#1

Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 08.09.2014 20:32
von RAFA | 1.182 Beiträge

Diesen Thread möchte ich unter der Prämisse diskutieren, dass Satan MEHR ist als ein "Konzept" (weil sonst macht es ja schon gar keinen Sinn).

Vornweg noch eine kleine Geschichte:
Ich händle Satan ja als eine Wesenheit und ganz am Anfang meiner "satanischen Karriere" (Mitte 80er Jahre) ging ich bei ihm noch von so etwas ähnlichem wie einen "Gott" aus, denn ich wussts nicht besser (damals gabs noch kein Internet und satanische Bücher waren mir nicht bekannt bzw. gabs hier nicht. Auf die nächsten 666 km Umkreis dürfte ich auch der einzige Satanist hier gewesen sein, also fragen konnte ich auch keinen). Nachdem ich dann die ersten Kontakte zu Satan hatte, fing ich eines Tages an, für ihn ein Räucheropfer zu zelebrieren. Als ich fertig war, wartete ich, weil ich dachte, da müsst ja nun seinerseits irgendwas kommen. Der ließ mich aber voll abtropfen und erklärte mir (damals schon, ich wundere mich heute fast ): Ein Opfer ist ein O-P-F-E-R. Man OPFERT etwas. Das heißt: man schmeißt es weg und dann ist es fort. Wenn man etwas dafür erwartet, dann ist das eine Leistung/Lohn-Sache, aber kein Opfer. Im Übrigen nahm er hiermit mein Opfer an. Aber dafür erwarten brauchte ich nichts, weil es war ja als OPFER deklariert *fick dich selber*.
Ich war natürlich erst mal stocksauer, weil verarschen kann ich mich selber - nur nicht so schön, hä . Ich habe seine Definition dann aber letztendlich akzeptiert und natürlich nie wieder was geopfert, weil das ist ja nun mal vollkommen sinnfrei.

Wie siehts aus mit Opfern? Wo kommt das her? In der Bibel wird geopfert, was das Zeug hält und davon her haben es auch die Muslime sowie die Christen. Die Opfer wandelten sich zwar: Im AT sind es meistens Tiere oder Speisen, im NT ist es dann Christus stellvertretend für alle Opfertiere, in den Kirchen opfert man wenigstens noch Kerzchen, die man vor Götterbildern anzündet.

Im Allgemeinen sind das tatsächlich OPFER, also man schmeißt halt dem Gott irgendein Vieh oder Getreide hin, verbrennt das und bietet ihm das einfach so an. Meistens ist es ja ein Teil vom Essen, das man für den Gott übrig lässt, einfach, damit er mitfressen soll.

Manchmal geschieht das Opfer auch zum Dank und oft auch zur Beschwichtigung. Da wird es dann schon wieder zum Deal im Sinn Leistung/Lohn, denn das verbrannte Vieh/Getreide soll eingetauscht werden gegen die Huld Gottes. Hier hattu Opfer und nun lass mich in Frieden mit deinen Heimsuchungen!

In diesem Sinne wurde auch bei den Natives geopfert, z.B. den erlegten Tieren: Man hinterließ ihnen Federn, Fell und Teile ihres Körpers, damit sich die zornige Tierseele damit begnügen sollte und den Jägern nicht mehr nachjagen möge.

Was versteht ihr so unter "Opfer" und was haltet ihr davon? Opfert ihr? Oder dealt ihr eher? Und wie seht ihr das Thema?


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zuletzt bearbeitet 08.09.2014 20:36 | nach oben springen

#2

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 08.09.2014 21:23
von Instant Karma | 296 Beiträge

Zitat von RAFA
Im Allgemeinen sind das tatsächlich OPFER, also man schmeißt halt dem Gott irgendein Vieh oder Getreide hin, verbrennt das und bietet ihm das einfach so an. Meistens ist es ja ein Teil vom Essen, das man für den Gott übrig lässt, einfach, damit er mitfressen soll.



Dieses Opferkonzept leuchtete mir schon als Kind nicht ein. Was will ein Gott denn mit so 'nem Scheiß?

