterbrechung:

    Das meinte ich ja, als ich schrieb: " ... daß "Geistliche" wie gedruckt lügen und unterdrücken bzw. in einigen Fällen ihre Machtgier verdrängen mögen." Diese Aussage bezog sich ja nicht auf Satanisten oder ausschließlich Priester, sondern auf alle Gläubigen im Kontext des abrahamitischen Monotheismus, weil die Täuschung darin trotz aller anderslautender Beteuerungen systemrelevant ist (nur die Muslime geben es allerdings partiell zu).


    Ah, ok, da hab ich mich gerade an deren Konvention gehalten, nur die privilegiertere Untergruppe auch als Geistliche zu bezeichnen.
    Wie schon geschrieben, erlebe ich viele Menschen, die offiziell einer christlichen Kirche angehören und demnach Christen sind, nicht als gläubig.

    Zitat

    Zitat
    Ich denke, Glaube kann u.U. schon sehr nützlich sein ...



    Selbstverständlich kann er nützlich sein, aber für wen und bezogen auf welche Zielsetzungen? Das ist eine Frage der subjektiven Präferenzen, ob ich bsplw. mit Selbstbetrug besser fahre als ohne bzw. den Glauben als Werkzeug zum Machtmißbrauch nutzen will.



    Nützlich natürlich für mich selbst.
    Ich glaube z.B. gerne daran, dass meine aktuelle Tätigkeit die zu diesem Zeitpunkt Sinnvollste ist.

    Zitat
    In der Suggestion einer tieferen Wahrheit im Glauben liegt letztlich eines der Hauptargumente der Götzenanfleher, denn wer ihren Glauben nicht versteht, ist ihrer Logik zufolge schlicht nicht des Verständnisses fähig, womit man sich davor schützt, etwas nachvollziehbar erklären zu müssen, das ohnehin lediglich in der theologischen Verklärung annähernd Substanz durch Abstraktion gewinnen kann. Inhaltslosigkeit und Widersprüche werden somit in den Verantwortungsbereich des vermeintlich Ungläubigen verschoben, getreu dem Motto, man müsse die Wahrheit schließlich ob ihrer Offenkundigkeit weder erklären noch beweisen. Den Trick kenne ich nur zu genau aus meiner Jugend.


    Damals, als man noch jung und, äh, ... (was war noch gleich das Wort?) war...
    Ja, hab ich auch gemacht, und wird sich hintenrum vermutlich immer wieder mal einschleichen. Allemal besser, sich damit auseinanderzusetzen, auch kognitiv, was schonmal nicht bei jedem der Fall ist, als einfach fragen- und fehlerlos vor sich hin zu dümpeln.

    Zitat
    Das hängt von der jeweiligen Organisation, ihren internen Statuten und Zielsetzungen und freilich von der individuellen Erwartungshaltung ab, aber ich persönlich betrachte organisierten Satanismus mittlerweile als ein Sprungbrett, das bestenfalls in einer frühen Phase der eigenen Entwicklung sinnvoll genutzt werden kann, während es ab einem gewissen Entwicklungsstadium überflüssig ist, sich in irgendeiner Form zu organisieren, sofern man nach der "Freiheit des Geistes" strebt, denn die ist in Hierarchien nun einmal nicht umsetzbar.


    Sprungbrett insofern, als man sich Flexibilität aneignen kann/muss, indem man mit einigen vom bisherigen Umfeld stark abweichenden Ansichten und Einstellungen konfrontiert wird?

    Zitat
    Das ist eine Glorifizierung der fiktiven Jesus-Figur, die im neutestamentarischen Kontext schon einmal nicht existiert hat, selbst wenn es eine historische Entsprechung gab. Übrigens wäre er aber auch dann nicht als Satanist zu bezeichnen gewesen, denn Satane waren (es gibt entsprechende Beiträge von mir im Forum) entgegen populärer Fehlinterpretationen eben keine Ankläger der Divinität, sondern der Menschen. Ein politisch motivierter Revoluzzer wäre in diesem Zusammenhang aber nicht Entsprechung dieser Satansvorstellung, sondern eher Nazoräer im Sinne des NT (was auch am ehesten historisch zutreffen dürfte).


    Ja, ich las Derartiges von dir (mutet sehr theologisch an, oder kommt mir das nur so vor?), und kam gerade zu der Bezeichnung, weil ich Jesus als einen Ankläger gegen die Menschen eingeordnet hätte, im religiösen Kontext, weniger auf seinen (wenn auch historisch wahrscheinlicheren) politischen Aktionismus bezogen.

