#1

Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 19.12.2012 13:54
von Kampfgeist | 92 Beiträge

Hallo! Ich möchte mich mal hier als neues Mitglied vorstellen.

Man kann sagen, daß im Mittelpunkt meines Lebens der Kampf steht. Ich war lange als aktiver Kämpfer im Muay Thai, Kickboxen und Vollkontaktkarate erfolgreich, jetzt unterrichte ich diese Kampfsportarten sowie Selbstverteidigung. Eine Schülerin von mir meint, ich müsse wohl Satanist sein, und jetzt bin ich hier, um herauszufinden, ob das stimmt.

Ich habe hier erst ein bißchen reingelesen. Es gefällt mir, daß Ihr Euch auf das Gesetz des Stärkeren bezieht.. (Ich sage lieber "Gesetz" als "Recht", weil es eigentlich kein Recht ist, sondern ein Naturgesetz.) In meinen Kursen versuche ich den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, daß sie stark werden und zu ihrer Stärke auch stehen müssen, wenn sie durchkommen wollen. Ich vermittele das auf sehr direkte Weise, was manche abstößt, aber das ist mir egal.

So, jetzt freue ich mich auf interessante Gespräche!

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#2

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 20.12.2012 00:30
von Demogorgon | 226 Beiträge

Hallo Kampfgeist,

freut mich, daß Du Dich angemeldet bist.

Zunächst einmal, bevor Du nachher enttäuscht bist: Hier sind maximal fünf regelmäßige Diskutanten aktiv, dazu noch einige seltene Schreiber und ein paar Kiddie-Trolle. Der Kreis hier ist also eher sehr klein.

Sozialdarwinist bin ich ehrlich gesagt der einzige, bis auf Rafa vielleicht, die sich in dieser Hinsicht eher bedeckt hält. Mich wundert es, daß Satanisten hier versuchen, den Sozialdarwinismus schlechtzureden.

Um so mehr freut es mich, daß Du Dich angemeldet hast, vielleicht kannst Du mich ja in manchen Diskussionen hier unterstützen.

Ich wünsche Dir, daß Du hier gute Erkenntnisse mitnehmen kannst.

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#3

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 20.12.2012 20:30
von Kampfgeist | 92 Beiträge

Hallo Demogorgon,

danke für die Begrüßung!

Schade, ich hatte den Eindruck, daß hier im Forum mehr los ist, als Du es jetzt darstellst. Aber auch mit fünf Leuten kann man interessante Diskussionen führen. Und die Kiddie-Trolle, naja, die gehören auch irgendwie dazu. Kann man ja ignorieren,

Ich finde, wer das Gesetz des Stärkeren negiert, der sollte dann auch entsprechend handeln. Also seine Haare beim schlechtesten und teuersten Friseur der Stadt schneiden lassen, seine Brötchen beim miesesten Bäcker kaufen usw. Das wäre dann sozial gerecht.

Und wenn ich beim Kickboxen meinen Gegner ausknocke, dann sehe ich ein, daß der zum Sieger erklärt wird, weil er so gelitten hat.

Beim Marathon wird der Letzte Sieger, weil er am Längsten gearbeitet hat.

Viele Grüße

Der Kampfgeist

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#4

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 20.12.2012 21:05
von Daelach | 1.211 Beiträge

Das Recht des Stärkeren bringt es allerdings mit sich, daß man auf Dauer allein ist. Weil andere keinen Grund haben, sich mit einem abzugeben, wenn für sie dabei nichts rumkommt. Auch eine Gruppe wirst Du nicht führen, weil Du der Stärkste bist, denn egal wie stark Du bist, die Gruppe ist stärker. Eine Gruppe kann nur jemand führen, dem die einzelnen Mitglieder die Entscheidungsmacht geben, wenn und weil sich zeigt, daß dessen Entscheidungen für alle vorteilhaft sind. Führung heißt nicht Unterdrückung, sondern win-win-Situationen schaffen.

