#1

Mehrdimensionale Kommunikation

in allgemeine, religiöse Themen 23.05.2011 23:02
von Daelach | 1.211 Beiträge

Angeregt durch einen anderen Thread, habe ich über mehrdimensionale Kommunikation nachgedacht. Was soll das sein?

Normalerweise kommunizieren wir eindimensional, jedenfalls was den Inhalt angeht. Das hat letztlich die physikalische Ursache, daß Schall eben nur eine Welle in einer Richtung ist, also die Amplitude an einem Ort als Funktion der Zeit. Sicherlich ist das nicht alles bei Kommunikation, weil auch der ganze nonverbale Anteil hinzukommt - Stimmlage, Gesten, Mimik, welche sogar den überwiegenden Anteil an Kommunikation ausmachen. Aber die reine Bedeutung, der Inhalt, die ist eindimensional.

Die physikalische Beschränkung auf eine Dimension führt dann zu einem sequentiellen Aufbau von Sätzen: Ein Wort folgt dem anderen, ein Satz dem anderen. Das hat über die Schrift dann zum Buch geführt, oder auch zu Forenpostings. Das Problem ist, daß man mehr oder weniger komplexe Inhalte erst einmal in eine sequentielle Form gießen muß, so daß man sich damit einen Haufen von Beschränkungen einfängt, die im Wesentlichen daher kommen, daß Zeit ein eindimensionaler Skalar ist. Diese Art von Existenz führt also dazu, daß wir uns angewöhnen, auf eine bestimmte Art zu denken.

Im Unterschied zu einem Satz, den man nur von vorne nach hinten sinnvoll lesen kann (nicht aber von oben nach unten) wären auch z.B. Strukturen wie ein Kreuzworträtsel denkbar, in welchem Bedeutung sowohl von links nach rechts (oder umgedreht, egal) als auch senkrecht dazu von oben nach unten enthalten ist. Man könnte das sogar noch weiter ausbauen, indem man auch die dritte Raumdimension noch einbaut, beispielsweise in Form von dreidimensionalen Hologrammen (nicht sowas wie im Enterprise-Holodeck, sondern diese Glaskörper mit dreidimensionalen Hologrammen da drin). Oder von dreidimensionalen Objekten, es gibt ja tatsächlich 3D-Drucker.

Struktur ließe sich hineinbringen, indem man zunächst elementare Symbole hernimmt und diese dann zu relativ einfachen Strukturen verknüpft, dies entspräche in etwa einem Wort, nur mit weitaus mehr Bedeutung. Dieses Vorgehen ließe sich iterieren, so daß man aus einfachen Strukturen komplexere aufbaut, was vielleicht Sätzen entspräche. Die Parallele zu unserem Körperbau fällt mir hier ins Auge, der ist genauso aufgebaut.

Noch abgefahrener wird es, wenn man diese Strukturen um eine vierte Dimension ergänzt, indem man sie zeitlich verändert, also eine Art dreidimensionalen Film erstellt. Das scheitert derzeit an unseren technischen Möglichkeiten, dazu bräuchte man ein Holodeck, das haben wir aber nicht.

Es sei denn, wir würden diese ganze Existenz als genau solch ein Holodeck auffassen, als einen Bedeutungscluster in Raum und Zeit.

Ja, das einfach mal zum Brainstorming.


~ a star is nothingness disguised as light ~

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#2

RE: Mehrdimensionale Kommunikation

in allgemeine, religiöse Themen 27.05.2011 07:36
von Xarvic | 533 Beiträge

Interessant. Ein ähnliches Bild vom Universum habe ich neulich irgendwo gesehen, wo gesagt wurde, dass es letztlich nur Information sei, die unser Gehirn als Bilder, Töne, Gerüche, Geschmäcker, Temperatur und Kontakt wahrnimmt. Muss einmal schauen, wo ich das noch her hatte.