Es würde ja grad noch so Sinn machen, wenn man Opfergaben als Liebesbeweis sieht: "Schau her, wovon ich mich für dich zu trennen bereit bin!". Aber es ist doch viel sinnvoller, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und seine Liebe durch Taten zu beweisen, von denen der Gott auch ganz direkt profitiert. Sei es, dass man für ihn missioniert oder für den Bau einer Kirche spendet oder so.


zuletzt bearbeitet 08.09.2014 21:25 | nach oben springen

#3

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 08.09.2014 23:01
von Tyger | 178 Beiträge

Ich denke, das Wichtigste, was man Gottheiten (oder ähnlichen Wesenheiten) geben kann, ist Aufmerksamkeit; das ist es, wovon Götter leben. Sonstige Opfer sind ein Bonus. Etwas zu geben, weil man etwas dafür haben will - stimmt, das ist eigentlich nicht wirklich ein Opfer. Ein Opfer wäre so etwas wie ein Geschenk, aber auch unter dem Schenken verstehen Menschen ja meistens etwas völlig Verqueres, das auf ein Geschäft hinausläuft. Extremfall "Weihnachtswichteln"(örgs!): Da wird ein Betrag festgelegt, wieviel das "Geschenk" mindestens und höchstens wert sein soll, damit auch nur ja keiner zu kurz kommt bei dem Geschäft, und jeder muss genau eins geben und kriegen und und ...
Ein Geschenk ist etwas, das man einfach so gibt, bloß so, weil man denjenigen mag, weil man sich an seiner Freude darüber mitfreut, weil es einfach Spaß macht - und ob man selbst auch ein Geschenk bekommt und wieviel das wert ist, ist davon völlig unabhängig.
Genauso sollte man vielleicht auch ein Opfer an eine Gottheit sehen - man gibt einfach etwas, weil man die Gottheit eben liebt und etwas geben möchte. Und wenn einem die Gottheit nicht so wichtig ist, dann gibt man eben nichts.


Internet ist scheiße, da geh ich nicht rein.
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#4

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 08.09.2014 23:21
von Instant Karma | 296 Beiträge

Zitat von Tyger im Beitrag #3
Ich denke, das Wichtigste, was man Gottheiten (oder ähnlichen Wesenheiten) geben kann, ist Aufmerksamkeit; das ist es, wovon Götter leben.


Das denke ich auch. Nur kommt es mir so vor, als hätten Opferungen oft den gegenteiligen Effekt, ähnlich wie Ablassbriefe: Man haut seine Opfer in den Äther und kann beruhigt ins Tagesgeschäft übergehen, nun da der Gott besänftigt ist, und muss sich nicht mehr um ihn kümmern.

Zitat von Tyger im Beitrag #3
Ein Geschenk ist etwas, das man einfach so gibt, bloß so, weil man denjenigen mag, weil man sich an seiner Freude darüber mitfreut, weil es einfach Spaß macht - und ob man selbst auch ein Geschenk bekommt und wieviel das wert ist, ist davon völlig unabhängig.


Naja, aber genau diese Freude und der Dank IST ja die Gegenleistung. Sogar eine sehr Wertvolle und Mächtige, die richtig süchtig machen kann, bis hin zur Ausbildung eines Helfer-Syndroms. Der Dank eines Gottes ist dann das Geilste überhaupt. -Hier dankt ja die gesamte Logik des Universums. Selbst der Dank der gesamten Menschheit kommt da nicht heran. Das ist doch DER Speedball der Gläubigen!

Sei es, dass man Dank erhält, oder bloß seine Ruhe: Selbstloses Geben erkenne ich da nicht.

Zitat von Tyger im Beitrag #3
Genauso sollte man vielleicht auch ein Opfer an eine Gottheit sehen - man gibt einfach etwas, weil man die Gottheit eben liebt und etwas geben möchte.


Ja, das sollte sicher das Ideal sein und ich wette die Gläubigen reden sich das auch schön so ein. Klappt ja auch ganz gut.

Drum finde ich die Reaktion von Rafas Satan-Ahriman bemerkenswert. Er verweigert die stillschweigend erwartete Gegenleistung und stellt damit furztrocken die heuchlerische Logik bloß, die hinter dem Opfer-Getue steckt. Und siehe da: Plötzlich verfliegt die Lust am Opfern und die Rafa hat bis heute nie wieder dergleichen gemacht. Das ist doch echt mal 'ne Lektion!


zuletzt bearbeitet 09.09.2014 01:06 | nach oben springen

#5

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 09.09.2014 16:36
von RAFA | 1.182 Beiträge

Zitat von IK
Dieses Opferkonzept leuchtete mir schon als Kind nicht ein. Was will ein Gott denn mit so 'nem Scheiß?


