#1

Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 26.11.2012 22:15
von Gehenna
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Angenehmen Abend.

Ich frage einfach mal in diesem Forum, ob jemand sich hier bezüglich der Jenseitsvorstellungen im Setianismus auskennt.
Soweit ich weiß postuliert der Temple of Set, die Seele/Psyche, welche ihre Welt im Subjektiven Universum wahrnimmt, könne nach dem physischen Tod weiterexistieren. Allerdings nur, wenn sie in der diesseitigen Existenz, inkarniert in einem physischen Körper, 'sich selbst' voll erkannt und seine schöpferische Kraft realisiert hat. Dazu soll das Objektive Universum als eine Art 'Trainingssimulation' dienen. Das Subjektive Universum 'benutzt' das Objektive Universum als Spiegelbild - sieht sich in etwas hineingeworfen in 'all das', was es selbst nicht ist.

Da nun der Temple of Set sich spezialisiert auf diesen 'Realisations- u. Entwicklungsprozess', xeper, sagen die dann damit nicht aus, dass nur sie ein 'Leben nach dem Tod' erwartet?

Und wie genau sieht diese Existenz dann aus? Wie soll das Subjektive Universum der Seele/Psyche ihre eigene Existenz schaffen, ohne physische Speichereinheiten, welche es ihr ermöglichen würden, kohärent und stabil zu existieren? Ohne solche Speichereinheiten, wie das Gehirn, kann man sich doch beispielsweise gar nicht erinnern. Das Geschaffene würde doch augenblicklich wieder verschwinden? Geschweige denn wahrgenommen?

Verstehe das nicht so ganz. Ich hoffe und freue mich auf Antworten!



Besonnene Grüße.

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#2

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 26.11.2012 23:14
von Daelach | 1.211 Beiträge

Also zunächst einmal betrachtet der TOS "konventionelle Religionen" schlicht als fehlerhaft, das steht ja auch klar auf deren Webseite. Da der TOS sich als einzigartig betrachtet, ist es logisch, daß ein eventuelles Leben nach dem Tode, wie es dem TOS erstrebsam scheint, nur anhand von dessen Wegen erreicht werden kann. Das ist aber nicht ungewöhnlich, sondern so ziemlich jeder spirituelle Weg hält sich selbst in Bezug auf die Zielsetzung für am besten geeignet - andernfalls wäre er ja überflüssig. Auch ein gewisser Auserwähltheitsgedanke ist durchaus üblich, den gibt es beispielsweise auch im Judentum.

Zu der anderen Frage.. das ist die alte Debatte des Körper-Geist-Problems, was denn Ursache und was Folge sei. Die Position, daß Geist die Ursache sei, ergibt sich beim TOS meiner Meinung nach logisch daraus, daß er sich als einen psychezentrierten Weg versteht. Daraus folgt dann, daß Materie ein Ausdruck von Geist und nicht etwa dessen Voraussetzung ist. Strukturell ist das übrigens auch im Buddhismus anzutreffen, wo die materielle Welt eben die der Illusionen ist, Maya genannt. Die Verwandtschaft in dieser Hinsicht merkt man übrigens auch daran, daß bei beiden materieller Reichtum nicht das Wesentliche im Leben ist, anders als z.B. im LaVey-Satanismus.

Deine Frage, wie denn Bewußtsein ohne Körper überhaupt bestehen könne, ergibt andererseits nur dann Sinn, wenn Du die Position vertrittst, daß die Materie die Ursache und Bewußtsein nur die Folge davon sei. Wenn man aber schon diese Grundposition nicht teilt, dann ergibt sich die ganze Fragestellung gar nicht erst.

Wie genau man das nun im TOS aufdröselt, werden die Dir aber am besten wohl selber beantworten können.


~ a star is nothingness disguised as light ~

zuletzt bearbeitet 26.11.2012 23:19 | nach oben springen

#3

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 28.11.2012 17:56
von Gehenna
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Angenehmen Abend Herr Dealach.

Zitat
Da der TOS sich als einzigartig betrachtet, ist es logisch, daß ein eventuelles Leben nach dem Tode, wie es dem TOS erstrebsam scheint, nur anhand von dessen Wegen erreicht werden kann.