    Zitat
    Insofern bleiben sie Moralisten und somit im ethischen Korsett befangen, invertieren allerdings den Wertedualismus in seinen Setzungen in einer Weise, die mit der Moderne und dem Sozialdarwinismus korrespondiert.


    Da die Moral ja eh schon im Titel steht, wage ich mal zu bezweifeln, dass das generell ein Fortschritt ist.

    Zitat
    Aber nur in der Form, in der man die Nähe der Menschen zu ertragen in der Lage ist, ohne sich tief in der Toleranz suhlen müssen, die erst zur Disposition steht, wenn Grenzen bereits überschritten wurden. Diese Herdenmenschenmentalität, wie sie in unserer Gesellschaft durch regelrechte Stapelung der Masse Mensch praktiziert und propagiert wird, ist krank und macht das Individuum auch krank. Distanz und Einsamkeit können Balsam für die "Seele" sein.


    Und immer noch lieber ehrliches Gegeneinander als anbiedernde Grenzüberschreitung, die als Angriff erstmal so nicht zu erkennen ist?
    Einsamkeit gefällt mir als Wort dafür nicht ganz, aber ich denke, ich weiß, was du meinst.

    Zitat
    Andere Menschen mögen das anders sehen, aber dennoch sind Fremdbestimmung und Bevormundung auch für ein einzelnes Individuum nicht zu akzeptieren, selbst wenn tausende diese gar nicht realisieren, weil Unterdrückung und Zensur IMMER chronisch rezidivierend wirken und damit letztlich ALLE treffen.


    Was Vielen nunmal ganz einfach egal ist.

    Der Witz daran ist ja, dass Personen, die Selbstverantwortung und Selbstreflektion strikt ablehnen, sich sehr leicht damit tun, selbst zu unterdrücken und zu zensieren. Wenn man nur fest genug daran glaubt, für nichts verantwortlich zu sein, muss man immer nur dann kurz Augen und Ohren zumachen und ertragen, dass es weh tut, wenn man das Pech hat, doch mal (von Außen und gewaltig) zur Verantwortung gezogen zu werden.

    Zitat
    Und insofern ist auch der Machtmißbrauch letztlich der Genickbruch der "Freiheit" des Unterdrückenden, da er seinen Status als Unterdrücker erhalten und verteidigen muß.


    Und wer will schon so viel Energie verschwenden ... ? ;)

  • Querdenker-ThreadDatum11.03.2011 12:26
    Foren-Beitrag von small_interference im Thema

    Quer gedacht, ausgehend von einem auf dem Boden liegenden Absperrband, das dennoch nicht übertreten wurde, und auch nicht würde, es sei denn von Personen, die auch die Regel gebrochen hätten und über das Band gestiegen wären, wenn es gehangen hätte ...

    Wenn jemand, der/die gesellschaftliche Regeln nicht beachtet, weil er entweder sie nicht gelernt oder den Respekt vor ihnen nicht gelernt hat, einer Tumorzelle entspricht, sind esoterische Individualisten, die die Regeln und den Respekt vor ihnen gelernt haben, diese aber bewusst zu überwinden versuchen, dann ebenfalls Tumor-Zellen oder gehören sie zum weitgehend autonom agierenden Abwehrsystem ... ?
    Und wenn Eines von Letzteren zutrifft, wie viele darf es davon dann geben, damit das System noch funktioniert?

  • Foren-Beitrag von small_interference im Thema

    Zitat von Thoth
    Glauben die Pfaffen tatsächlich an die spirituellen Inhalte des Christentums oder sehen sie in der Sklavenmoral ein rein weltliches Machtinstrument um die Dummen zu beherrschen?


    Du meinst, ob sie nun bewusst anti-christlich herrschen oder das bloß aus Anpassung und Gewohnheit tun, weil Hierarchien nunmal so funktionieren?
    Na, da die meisten "Gläubigen" meiner Erfahrung nach nicht besonders gläubig sind, denke ich mal, kriegen sie in letzterem Fall auch bloß das, was sie wollen. Wenn man also nicht das Pech hat, von Auswüchsen des Ganzen persönlich betroffen zu sein (was heutzutage glücklicherweise häufig funktioniert), frage ich mich, wie relevant die Frage ist, wenn man dem Verein nicht angehört.

    Zitat
    Handelt die Kirche denn nicht grade satanisch im laveyschen Sinne?


    War das nicht gerade der Witz an dem, was LaVey so von sich gab?

    Zitat
    Eine moralische Empörung wie sie von vielen profanen Satanisten dennoch hervorgebracht wird, ist mit einer rein sozialdarwinistisch konstituierten Ethik jedenfalls nicht stringent begründbar.