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#3

RE: Mehrdimensionale Kommunikation

in allgemeine, religiöse Themen 28.05.2011 10:25
von Daelach | 1.211 Beiträge

Es gibt ja Theorien, nach denen es mehr als 4 Dimensionen geben soll (auch glaub 11 oder so). Dazu hab ich mal irgendwo gelesen, daß ein Physiker sowas aufgedröselt hat und zu dem Schluß kam, daß zumindest eine davon sich am ehesten als Information/Geist interpretieren ließe. Da mein mathematisches Verständnis aber bei weitem nicht ausreicht, um die Mathematik dahinter zu verstehen, kann ich nicht beurteilen, ob da was dran ist.


~ a star is nothingness disguised as light ~

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#4

RE: Mehrdimensionale Kommunikation

in allgemeine, religiöse Themen 02.06.2011 21:48
von Sicarius | 214 Beiträge

Ich wüsste nicht, wieso die Anzahl der Dimensionen in der Mathematik begrenzt sein sollte. Schließlich gibt es Regeln, wie sich der Schritt von einer Dimension in die nächst höhere vollzieht.

Habt ihr Sagans Flatland gesehen?


Interessant finde ich auch, dass sich der Schatten eines 3-D Objekts zweidimensional ist, lässt sich daraus folgern, dass der Schatten eines 4-D Objekts dreidimensional ist? Beim googlen bin ich auf eine interessante Grafik gestoßen:


Ein vierdimensionaler Kubus durchdringt unseren dreidimensionalen Raum

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#5

RE: Mehrdimensionale Kommunikation

in allgemeine, religiöse Themen 02.06.2011 23:03
von Daelach | 1.211 Beiträge

Klar kann man mathematisch n-dimensionale Räume definieren, das ist beispielsweise in der ganz normalen linearen Algebra drin (Vektorrechnung). Mathematik erstes Semester. Aber wenn wir hier von physikalischen Dimensionen reden, dann ist das nur bis n=4 trivial, weil es mit der Alltagserfahrung übereinstimmt. Weitere Dimensionen dann nicht nur mathematisch zu definieren, sondern auch noch einen Bezug zu diesem Universum herzustellen, DAS ist der Knackpunkt.

Beim Schatten kommt es nicht nur auf die Dimensionalität des Ursprungsobjektes an, sondern auch auf die des Objektes, auf das der Schatten fällt. Es handelt sich dabei nämlich um eine Projektion in einen Unterraum. Wenn dieser Unterraum eine Fläche ist, kann der Schatten gar nicht mehr als zwei Dimensionen haben.

Wenn man allerdings von einem n-dimensionalen Raum (n>=3) in den dreidimensionalen Raum projiziert, kann das ein dreidimensionales Ergebnis geben. Genau das sagt Deine Grafik aus. Flatland kenne ich übrigens als Buch von Abbott, aus dem Jahre 1884.

Ich habe da noch ein Video ausgebraben, das illustriert, wie man sich 10 Dimensionen denken könnte. "Imagining the Tenth Dimension" (auf englisch):

Teil 1:


Teil 2:


~ a star is nothingness disguised as light ~

zuletzt bearbeitet 02.06.2011 23:04 | nach oben springen

#6

RE: Mehrdimensionale Kommunikation

in allgemeine, religiöse Themen 07.06.2011 23:53
von Xarvic | 533 Beiträge

Was mir grade auffällt, ist, dass man aus der Beobachtung der Länge einer Linie darauf schließt, dass es eine "1-fache Dimension" als tatsächlichen Raum gibt. Das stört mich irgendwie, denn so könnte ich doch auch einfach behaupten, dass für jede für den Menschen offensichtliche Eigenschaft eines Objektes (Länge, Breite, Tiefe, Farbe, Oberflächenbeschaffenheit, Aggregatzustand, etc.) eine Art Dimension existiert, in dem NUR DAS ist, wenn auch nur theoretisch.

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