Was sich diesbezüglich rein gar nicht von den sog. 'konventionellen Religionen' unterscheidet, dessen der TOS sich so essentiell zu unterscheiden wägt. Zugute halten kann man dieser Organisation zwar, dass in ihrem Selbstverständnis dieser Weg auch ohne Mitgliedschaft erreicht werden kann, aber auch das ist eben kein Unterscheidungsmerkmal 'minderwertiger Religionen'.

Zitat
Zu der anderen Frage.. das ist die alte Debatte des Körper-Geist-Problems, was denn Ursache und was Folge sei. Die Position, daß Geist die Ursache sei, ergibt sich beim TOS meiner Meinung nach logisch daraus, daß er sich als einen psychezentrierten Weg versteht. Daraus folgt dann, daß Materie ein Ausdruck von Geist und nicht etwa dessen Voraussetzung ist. Strukturell ist das übrigens auch im Buddhismus anzutreffen, wo die materielle Welt eben die der Illusionen ist, Maya genannt.



Ich meine dir hier widersprechen zu müssen. Der TOS vertritt nämlich einen Substanzdualismus, was bedeutet, dass zwar Psyche/Physik, Seele/Körper, Subjekt/Objekt usw. als wechselbeziehende Gegensätze gesehen werden, aber es wird keine Ursache-Folge daraus postuliert, höchstens gebräuchlich hineininterpretiert. Es (sub. Universum & obj. Universum) seien fundamentale und integrale Bestandteile des (ganzen) Universums. Die Frage was Ursache und was Folge sei, ergibt hier also gar keinen Sinn und keine Notwendigkeit.

Man kann dies übrigens sehr gut illustriert auf der Homepage von Dr. Aquino nachlesen, auf welche er vor geraumer Zeit illustrierend anhand des vermeindlichen Urknalls, sein Essay "My Rosicrucian [Non]Adventure" geladen hat. Ob dies (non-big-bang) nun Standpunkt des TOS und nicht ausschließlich Dr. Aquinos eigene ist, kann ich nicht beurteilen, wohl aber den generellen Substanzdualismus.

Zitat
Deine Frage, wie denn Bewußtsein ohne Körper überhaupt bestehen könne, ergibt andererseits nur dann Sinn, wenn Du die Position vertrittst, daß die Materie die Ursache und Bewußtsein nur die Folge davon sei. Wenn man aber schon diese Grundposition nicht teilt, dann ergibt sich die ganze Fragestellung gar nicht erst.



Das sehe ich nicht zwingend. Die Frage ist nur für mich, ob die Psyche tatsächlich durch Selbstrealisation kohärent weiterexistieren kann, schließlich ist es ja Ziel des TOS, den wechselbeziehenden Gegensatz während der inkarnierten Trainingssimulation zu überwinden, um die abschließende Trennung in dekarnierter Phase einzuleiten. Mit 'abschließend' ist hier natürlich der Bezug zur Realisation der Psyche zwecks kohärenter Fortexistenz gemeint.

Zitat
Wie genau man das nun im TOS aufdröselt, werden die Dir aber am besten wohl selber beantworten können.



Das ist kein wirkliches Dilemma, wie die Frage, ob die 'Jenseits'vorstellungen tatsächlich stimmig sind. Aber auch herauszufinden, 'wie der TOS mir das aufdröseln würde', ist angesichts des Aufwandes eines möglichen Beitritts fragwürdig. Bezüglich der Tablets - CT, (veralterte) RT, OT und Teile der ST sind mir nämlich bekannt. Kommt da überhaupt noch was, fragt man sich. ;)
Möglich soll die kohärente Existenz der Psycheja sein, zumindest laut eigenen Grenzerfahrungen, wobei wieder nicht klar ist, inwiefern man dem Trauen schenken kann (und sollte), schließlich könnte dies ja auch eine Illusion sein, auf die sie SELBST hereingefallen sind und außerdem, war dieser Zustand immer noch während der inkarnierten Phase.

Man dankt, man dankt.


Besonnene und unschlüssige Grüße

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#4

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 29.11.2012 18:11
von Daelach | 1.211 Beiträge

Namd Gehenna,

Zitat
Was sich diesbezüglich rein gar nicht von den sog. 'konventionellen Religionen' unterscheidet, dessen der TOS sich so essentiell zu unterscheiden wägt.