Das ging in diversen Kriegen bekanntlich soweit, daß ordensgeile Offiziere, die ihre Leute verheizt haben, dann auch schonmal von ihren Leuten hinterrücks umgebracht wurden. Gruppenentscheidung halt. Und egal wie stark und mächtig jemand ist - wenn man weiß, daß jemand stark ist, dann wird man ihn von hinten erwischen. Siehe Caesar. Auch ein Diktator muß damit erwägen, wie weit er gehen kann, ein System von "teile und herrsche" errichten und um sich herum eine Schicht von Begünstigten schaffen, die ihn Diktator sein LASSEN.

Macht "besitzt" man nicht, sondern man bekommt sie geliehen. Alles andere ist ein häufiges Mißverständnis, und solcher Größenwahn geht dem Fall oftmals voraus. Deswegen halte ich "Kooperation" dagegen. Allerdings nicht bedingungslos, sondern das muß schon für beide Seiten was bringen. Kooperation ist nicht dasselbe wie Schmarotzertum.

Ein Haufen von 100 Individualisten wird in der Schlacht immer gegen eine koordinierte Hundertschaft unterliegen. Das einzige mal, daß die Germanen wirklich den Boden mit Römern aufgewischt haben, war bekanntlich, als Arminius so angriff, daß die Römer sich nicht koordinieren konnten. Insofern ist es witzigerweise gerade das Recht des Stärkeren, das zu der Schlußfolgerung "Kooperation" führt, weswegen sie eigentlich auch kein Gegensatz sind.

Speziell beim KampfSPORT sehe ich nicht das Recht des Stärkeren am Werk, denn man kämpft nach Regeln. Du kannst kickboxen, wie Du willst, aber gerade wenn Du so gut bist, macht es ausgesprochen Sinn, Dir ohne Vorankündigung einen Drink ins Gesicht zu kippen und dann nen Stuhl über den Kopf zu ziehen. Das tut man auf der Matte nicht, weil es Sport ist, und der andere ist kein Gegner, sondern ein Partner. Die Verwechslung dieser Situationen ist ein Grund, wieso erstaunlich oft technisch überlegene Kampfsportler in der Realität da draußen von eigentlich unterlegenen Leuten zusammengeschoben werden.

Auf der Matte (ich mache u.a. Judo) ist mir das Wohlergehen des Partners wichtiger als der Sieg, denn die Niederlage ist nach der abschließenden Verbeugung vergessen, eine Verletzung nicht. Deswegen setze ich Hebel usw. eher vorsichtig an, auch wenn der Partner sich genau deswegen mitunter doch noch rauswinden kann. Die Straßenversion so mancher Würfe sieht allerdings deutlich anders aus als auf der Matte. Wenn ein Wurf in der Straßenversion richtig ausgeführt wird, dann erübrigt sich jeder Bodenkampf, den man auf der Straße halt nicht riskieren kann.


~ a star is nothingness disguised as light ~

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#5

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 21.12.2012 15:40
von Kampfgeist | 92 Beiträge

Hallo Daelach,

Du schreibst:

"Das Recht des Stärkeren bringt es allerdings mit sich, daß man auf Dauer allein ist."

Und dann:

" Insofern ist es witzigerweise gerade das Recht des Stärkeren, das zu der Schlußfolgerung "Kooperation" führt, weswegen sie eigentlich auch kein Gegensatz sind."

Widersprechen sich diese beiden Aussagen nicht? Also was denn nun?

Meines Erachtens hast Du mit der zweiten Aussage genau recht - und also mit der ersten Unrecht. Wer wird denn wohl allein sein - der schlechte Friseur oder der gute?

Und es ist doch klar, daß "Stärke" ein relativer Begriff ist. Ein guter Friseur muß kein guter Plätzchenbäcker sein. Und ein guter Kickboxer kein guter Straßenkämpfer, wie Du schreibst. Und? Deshalb kann der Kickboxer ja einen Selbstverteidigungskurs machen statt rumzujammern.