Meine Kinderfrage dazu war eher technischer Natur: Es wird doch verbrannt, oder? Naja, dann bleibt Asche übrig. Was aber kriegt denn davon der Gott - und WIE?

Vermutlich sah man in früheren Zeit im Verbrennen die einzige Möglichkeit, etwas vom Boden in den Himmel zu bringen (den Rauch). In der Bibel steht auch öfters was von einem "lieblichen Geruch", obwohl ich persönlich Rauch und Gestank von Verbrannten ja nicht so toll find... aber Geschmäcker sind wohl verschieden. Besonders affig fand ichs ja, als ich das erste Mal irgendwo von Speis- und Trankopfern las, die sich dann knallhart die Priester einverleibten, was bei den Opferern oft völlig bekannt war, ohne dass sie sich dran störten. Verstehe ich nicht: Da opferte man ja gar nicht dem Gott, sondern den Priestern?

So ein Opfer kommt mir auch echt vor wie ein Geburtstagsgeschenk (ich hab nämlich nächste Woche Geburtstag und es nervt mich JETZT schon): "Was wünscht du dir denn zum Geburtstag?" "*tief seufz* naja, irgendwie ... NICHTS - ich HAB doch alles. Und was ich brauch oder will, das kauf ich mir einfach an Ort und Stelle!"

Wenn ein GOTT (!) Bedarf hat an einem Vieh, ja mei, ...dann holt er sichs doch einfach bzw. erschafft sichs! Was braucht es da MICH dazu?

Wieso sollte ein Gott überhaupt auch Bedarf an einem Vieh haben? Hüpfen da die Geißböcke zwischen den Wolken rum oder wie darf man sich das vorstellen?

Nee, also die ganze Opferei stammt IMO aus einer Epoche, als man sich die Götter noch im Luftraum vorstellte und sie sich auch relativ körperlich vorstellte, so dass sie aßen, tranken, weil sie vögelten ja auch - wie die Menschen, eben.

Als Satanist sollte man doch über solche kindlich-materiellen Vorstellungen hinaus sein!

Zitat von IK
en als Liebesbeweis sieht: "Schau her, wovon ich mich für dich zu trennen bereit bin!"


Schön doof. Ich denk grad an meine Katzen (R.I.P.) ... (nein, ich hab sie NICHT geopfert, sie sind von selber gestorben!) ... und stell mir vor, sie wären auf die Idee gekommen, mir ihre Liebe zu beweisen, indem sie mir von ihrem Futter einen Teil vor die Füße gelegt hätten. Ja, das HABEN sie ja mitunter tatsächlich gemacht - und ich habs ja auch "angenommen", aber... MUSSTE denn das sein *sich halb kotz*. Ja gut, meine Katzen haben das nicht wirklich kapiert, was so meinem Geschmack entsprach...

...und wer von all den Opferern weiß denn nun, was dem Geschmack seines Gottes entspricht?

Zitat von Tyger
Ein Geschenk ist etwas, das man einfach so gibt, bloß so, weil man denjenigen mag, w


Man könnte den Thread direkt umbenennen in: "Welchen Sinn haben Geschenke?", denn was mach ich denn mit den Geschenken? Es sind ja meist irgendwelche Sachen, die ich nicht wirklich brauche. (Vielleicht sollt ich mir mal 5 Rollen Klopapier, 3 Gläser Honig oder 2 Flaschen Waschmittel wünschen? ) Meistens ist das Geschenkeüberreichen ja eher so ein Aufmerksamkeitsmittel: Man widmet dem Beschenkten seine Aufmerksamkeit, verlangt aber mindestens genausoviel Aufmerksamkeit für sich und SEIN Geschenk. Eigentlich ist es regelrecht ein (sozialer) Zwang: "He, schau mich mal an, ich geb dir was!" "Hee du, Gott oder Satan, glotz her und guck mal, was ich für dich hab!" ...und wenn du schon beim Gucken bist, dann guck auch gleich auf MICH und meine aktuelle Lebenslage!