Das behauptet er aber auch gar nicht. Der wesentliche Unterschied, den er behauptet, ist der, daß in klassischen Religionen eine Art Verschmelzung, Einheit oder sowas gesucht werde (was man im TOS für RHP hält), während der TOS auf der isolierte-Intelligenz-Schiene fährt, die er für LHP hält.

Zitat
Der TOS vertritt nämlich einen Substanzdualismus, was bedeutet, dass zwar Psyche/Physik, Seele/Körper, Subjekt/Objekt usw. als wechselbeziehende Gegensätze gesehen werden, aber es wird keine Ursache-Folge daraus postuliert, höchstens gebräuchlich hineininterpretiert.



Du meinst, sozusagen "zwei Seiten einer Münze"? Das kann man auch tun, aber wenn dann die eine Seite der Münze durch den unvermeidlichen biologischen Tod zerfällt, gerät man in Erklärungsnot, wie die andere Seite der Münze dann noch bestehen können soll.

Zumal ich dem Objektivismus, den der TOS seinerzeit IMO noch aus der COS geerbt haben dürfte (Ayn Rand war ja ziemlich gehyped), sowieso wenig abgewinnen kann. Insbesondere weil Magie dann gar nicht funktionieren kann. Magie bedeutet, Änderungen im subjektiven Universum durchzuführen, die dann Änderungen im objektiven Universum nach sich ziehen. Nur daß das gar nicht funktionieren kann, weil zwar das objektive Universum das subjektive beeinflußt, aber nicht umgedreht, deswegen heißt das SU ja subjektiv. Ich sehe da so einige Widersprüche, die sich aber sehr elegant lösen lassen, wenn man den Objektivismus drangibt.

Zitat
Die Frage ist nur für mich, ob die Psyche tatsächlich durch Selbstrealisation kohärent weiterexistieren kann



Und eben das ist grundsätzlich nicht möglich, wenn man denkt, Materie bringe das Bewußtsein hervor (Materialismus), oder wenn man denkt, die beiden seien eine Einheit. Aus diesem Grund fallen mir auch keine Religionen mit Leben nach dem Tod ein, die nicht so etwas wie eine vom Körper unabhängige Bewußtseinsform postulieren.

Zitat
Aber auch herauszufinden, 'wie der TOS mir das aufdröseln würde', ist angesichts des Aufwandes eines möglichen Beitritts fragwürdig.



Zumal die Frage ist, ob diese Mühe sich dann für einen selber überhaupt lohnt. Allein für die Klärung dieser Frage wohl nicht. Was anderes ist es, wenn man sowieso beitreten will und dann solche Fragen "nebenbei" auch gleich mitklären kann.

Zitat
Bezüglich der Tablets - CT, (veralterte) RT, OT und Teile der ST sind mir nämlich bekannt.



Dito, plus 25 Jahre Scrolls of Set.

Zitat
Möglich soll die kohärente Existenz der Psycheja sein, zumindest laut eigenen Grenzerfahrungen, wobei wieder nicht klar ist, inwiefern man dem Trauen schenken kann (und sollte), schließlich könnte dies ja auch eine Illusion sein, auf die sie SELBST hereingefallen sind



Ja, das ist der Haken bei Nahtoderfahrungen. Wirkliche Gewißheit werden wir aber alle eines Tages noch bekommen, das steht fest. (;


~ a star is nothingness disguised as light ~

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#5

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 02.12.2012 15:15
von Demogorgon | 226 Beiträge

Das ist eine wirklich interessante Diskussion.

Mir stellt sich nun folgende Frage: Wenn man glaubt, daß der Geist die Ursache ist, daß es ein Leben nach dem Tode gibt und daß dieses Weiterleben überhaupt erstrebenswert ist und es nur einen einzigen richtigen Weg gibt, dieses Ziel zu erreichen - warum geht man dann nicht gleich zu den Lichtreligionen? Oder anders gefragt: Ist man mit solchen Anschauungen nicht schon längst im RHP?