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#6

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 21.12.2012 16:19
von Xarvic | 533 Beiträge

Wenn Qualität vom Maßstab abhängt, würde ich mir mal ganz klare Gedanken darüber machen, mit welchem man zu messen versucht. In unserer Gesellschaft kriegt man einen judeochristlichen in die Hand gedrückt und ich sehe kaum jemanden, der den je weggelegt hat.


uɐɯ puıןq ɐ ɹɐǝɥ uɐɔ ǝuoou

Zitat von Me in Asshology
Omg, ich verwirre wieder dumme Menschen

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#7

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 21.12.2012 21:55
von RAFA | 1.174 Beiträge

Zitat von Kampfgeist
aß sie stark werden und zu ihrer Stärke auch stehen müssen, wenn sie durchkommen wollen. Ich vermittele das auf sehr direkte Weise, was manche abstößt, aber das ist mir egal.


Das finde ich gut. Wer so eine Ansage nicht verträgt, der hat IMO in einer Kampfsportschule auch nichts verloren.

Zitat von Demogorgon
e, bis auf Rafa vielleicht, die sich in dieser Hinsicht eher bedeckt hält.


"Das Recht/Gesetz des Stärkeren" ist definitiv falsch, denn es heißt "survival of the fittest" und der Fitteste ist oft auch nur der größte Schleimer oder die Tussi mit den dicksten Titten.
Wie dem auch sei ist das freilich ein relativ indiskutables Naturgesetz, denn es IST halt einfach so, dass derjenige das Rennen macht, der mit seinen Trümpfen am besten umgehen kann.

Da die Menschen evolutionär in einer Herde groß geworden sind, zählen soziale Fähigkeiten zu den ganz großen Überlebens- und Durchsetzungstaktiken, denn Freunde, Liebende, Treue und diverse Schwulitäten ;-) bedeuten u.U. den ganz großen Vorteil in Kämpfen jeglicher Art.

Das geht nun aber ganz dick in den Bereich, den man normalerweise NICHT mehr "Sozialdarwinismus" nennt und drum möchte ich mich da nun nicht so direkt unter irgendein Label stellen. Mir ist bloß klar, dass jegliches Denken und Handeln, erscheint es auch noch so altruistisch, von Grund auf egoistisch ist und auch sein MUSS und ich finde das auch völlig ok so, weil - ja mei - das IST halt so.

Zitat
aß Satanisten hier versuchen, den Sozialdarwinismus schlechtzureden.


Das wundert mich auch. Über derartige gesellschaftskonforme Weicheiernummern sollte man eigentlich als Satanist drüber sein.

Zitat
Also seine Haare beim schlechtesten und teuersten Friseur der Stadt schneiden lassen, seine Brötchen beim miesesten Bäcker kaufen usw. Das wäre dann sozial gerecht.


LOL :-D

Das wäre aber schon wieder nicht "stark", denn der Starke, bzw. der Fitte, brüllt natürlich groß gegen Kinderarbeit auf, um die Herde hinter sich zu wissen, kauft aber selber seine Klamotten beim Kik. Naja, das ist auch der IST-Zustand und gehört zum Kampf dazu :-)


www.RAFA.at - guckstu auch in meinen Blog: www.RAFAmania.de

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#8

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 23.12.2012 00:36
von Kampfgeist | 92 Beiträge

Hallo Xarvic!

Zitat von Xarvic im Beitrag #6
Wenn Qualität vom Maßstab abhängt, würde ich mir mal ganz klare Gedanken darüber machen, mit welchem man zu messen versucht. In unserer Gesellschaft kriegt man einen judeochristlichen in die Hand gedrückt und ich sehe kaum jemanden, der den je weggelegt hat.


Ich glaube nicht, daß ich einen judäochristlichen Maßstab anlege, wenn ich entscheide, zu welchem Friseur ich gehe.

