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Kunst in Raum, Zeit und Bedeutung

in allgemeine, religiöse Themen 13.03.2011 01:28
von Daelach | 1.211 Beiträge

Ein Bild gibt es hier nicht, da mein Aufbau nur das Kunstwerk repräsentiert, ohne es zu sein - Materie repräsentiert Ideen. Die Idee ist also am unverfälschtesten, wenn sie lediglich gedacht wird. Ein Gedanke sagt mehr als tausend Bilder. Bewußtsein ist mein Stein, und Gedanke mein Meißel. Ob auch nur eine Minderheit etwas mit dem Posting hier wird anfangen können, bezweifle ich, aber vielleicht ist ja doch einer dabei.

Ich habe einen selbstgebauten Abakus auf meinen PC gelegt. Das ist tiefe Kunst, weil es nicht offensichtlich ist - und dann ist Kunst am besten. Es reicht hier nicht, die Augen zu haben zum Sehen - man muß das Bewußtsein haben zu denken. Die Augen sehen nur Oberflächen, aber das Bewußtsein kann dahinter denken.

Die beiden sind durch Jahrhunderte getrennt und doch gleichzeitig, je nachdem, wie man es sieht. Sie sind so weit weg voneinander und doch so dicht zusammen, je nachdem, in welchem Sinne. Sie sind so verschieden und doch so nahe verwandt, je nachdem, wie man es betrachtet. Dieses Kunstwerk (und ich meine die IDEE und nicht den materielle Aufbau) überwindet Zeit, Raum und Bedeutung - wenn das Bewußtsein des Betrachters es kann.

Es ist nicht bloß eine Idee - oder, vielleicht schon, aber der Punkt ist, daß Ideen Leben annehmen, wenn sie gedacht werden. Ideen sind real, in gewisser Hinsicht - in einer immateriellen Realität die etwas ganz anderes ist als "nur ausgedacht". Etwas zu verstehen entspricht in dieser Realität einer Berührung, nur in viel tieferem Sinne.

Das einzige Problem mit dieser Art Berührung ist, daß sie eben nicht oberflächlich bleibt. Für eine Berührung in diesem Sinne bereit zu sein bedeutet die Bereitschaft, die Grenzen dessen loszulassen, was einen ausmacht. Wenn Bewußtseine sich berühren, ist das eine Art Überlappen, und zu einem gewissen Grad eine Verschmelzung, die nicht rückgängig gemacht werden kann. Solche Berührungen erkauft man sich also um den Preis des Verlustes dessen, was einen ausmacht, jedenfalls ein wenig - abhängig davon, wie tief sie gehen. Das mag Leute zurückschrecken lassen, besonder solche, die LHP in Crowleyanischem Sinne verstehen (die Schwarzen Brüder, nur positiv umgedeutet). Er nennt es Abyss, ich nenne es.. "ich". Aber die Realität dahinter ist noch viel größer, so als ob man aus einem Käfig ausbricht, dessen Gitterstäbe "ichs" sind.

Hat man erfahren, wie es ist, in dieser Realität zu berühren und berührt zu werden, so werden einem materielle Berührungen danach schal vorkommen, es sei denn, sie wären lediglich ein kleines und bescheidenes Symbol, so nichtig und doch alles, was diese Realität hier uns bieten kann. Aber andererseits kann auch der niedrigste Sklave eine königliche Botschaft tragen.

Erinnert mich ein wenig an daheim, wenn ich drüber nachdenke.. hier, gebunden in menschlicher Form, für eine Weile.. vielleicht als Botschafter.

Habt Ihr jemals über Euer Leben als Kunstwerk nachgedacht?


~ a star is nothingness disguised as light ~

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