Und mal nebenbei: Was bitte sind CT, (veralterte) RT, OT, Teile der ST und Scrolls of Set???


zuletzt bearbeitet 02.12.2012 15:16 | nach oben springen

#6

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 03.12.2012 00:24
von Daelach | 1.211 Beiträge

Das kommt jetzt sehr drauf an, wie man denn LHP/RHP definiert. Der TOS definiert LHP über die isolierte-Intelligenz-Schiene, während er unter RHP-Religionen solche versteht, wo der Anhänger eine Art Vereinigung mit einer übergeordneten Instanz anstrebt.

Zitat von TOS-Webseite
Wenn man die bunten Mythologien konventioneller Religionen entsprechend ihrer zugrundeliegenden philosophischen Prinzipien analysiert, repräsentieren sie einfach das primitive Verlangen des Menschen, sich "eins" mit der "universellen Harmonie" zu fühlen, die er um sich herum wahrnimmt. "Weiße" Magie, wie sie von primitiven Heiden und modernen institutionalen Religionen betrieben wird, bietet denen, die sich ihr hingeben, durch verschiedene ritualistische Praktiken und Aberglauben die Illusion einer "Rückführung" in den "universellen Plan der Dinge".



Das versteht man im TOS unter RHP.

Zitat von TOS-Webseite
Der Schwarze Magier andererseits erachtet die Union mit dem All nicht als erstrebenswert und lehnt es ab, sich selbst mit dem Ziel, eine derartige Illusion zu erschaffen, zu betrügen. Er hat die Existenz der individuellen Psyche—des "Kern-Selbst" seiner bewussten Intelligenz—erkannt und erfreut sich daran, dass die Psyche als etwas, das nichts anderem im Universum gleicht, existiert. Das Verlangen des Schwarzen Magiers ist, dass diese Psyche lebt, Erfahrungen macht, weiterexistiert. Er will nicht sterben—oder sein Bewusstsein und seine Identität in einem grösseren "universellen Bewusstsein" [mal angenommen, es gäbe so etwas] verlieren. Er will sein.



Und das stellt das TOS-Verständnis von LHP dar. Der Unterschied ist im TOS-Verständnis also keineswegs der zwischen spirituell und materialistisch, weil das materialistisch-sataniatische Verständnis schlicht als verantwortungsloser Irrweg und nicht als LHP gesehen wird:

Zitat von TOS-Webseite
Die Grundlagen der Church of Satan—dargelegt in LaVey's Buch The Satanic Bible von 1969—wurden von einigen als Basis für metaphysisches Wachstum verwendet, von anderen jedoch lediglich als Ausrede für egoistische Verantwortungslosigkeit.



Wobei ich die Definition LHP/RHP nach TOS-Verständnis aber nicht teile und hier nur deswegen mit Zitaten von der TOS-Webseite dessen Standpunkt verdeutliche, weil nicht nach meinem Verständnis davon gefragt war, sondern nach dem des TOS, und das geht am unverfälschtesten eben mit Zitaten.

Und zu den Abkürzungen, das sind Dokumente des TOS, die eigentlich nur Mitgliedern zugänglich sind. In einem Zeitalter, in dem nicht einmal eine unbestreitbar sehr mächtige Organisation wie das US-Militär hochbrisante Dokumente geheimhalten kann, gilt dies noch viel weniger für Organisationen, die nicht der nationalen Sicherheit untergeordnet sind. Ich weiß nicht, ob die immer noch im Netz herumfluten, aber zumindest vor vielleicht 10 Jahren war das so. Seitdem habe ich mich darum nicht mehr weiter gekümmert.

Wozu man fairerweise aber auch sagen muß, daß der TOS selber sagt, die Dokumente seien nur von eingeschränktem Wert, weil die eigentliche Arbeit nicht im Schreiben von Aufsätzen bestehe. Ich denke auch nicht, daß jemand, der in den TOS eintritt und nichts tut als bloß die Dokumente zu lesen, es überhaupt bis zur dauerhaften Aufnahme in den Grad II° schaffen wird.

Ein anderer Punkt.. Du klingst mir etwas verächtlich, was die "Lichtreligionen" angeht. Wenn ich mir ansehe, was für krasse Sachen z.B. tibetanische Mönche oder japanische Zen-Mönche machen, sehe ich das anders. Ich muß ehrlich zugeben, daß ich deren Weg nicht gehen könnte, weil ich dafür nicht hart genug bin. Dafür, daß die das tun, respektiere ich sie.