Was sollte man einem GOTT schon schenken?

Wie du ja sagst, nähren sich Götter von Aufmerksamkeit (Liebe), aber eben das ist ja nix, was man gezielt zu einem bestimmtem Zeitpunkt darbringt, sondern man liebt den oder man liebt ihn halt NICHT. Und wenn man einen Gott liebt, dann erwarte ich doch, dass der das weiß, OHNE dass ich ihm erst ein Päckchen Ferrero Küsschen überreiche oder verbrenne.

Zitat von IK
Drum finde ich die Reaktion von Rafas Satan-Ahriman bemerkenswert. Er verweigert die stillschweigend erwartete Gegenleistung und stellt damit furztrocken die heuchlerische Logik bloß, die hinter dem Opfer-Getue steckt. Und siehe da: Plötzlich verfliegt die Lust am Opfern und die Rafa hat bis heute nie wieder dergleichen gemacht. Das ist doch echt mal 'ne Lektion!


Ja! ...und eigentlich war das ein echtes Geschenk für MICH, weil ich denk mir noch heute - fast 30 Jahre später: Kann ich mich denn echt SELBER so verarscht haben, dass ich mir Satan selber vormache und mir mein selbervorgemachter Satan SOLCHE Sachen in die Fresse klatscht? ...wo ich dann erst mal wochenlang beleidigt war? ...bis ich 30 Jahre später mal einsehe, wie toll das überhaupt war? Und woher hätte das mein selbervorgemachter, selberausgedachter Schein-Satan in meinem eigenen Hirnkastel das damals schon wissen sollen?


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zuletzt bearbeitet 09.09.2014 16:37 | nach oben springen

#6

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 09.09.2014 19:05
von Instant Karma | 296 Beiträge

Zitat von RAFA
Man widmet dem Beschenkten seine Aufmerksamkeit, verlangt aber mindestens genausoviel Aufmerksamkeit für sich und SEIN Geschenk.



Und selbst wenn man es nicht direkt erwarten würde, so setzt man den Beschenkten zumindest unter Zugzwang.

Ich habe aus gutem Grund mit meinem Freund vereinbart, dass wir uns zum Geburtstag nix schenken. Weil ich nun eine ziemliche Schlampe bin, was den Haushalt angeht, hat er dann an meinem Geburtstag mal mein Arbeitszimmer aufgeräumt. An sich ja ganz nett, danke, danke.

Nur hatte ER dann bald Geburtstag und schon habe ICH was aufgeräumt und noch einen Schokoriegel drauf gelegt. An meinem nächsten Geburtstag wird er sicher irgendwie den Highscore knacken, bis wir dann bald unser halbes Gehalt verplempern, nur um das scheiß Gewissen zu beruhigen und dusslige Konventionen zu erfüllen, vor denen wir uns eigentlich schützen wollten.

Zitat von RAFA
Und woher hätte das mein selbervorgemachter, selberausgedachter Schein-Satan in meinem eigenen Hirnkastel das damals schon wissen sollen?.



Oh, das Unterbewusstsein weiß VIEL mehr als uns bewusst ist!

Ich bin ja Klarträumer. Das Schöne an luziden Träumen ist, neben dem totalen Realismus (man glaubt es erst, wenn man es selbst erlebt hat. Es ist realistischer als die Realität selbst, so dass man irgendwann auf den Gedanken kommt, ob die Realität nicht der eigentliche Traum ist), die Möglichkeit, mit seinem Unterbewusstsein in Kontakt zu treten.

Die Traumfiguren, die man trifft, haben eine komplett eigene Persönlichkeit und Biographie, sind aber dennoch Erzeugnisse meines Unterbewusstseins. Man kann also eine Traumfigur fragen: "Was sind meine größten Ängste?". Ist die Traumfigur vom Charakter her geeignet - zum Beispiel in der Form eines Wahrsagers oder Arztes - dann wird sie Antworten liefern, über die man wahrscheinlich sehr überrascht sein wird.
Hinterher stellt sich dann meist raus, dass es auch einfach stimmt.