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#9

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 23.12.2012 00:59
von Kampfgeist | 92 Beiträge

Hallo RAFA,

Zitat von RAFA im Beitrag #7

"Das Recht/Gesetz des Stärkeren" ist definitiv falsch, denn es heißt "survival of the fittest" und der Fitteste ist oft auch nur der größte Schleimer oder die Tussi mit den dicksten Titten.


Das stimmt, aber wie will man "fittest" übersetzen? Wörtlich wäre der "Fitteste" der "Bestangepaßte". Das klingt im Deutschen aber komisch, nach "Mit-dem-Strom-Schwimmen". Man kann natürlich auch wirklich "der Fitteste" sagen, aber das klingt nach Fitnesstudio. Dann kann man auch "der Stärkere" sagen.

Zitat
Da die Menschen evolutionär in einer Herde groß geworden sind, zählen soziale Fähigkeiten zu den ganz großen Überlebens- und Durchsetzungstaktiken, denn Freunde, Liebende, Treue und diverse Schwulitäten ;-) bedeuten u.U. den ganz großen Vorteil in Kämpfen jeglicher Art.

Das geht nun aber ganz dick in den Bereich, den man normalerweise NICHT mehr "Sozialdarwinismus" nennt



Ich dachte, doch. Kooperation gibt es ja nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren und sogar Pflanzen, ohne daß das gegen den Darwinismus spräche. Das wird z. B. bei Kropotkin, Von der gegenseitigen Hilfe in der Tier- und Pflanzenwelt, beschrieben.

Zitat
und drum möchte ich mich da nun nicht so direkt unter irgendein Label stellen. Mir ist bloß klar, dass jegliches Denken und Handeln, erscheint es auch noch so altruistisch, von Grund auf egoistisch ist und auch sein MUSS und ich finde das auch völlig ok so, weil - ja mei - das IST halt so.



Ja, vielleicht sollte man besser "Egoismus" sagen statt "Sozialdarwinismus".

Ich denke, wir sind uns in der Sache völlig einig und eiern nur bei der Wortwahl etwas.

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#10

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 23.12.2012 15:00
von RAFA | 1.174 Beiträge

Zitat
ttest" übersetzen? Wörtlich wäre der "Fitteste" der "Bestangepaßte". Das klingt im Deutschen aber komisch, nach "Mit-dem-Strom-Schwimmen".


Das klingt zwar im Deutschen komisch, aber das ist es. Sicherlich ist es erfreulich, wenn sich die anderen MIR anpassen, statt ich ihnen, aber die Anpasserei betrifft ja nicht nur den Sozialbereich. Bei allem Stolz, Ego und Elitär-Getue sollte man sich eingestehen, dass es eine Menge Elemente gibt, die einem über sind (z.B. Naturgewalten und -gesetze) und mit denen man sich arrangieren muss, sonst bleibt man auf der Strecke. Definitiv kostet das mit-dem-Strom-Schwimmen weniger Energie als das Dagegen-schwimmen und insofern kommt man MIT dem Strom WEITER. Die Kunst ist, sich den richtigen Strom auszusuchen, nämlich den, der im eigenen Sinn auch zu Potte führt.

Ich denke, das Wesentliche liegt darin, die Energie des Stroms für die eigenen Ziele richtig zu nutzen, während die meisten eben bloß als Tröpfchen und Substanz darin mitschwimmen.

Aber sind wir doch mal ehrlich: im Meer landen sie am Ende ALLE :-(

Zitat
Ich dachte, doch. Kooperation gibt es ja nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren und sogar Pflanzen,


Wenn man den Faden "Kooperation" bei Menschen aber weiterspinnt, landet man flugs bei Freundschaft, Liebe, Mitmenschlichkeit, Treue, Aufopferung und solchen Dingen, die man nun augenscheinlich gerade eben NICHT zum Sozialdarwinismus zählt. Freilich SIND sie das, denn IMO ist der Sozialdarwinismus sowie der Egoismus der einzig rote Faden im Getriebe, aber so rein umgangssprachlich haut das nimmer hin.