~ a star is nothingness disguised as light ~

zuletzt bearbeitet 03.12.2012 00:25 | nach oben springen

#7

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 24.08.2013 13:50
von Demogorgon | 226 Beiträge

Ich hole mal diesen Thread wieder hoch, weil sich seit meinem letzten Beitrag meine Anschauung ziemlich geändert hat. Während ich zunächst als Satanist eher die materialistische Schiene gefahren bin, sympathisiere ich mittlerweile eher mit dem Sethianismus, weil für mich mittlerweile die persönliche Entwicklung wichtiger geworden ist als äußerliche Erfolge. Auch finde ich, wie bereits in einem anderen Thread angesprochen, den Gedanken an einer fortdauernde Existenz nach dem Tod recht reizvoll.

Deswegen wüßte ich gerne, ob mir hier jemand nähere Informationen zum Temple of Set oder vergleichbaren Organisationen geben kann oder gar über internes Schrifttum verfügt.

Ich finde nämlich sowohl die Weiterentwicklung als auch die fortauernde Existenz wichtig, blicke aber noch nicht so recht, wie das gehen soll.


"Die Schwachen und Mißratenen sollen zugrunde gehn: erster Satz unsrer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen.

Was ist schädlicher als irgendein Laster? – Das Mitleiden der Tat mit allen Mißratnen und Schwachen – das Christentum..."

(Friedrich Nietzsche, Der Antichrist, Kapitel 2)
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#8

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 24.08.2013 14:13
von Daelach | 1.211 Beiträge

Zitat von Demogorgon
weil für mich mittlerweile die persönliche Entwicklung wichtiger geworden ist als äußerliche Erfolge.



Wenn man soviel hat, wie man braucht, wird's auch langweilig, noch mehr zu haben.

Zitat
Auch finde ich, wie bereits in einem anderen Thread angesprochen, den Gedanken an einer fortdauernde Existenz nach dem Tod recht reizvoll.



Naja entweder, es gibt derlei, oder es gibt derlei nicht. Was ich aber für denkbar unwahrscheinlich halte: Daß ausgerechnet Sethianismus DER Schlüssel dazu sein sollte. Wenn man sich anschaut, wieviele "Richtungen" ein Leben nach dem Tod behaupten, und allesamt behaupten, man müsse das so machen, wie sie es sagen, dann halte ich es für naheliegend, daß es im Hinblick auf nachtodliche Existenz egal ist, welcher man folgt. Entweder stimmen alle, oder sie lügen allesamt.


~ a star is nothingness disguised as light ~
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#9

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 25.08.2013 16:19
von Demogorgon | 226 Beiträge

Wenn ich den Temple of Set richtig verstehe, ist die isolierte Intelligenz für sie wesentlich. Das wäre mir ein starkes Gegenargument gegen diesen Orden, denn ich halte es mehr mit der Sicht der östlichen Religionen und der modernen Naturwissenschaft, nachdem es eigentlich gar kein subjektives Ich gibt. Das subjektive Ich ist eine Illusion.

Ich pflichte dem Temple aber andererseits bei, wenn er lehrt, daß man die Individualität trainieren soll.

Ein Widerspruch? Nein. Auch, wenn es zunächst kein subjektives Ich gibt, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, daß es möglich sein könnte, sich ein solches (das also echt und keine Illusion ist) zu erschaffen und damit dann auch vom Körper getrennt zu existieren.

Dazu wüßte ich gerne mal Eure Meinungen.


"Die Schwachen und Mißratenen sollen zugrunde gehn: erster Satz unsrer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen.

Was ist schädlicher als irgendein Laster? – Das Mitleiden der Tat mit allen Mißratnen und Schwachen – das Christentum..."

(Friedrich Nietzsche, Der Antichrist, Kapitel 2)
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#10

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 25.08.2013 17:21
von kein Name angegeben • ( Gast )
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Zitat
Deswegen wüßte ich gerne, ob mir hier jemand nähere Informationen zum Temple of Set oder vergleichbaren Organisationen geben kann oder gar über internes Schrifttum verfügt.