Ich denke, dein Satan-Ahriman ist auch so eine Art Traumfigur. Dass er dir auch im Wachzustand präsent ist, ist eine echte Gabe. Wenn ich mir vornehme, im Klartraum bestimmte Fragen zu stellen, habe ich IM Traum meist wieder ganz andere Prioritäten. Scheiße, man kann fliegen, das Universum bereisen, Verstorbene besuchen - was soll ich da doof fragen? Hinterher ärgere ich mich dann immer, denn genau diese Erkenntnisse sind es ja, die mich auch im "echten" Leben weiter bringen. Da hast du es sicher leichter.


zuletzt bearbeitet 09.09.2014 19:23 | nach oben springen

#7

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 09.09.2014 19:23
von RAFA | 1.182 Beiträge

Zitat von IK
Nur hatte ER dann bal d Geburtstag und schon habe ICH was aufgeräumt und noch einen Schokoriegel drauf gelegt. An meinem nächsten Geburtstag wird er mich sicher irgendfwie übertreffen, bis wir dann bald unser halbes Gehalt verplempern, nur um das scheiß Gewissen zu beruhigen.


Mann, dann lass dir doch zum nächsten Geburtstag von ihm einen blasen! Das gefällt euch BEIDE und schon seid ihr quitt und könnt die Zugzwänge aufhören

Zitat von IK
Es ist teil realistischer als die Realität selbst, so dass man irgendwann auf den Gedanken kommt, ob die Realität nicht der eigentliche Traum ist


Vielleicht ist sie das ja?

Zumindest ist die Realität ein ziemlich dicker Rauschzustand, in dem mir nur eins klar ist: Ich check vom Moment so viel ab wie ein Besoffener - alles total verzerrt, überdimensional, zu groß, zu klein, zu bunt, zu grau, falsche Wichtigkeiten, falsche Nebensächlichkeiten ... und ich irre im Grunde nur so umeinander, und wenn ich einen echten Treffer lande, dann ist das meistens nur aus purem "Zufall" .

Satan gab mir 1984 einen Spruch und zwar: "Wohin deine Füße treten, wird die Erde fruchtbar werden." Ich hab davon so null kapiert, dass ich am nächsten Tag aufgepasst hab, wohin ich trete und Tage später nochmals nachgeschaut habe, ob dort vielleicht jetzt was wächst...? *facepalm*

Heute versteh ich das: Ich renn nur so durch mein Leben, rausch nur so durch und genau an DEN Stellen, über die ich achtlos drüberlatsche, wachsen die größten und besten Dinge meines Lebens. Erkenn ich aber meistens immer erst nachher

Zitat von IK
Die Traumfiguren, die man trifft, haben eine komplett eigene Persönlichkeit und Biographie, sind aber dennoch Erzeugnisse meines Unterbewusstseins.


Was macht dich so sicher, dass sie das sind?

Zitat von IK
also eine Traumfigur fragen: "Was sind meine größten Ängste?". Ist die Traumfigur vom Charakter her geeignet - zum Beispiel in der Form eines Wahrsagers oder Arztes - dann wird sie Antworten liefern, über die man wahrscheinlich sehr überrascht sein wird.


Gut, das ist aber erklärbar, denn solche Dinge wie Ängste WEISS man ja, man verdrängt sie nur. Die Traumfigur als ANDERE Person hat die Verdrängung ja nicht nötig, kommt also geradewegs an die Info hin und erzählt sie dir.

Ich traue dem Traum-Arzt sogar zu, dass er dir korrekte Diagnosen liefert über deine Krankheiten, die latent in dir schlummern und die du noch kriegen wirst.

Das sind alles Interna, also Infos, die IN DIR vorhanden sind. Dein Bewusstsein geht nur nicht ran, die Traumfiguren schon.

Was aber ist mit Infos, die NICHT in einem vorhanden sind, z.B. Lebensweisheiten (wie bei mir, die ich in dem Alter einfach noch nicht hatte)?


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#8

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 09.09.2014 21:05
von Instant Karma | 296 Beiträge

Zitat von RAFA im Beitrag #7

Zitat von IK
Nur hatte ER dann bal d Geburtstag und schon habe ICH was aufgeräumt und noch einen Schokoriegel drauf gelegt. An meinem nächsten Geburtstag wird er mich sicher irgendfwie übertreffen, bis wir dann bald unser halbes Gehalt verplempern, nur um das scheiß Gewissen zu beruhigen.