    Moralisch empört wie die Christen, bloß, dass Kirche ebenfalls kritisiert werden darf. Solange es nicht die eigene ist.

    Zitat
    Seht ihr es als satanisch an den (Leicht-)Gläubigen zur Erkenntnis zu verhelfen oder sollte man sie ausnutzen (wie es Sekten und Kirchen grade tun) ?


    Zu beurteilen, ob eins davon satanisch ist, sei den Satanisten überlassen, ich halte beides für irgendwie ... dumm.

    Zitat
    Vielleicht die Dummen ausnutzen, aber jene Schlauen welche den wahren Zweck der Sklavenmoral durchschauen nicht anderweitig Unterdrücken?


    Wenn die wirklich so schlau sind, hast du Glück, wenn du davon kommst, ohne dass dir der Mob auf den Hals gehetzt wird. Man erarbeitet sich doch keine Führungsposition, um sich dann von einem Outsider (mit weniger Rückendeckung als man selbst) in Frage stellen zu lassen.

    Zitat
    Immerhin liegt es in der eigenen Verantwortung sich vom Glauben zu befreien.


    Laut deinem Profil bist du Thelemit - also, was glaubst du?

    Tag @bösartiger Tumor

    Zitat von System-Karzinom
    Moralisch überhaupt nicht, sieht man mal von der Frage ab, inwiefern man akzeptieren mag, daß "Geistliche" wie gedruckt lügen und unterdrücken bzw. in einigen Fällen ihre Machtgier verdrängen mögen.


    Was die Unehrlichkeit angeht, erlebe ich die meisten sich selbst so nennenden Christen da auch nicht als besser.
    Ich denke, Glaube kann u.U. schon sehr nützlich sein, nur bekennen sie sich zwar dazu, nehmen ihn aber dann absolut nicht ernst. Ok, das kann man den Geistlichen, die den Laden leiten, vielleicht teilweise auch vorwerfen, aber das ist die Art Unehrlichkeit, die mich an diesen Vereinen wirklich stört.
    Ich habe schon von Katholiken gehört, Beten bestehe eben darin, den Text mitzusprechen. Als ich sie darauf angesprochen habe, inwieweit so ein Gebet dann ihre Beziehung zu ihrem Gott betrifft oder ausdrückt, wurde mir vorgeworfen, ich hätte nicht verstanden, was beten heißt. Finde ich bezeichnend, und diese Einstellung habe ich schon häufiger erlebt.

    Zitat
    Allerdings ist das auch nur im Sinne LaVeys satanisch, in meinem bsplw. wiederum nicht, denn ich sehe keinen nennenswerten Unterschied zwischen Glaubensalternativen, die allesamt auf einer bereits bestehenden Religion basieren.


    Word!
    Alles nur Sekten.

    Zitat
    Übrigens lehne ich mittlerweile auch organisierten Satanismus nach einer Ordensmitgliedschaft in der Vergangenheit ab.


    Sowas organisiert sich?
    Erzähl doch mal bitte - gibt's da relevante Unterschiede zum Aufbau einer Kirche oder streichen die das Gebäude bloß anders (mit anderen Glaubenssätzen etc.).
    Ich meine, man kann es so sehen, dass Jesus selbst ein ziemlicher Satanist in Bezug aufs damalige Judentum war, und was daraus geworden ist, sieht man ja, heute und in der Vergangenheit der christlichen Kirche. Würde mich interessieren, ob Personen, die sich selbst als Satanisten bezeichnen, das in der Praxis besser hinbekommen.

    Zitat
    Aber warum sollte man sich als LHP´ler überhaupt derart intensiv mit Menschen beschäftigen wollen, wenn man doch im Grunde "frei" sein will?


    Mit Menschen doch wohl schon, solange du nicht auf einer einsamen Insel lebst?
    Kommt wohl auch ein wenig darauf an, was du mit Freiheit meinst. Freiheit davon, sich von Anderen Vorschriften machen zu lassen, Freiheit davon, manipulierbar zu sein, Freiheit von dir selbst bzw. deinen Macken (ums mal so auszudrücken)? Wird sich vermutlich in Interaktion mit anderen Menschen besser lernen und üben lassen als auf besagter Insel.

    Zitat
    Sklaverei erzeugt auf lange Sicht Sklaven auf beiden Seiten, nicht nur auf jener der temporär vermeintlichen Verlierer im System.


    Jep, Dominanz hängt eben auch immer davon ab, dass der Andere sich beherrschen lässt.

    Schönen Tag,
    small_interference

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