Guckst du hier:
Anmerkung Daelach: Links gelöscht wegen Copyright. (Aber als PN an den TE weitergeleitet)

Ansonsten noch "Black Magic"
xeper.org/maquino/nm/BlackMagicRL.pdf

(Dort findest du u.a. auch das Konzept der Seele und Unsterblichkeit)

xeper.org/maquino/nm/TOSd11.pdf

Sollte erstmal zum Lesen bezüglich des ToS reichen.


zuletzt bearbeitet 25.08.2013 21:17 | nach oben springen

#11

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 25.08.2013 17:39
von Demogorgon | 226 Beiträge

Danke, Gast, das ist wirklich eine Menge Stoff


"Die Schwachen und Mißratenen sollen zugrunde gehn: erster Satz unsrer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen.

Was ist schädlicher als irgendein Laster? – Das Mitleiden der Tat mit allen Mißratnen und Schwachen – das Christentum..."

(Friedrich Nietzsche, Der Antichrist, Kapitel 2)
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#12

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 25.08.2013 20:34
von kein Name angegeben • ( Gast )
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Zitat
Danke, Gast, das ist wirklich eine Menge Stoff



Ja, es ist müßig sich da erstmal durchzuarbeiten. Und vorallem bei der Ruby-Tablet sollte man auch nicht alles für bare Münze nehmen, da sie "gepirated" ist und schon mehrfach überarbeitet und ausgebessert wurde.

Ansonsten möchte ich noch wärmstens Aquinos "MindWar" empfehlen.
img827.imageshack.us/img827/6910/zrow.jpg

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amazon.de/MindWar-Michael-A-Aquino-Ph-D/dp/1484926455

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#13

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 25.08.2013 21:17
von Daelach | 1.211 Beiträge

Zitat von Demogorgon
Das wäre mir ein starkes Gegenargument gegen diesen Orden, denn ich halte es mehr mit der Sicht der östlichen Religionen und der modernen Naturwissenschaft, nachdem es eigentlich gar kein subjektives Ich gibt. Das subjektive Ich ist eine Illusion.



Sehe ich auch so. Dann dürftest Du "Demons of the Flesh" von Nick und Zeena Schreck sehr interessant finden, zumindest den ersten Teil.

Zitat
spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, daß es möglich sein könnte, sich ein solches (das also echt und keine Illusion ist) zu erschaffen



Wozu sollte man sich eine Existenz erschaffen wollen, die ewig im Ich gefangen ist? (: Wenn ich mir das mit Meditation so anschaue, ist der Sinn der Sache gerade der, da RAUSzukommen. Manche machen das, weil das Ego ihnen irgendwie "sündig" vorkommt, das dürfte aber durch einen christlich schuldgeprägten Hintergrund zustandekommen. Man kann es auch umgedreht machen, daß man das Ego nicht zerstören, sondern überwinden will, um zu sehen, was jenseits davon ist.


~ a star is nothingness disguised as light ~
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#14

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 25.08.2013 23:32
von Demogorgon | 226 Beiträge

Zitat
Wozu sollte man sich eine Existenz erschaffen wollen, die ewig im Ich gefangen ist? (:
... Man kann es auch umgedreht machen, daß man das Ego nicht zerstören, sondern überwinden will, um zu sehen, was jenseits davon ist.



Ich gehe eben davon aus, daß von selbst, d.h. ohne Aktion von meiner Seite, einfach nichts dahinter ist. Und eine ewige Existenz ziehe ich der ewigen Nichtexistenz allemal vor. (Sollte die Ewigkeit irgendwann langweilig werden, kann man sich m.E. immer noch dafür entscheiden, abzusterben.)


"Die Schwachen und Mißratenen sollen zugrunde gehn: erster Satz unsrer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen.

Was ist schädlicher als irgendein Laster? – Das Mitleiden der Tat mit allen Mißratnen und Schwachen – das Christentum..."

(Friedrich Nietzsche, Der Antichrist, Kapitel 2)
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#15

RE: Setianismus & "Jenseits"

in Lobby 26.08.2013 01:20
von kein Name angegeben • ( Gast )
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Mich würde mal interessieren, inwiefern es aus naturwissenschaftlicher Sicht, kein subjektives Ich geben sollte.

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