Mann, dann lass dir doch zum nächsten Geburtstag von ihm einen blasen! Das gefällt euch BEIDE und schon seid ihr quitt und könnt die Zugzwänge aufhören



Leider ist meine Libido seit der letzten Antidepressiva-Behandlung SO im Keller, dass ich es eher als Geschenk betrachten würde, wenn er mich damit in Ruhe lässt.

Zitat von RAFA im Beitrag #7

Zitat von IK
Es ist teil realistischer als die Realität selbst, so dass man irgendwann auf den Gedanken kommt, ob die Realität nicht der eigentliche Traum ist

Vielleicht ist sie das ja?



Ist ja auch Definitionssache.
Welcher Zustand eines Betriebssystems ist der Eigentlichere: Der Anwendungsmodus, wo man Webcam oder Internet benutzt, oder der Wartungsmodus, wo man direkten Zugriff auf die Systemkomponenten bekommt?

Zitat von RAFA im Beitrag #7
Zumindest ist die Realität ein ziemlich dicker Rauschzustand, in dem mir nur eins klar ist: Ich check vom Moment so viel ab wie ein Besoffener - alles total verzerrt, überdimensional, zu groß, zu klein, zu bunt, zu grau, falsche Wichtigkeiten, falsche Nebensächlichkeiten ... und ich irre im Grunde nur so umeinander, und wenn ich einen echten Treffer lande, dann ist das meistens nur aus purem "Zufall" .


Wir sind da ja recht machtlos. Unser Erfolg steht und fällt mit der Fähigkeit, wie gut wir uns Modelle machen können. Diese Modelle sind aber auch nur Produkte unseres Gehirns. Das was wir Realtität nennen, ist im Grunde eine virtuelle Welt, die durch Signale von außerhalb beeinflusst wird. Man könnte auch sagen: "...verfälscht wird".

Zitat von RAFA im Beitrag #7

Was macht dich so sicher, dass sie das sind?


SO sicher bin ich mir da gar nicht. Es kommt darauf an, welcher Bewusstseins-These man anhängt.
Die meisten Hirnforscher gehen davon aus, dass es in der Natur unseres Universums liegt, dass bestimmte Informationsverarbeitungsvorgänge als Bewusstsein erlebt werden.

Es gibt aber auch andere Erklärungsansätze. Ein Anästhesist hat zusammen mit dem renommierten Physiker Roger Penrose den Gedanken entwickelt, dass das Bewusstsein ein quantenmechanischer Effekt ist. Der Arzt hat entdeckt, dass manche Narkosemittel eigentlich gar nicht wirken dürften, weil sie gar nicht direkt die Reizübertragung zwischen den Neuronen beeinflussen. Stattdessen erzielen sie eine Wirkung INNERHALB der Neuronen, in molekularen Strukturen, die sich Mikrotubuli nennen. Dort werden der These nach quantenmechanische Zustände gekapselt.

Quanten sind ja was sehr Eigenartiges, weder Welle noch Teilchen, aber irgendwie auch beides. Ein Lichtteilchen auf der Erde kann sich in einem Moment auflösen und im nächsten Moment in einer anderen Galaxie erscheinen. Das ist sehr unwahrscheinlich, aber möglich. Beschrieben wird die örtliche und zeitliche Erscheinungswahrscheinlichkeit über eine Wellenfunktion.

Nun geht die These, dass die Quanten in den Mikrotubuli sich wellenartig überlagern und so eine gemeinsame Superposition bilden, die das Bewusstsein ist. Wirken nun die Narkosemittel auf diese Strukturen ein, kommt es zu einer "Messung". Wie beim Doppelspaltversuch kommt es zum Kollaps der Wellenfunktion und es entstehen Teilchen. -Die Quanten können sich nicht mehr überlagern und das Bewusstsein verschwindet. Der Geist "gerinnt".

Interessant an diesem Erklärungsansatz ist, dass Quanten ja nicht nur mit ihrer näheren Umgebung überlagert sind, sondern mit dem gesamten Universum.

Ich halte es jedenfalls für denkbar, dass wir im Traum auf das Universum der Quanten in irgendeiner Form Zugriff haben. Wenn, wie Anton Zeilinger sagt, das Ursprünglichste im Universum die Information ist, und nicht der Informationsträger, dann wird es über ein paar Ecken auch denkbar, dass das Bewusstsein über den Tod hinaus existieren könnte, oder in eine Art Gesamtbewusstsein zurückfließt.

Aber zurück zu den Traumfiguren: Möglicherweise sind es Avatare, die durch bestimmte Eigenschaften meines Gehirns und des Universums projiziert werden. Trotzdem bin ich da sehr, sehr skeptisch, weil hier möglicherweise auch viel Wunschdenken meinerseits mit herein spielt.

Zitat von RAFA im Beitrag #7

Was aber ist mit Infos, die NICHT in einem vorhanden sind, z.B. Lebensweisheiten (wie bei mir, die ich in dem Alter einfach noch nicht hatte)?


Auch da gibt es tolle Beispiele. Es gibt da den Musiker Gerald Kuske (mein Geschmack isses nicht). Komponieren kostet ja viel Zeit und man muss viel beachten, von Musiktheorie, über aktuelle Trends usw., usf.

Nun ist er aber auch Klarträumer!
So begab es sich, dass er eines Nachts einen Klartraum hatte. Er kam auf die Idee, ein Radio anzuschalten und hörte ein Lied, das ihm gefiel. Nach dem Aufwachen konnte er sich an die Melodie erinnern. Er schrieb sie sofort auf und machte sich am nächsten Tag daran, das Lied einzuspielen. So macht er es nun immer.

Hier ein Video von Spiegel TV zu dem Typen (ab 2:51):

https://www.youtube.com/watch?v=mADZ-sWfyms

Das Gehirn ist offenbar in der Lage, sehr komplexe Dinge zu tun, die unser bewusstes Denken total in den Schatten stellen. Das ist natürlich eine ganz schöne Zumutung, denn mit dem Bewusstsein identifizieren wir uns ja. Aber ich glaube, es ist wirklich so: Die Weisheit liegt bereits in uns selbst. Wir müssen sie nur entdecken.


zuletzt bearbeitet 09.09.2014 22:18 | nach oben springen

#9

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 28.01.2015 20:12
von sandmann | 1 Beitrag

Es kommt darauf an wie man es sieht. Zum Beispiel wenn man mir sagen würde ich bin auserwählt für Satan zu sterben würde ich mich freiwillig und freudig auf den Opferaltar legen weil ich weiß, das ich bald in Satans Reich bin. Das würde eine Opferung im Wert erhöhen , als wenn ich ein Tier oder irgendetwas opfere unter Zwang . Meine Meinung ist, für Satan kommt nur ein freiwilliges Blutopfer in Frage. Bin auf Eure Antworten gespannt.

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#10

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 29.10.2015 13:27
von Xyphor | 139 Beiträge

Das ist ja mal ein brillianter Gedankengang.
Mir wurde nämlich auch schon mal empfohlen zu opfern. Vielen Dank für so eine klarsicht.

Ich opfere manchmal den Rest aus meiner Bierflasche auf die Erde. das ist dann für Gaia


zuletzt bearbeitet 29.10.2015 13:32 | nach oben springen

#11

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 04.02.2016 17:15
von darkjedi | 45 Beiträge

Satan will gemäß LaVey oder Crowley, dass man ihm ein neugeborenes männliches Kind opfert. Wenn ein Mensch geopfert wird, dann ist das Ritualmord.
Bei den Nordmännern gab es früher die Witwenverbrennung.

Meiner Meinung ist es sinnvoll etwas zu opfern. Aber man sollte sich klar machen, dass dabei nur etwas zerstört wird. Wenn man ein Opfertier verbrennt, dann ist das eine Verschwendung etwas von 1000 Euro. Mit dem Geld könnte man auch Anderes, vielleicht Sinnvolleres machen, z,B. darin investieren, für Satan Anbeter zu finden.


Wenn ein Mann nur ein wenig hübscher als der Teufel ist, sieht er gut genug aus.
aus Ungarn
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#12

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 04.02.2016 19:34
von Mara70 | 193 Beiträge

Ich opfere als Dank an die Göttinnen, erwarte dafür aber keine Gegenleistung. Ich arbeite magisch mit vielen verschiedenen Pantheonen, Ägyptisch, Griechisch, germanisch usw.

Satan was zu opfern käme mir nicht in den Sinn, da er für mich keine Wesenheit ist. für mich ist das ein anderes Teilgebiet der Magie.


zuletzt bearbeitet 04.02.2016 19:37 | nach oben springen

#13

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 05.02.2016 02:15
von Dämonula | 22 Beiträge

Jeder der glaubt wird auch ein Opfer bringen! (Und wenn es nur die Steuern sind, die wir in einer Demokratie zu zahlen haben)Jedem Menschen ist es unwiederruflich auferlegt zu glauben das ist seine Natur, genau so wie jedes einzelne Gen-Zelle u.s.w Teil seines Körpers ist. Die Glaubensformen sind unterschiedlich vielfältig, sei es aus der Ansicht eines einzelnen,oder aus der Anleitung-Gesetz-Gebot(im Geschäftsleben auch durch Gesetze gegebener Handel) einer traditionellen gebundenen Glaubensgemeinde(Staat)Vieles im Bezug der eigenen Glaubenseinstellung bekommen wir anerzogen.Man wächst dem entsprechend in einem Land mit Grundregeln auf -Demokratie z.B und lernt was" richtig oder falsch" ist.Es giebt alte Traditionen -Rituale die wir in der heutigen Zeit nicht mehr nachvollziehen können.Man greift den geschichlichen Teil auf, wo viele Dinge wie Opfergaben Hingabe und Demut gegenüber einer Gottheit uns als befremdlich, abnorm ,unheimlich, sinnlos oder überflüssig erscheinen. Oder wahrhaftig wie ein altes Handwerk, welches nicht mehr noteendig ist ,ausstirbt. Was kann schon ein Teufel ausrichten den man Räucherstäbchen als Opfergabe da bietet?Wie wird der Teil des Satzes beginnen ich denke- ich meine-ich glaube-ich bin überzeugt -ich überzeuge Euch

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#14

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 15.02.2016 15:31
von Xyphor | 139 Beiträge

Einmal ging es mir so schlecht, da habe ich Satan meine Seele geopfert. Nun ich kann mich nicht beklagen, er hat das verroottete Ding gut aufpoliert. HEUTE bin ich glücklich und liebe. Und das funktioniert auch mit Gott. Das heißt obwohl Ich Gott diene, steht Satan mir bei. Was kann es besseres für die Ewigkeit geben?


Mitgefühl nicht Mitleid ist meine Antwort
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#15

RE: Opfern - macht das Sinn?

in religiöser Satanismus 15.02.2016 19:04
von Muab ibn Abu Fahmt | 209 Beiträge

Lavey hat das nie behauptet und Corwley hat versucht in Europa eine Art Zwielichtsprache zu erschaffen, die er in tantrischen Systemen kennen lernte als er seine Zeit in Indien verbrachte.
Leider hat die alte Krähe nicht den feinfühligen Takt der Tantras treffen können und so wurde das in Deutschland rausgeschnittene Kapitel (!!!!!) "Of the Bloody Sacrifice and Matters Cognate" aus dem Buch "Magick in Theory and practice" eines der meist falsch verstandenen Werke westlicher Magie.
Außerdem hat das gesamte Werk mit Satan herzlich wenig zu tun und Crowley wäre sicher nicht einverstanden damit mit Lavey in einer Traditionslinie zu stehen. Immerhin war dieser eher Nihilst und Crowley sehr überzeugt von magisch/esoterischen Weltbildern.
Ein Hoch auf das Halbwissen und ein zweites auf die Faulheit sich adäquat zu informieren.

Wenn man in die Symbolsprache die Magick nutzt dann etwas Einblick gewinnt, wird schnell klar das es in dem Kapitel nicht um das töten von Menschen geht.

Liebe Grüße


Hochachtungsvoll,
Lord Mus'ab ibn Abu Fahmt Großinquisitor der deutschen, eristischen Bewegung und Vielvater der Tulbenbalken (ja die Rosenkreuzer haben unseren Namen geklaut) der Bruderschaft Westfalen

zuletzt bearbeitet 15.02.2016 19:11 | nach oben springen


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