Drum halt ich zu dem Thema meistens den Ball recht flach, wie Demo schon oben sagte: gibt sich bedeckt (oder so ähnlich ;-)

Zitat
Ich denke, wir sind uns in der Sache völlig einig und eiern nur bei der Wortwahl etwas.


Ja, das denke ich auch :-)


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#11

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 24.12.2012 21:28
von Whiskey | 57 Beiträge

Welcome!

Zitat
Und es ist doch klar, daß "Stärke" ein relativer Begriff ist. Ein guter Friseur muß kein guter Plätzchenbäcker sein. Und ein guter Kickboxer kein guter Straßenkämpfer, wie Du schreibst. Und? Deshalb kann der Kickboxer ja einen Selbstverteidigungskurs machen statt rumzujammern.



Der Kickboxer wird trotzdem seinen Regeln unterlegen sein!
Trotzalledem sollte es Im Kampfsport um mehr als nur dem Gesetz des Stärkeren gehen!
Daelach hat da schon einen guten Ansatz gebracht.

Ich persönlich glaube kaum, dass man allein durch Sympathie mit dem Gesetz des Stärkeren ein Satanist wird.


zuletzt bearbeitet 24.12.2012 21:28 | nach oben springen

#12

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 25.12.2012 00:28
von RAFA | 1.174 Beiträge

Das stimmt allerdings: das alles sind bloß Attribute und sie machen noch keinen Satanisten. Aber dann wären wir wieder beim alten Gestreite zu dem Thema "was ist Satanismus?" - wollen wir?


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#13

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 25.12.2012 00:54
von Goyhem | 62 Beiträge

Hey, Si.., äh Dem... äh Kampfgeist Tja, eigentlich wurde der Spaß ja gerade erst recht tiefgehend ausdiskutiert, da braucht man doch jetzt nicht wieder bei Null mit Friseurargumentation starten, oder? Ist aber auch eine bequeme Sache, sich immer im Kreis zu drehen und die altbewährte Methode zu nutzen, wieder (oh Wunder) bei Null zu beginnen, indem genau dann, wenn Sicarius oder Demogorgon aus der Reserve gelockt wurde, hier eine neue Rolle kreiert. Wenn man aber schon einen auf Elaboriert machen möchte, sollte man wenigstens versuchen, nicht nur die "Hintergrundgeschichte" der neuen Rolle zu ändern, sondern auch einmal die sprachliche Struktur etwas zu variieren und die Selbstgespräche nicht so offensichtlich aufgesetzt daherkommen zu lassen. Und vor allem fällt es etwas auf, wenn der "Neue" genau dann auftritt, wenn Si-, äh Demogorgon seine Argumentation nicht im Scheuklappenmodus weiterführen kann, weil sie so zu sagen auf einer Metaebene entkräftet wurde, statt persönliche Glaubenspräferenzen zu erörtern. Und du willst mir jetzt sagen, dass du deine Frisur nicht im Rahmen judäo-christlicher Kulturkreise wählst und statt dessen wie Pierre Vogel rumlaufen willst?

Jetzt kommt vielleicht noch so ein Ich-weiß-nicht-wovon-du-redest-Zeugs oder woher-willst-du-das-wissen(gewürzt mit viel subtiler Angriffslust), ja mei, dann fahrt die Schiene weiter und wundert euch, warum selbst ich hier schon so genervt wie Xarvic und SK reagiere, oder verdrängt es direkt wieder und Sicarius (Wo ist der Kerl eigentlich so lange abgeblieben?), erstell doch noch ein paar weitere Accounts, belies dich vielseitig und lass sie leicht unterschiedliche Positionen einnehmen, so kommt wieder Leben in die Bude. Und die Administration kann ja weiter fein mitspielen

Und RAFA:

Zitat
Sicherlich ist es erfreulich, wenn sich die anderen MIR anpassen, statt ich ihnen, aber die Anpasserei betrifft ja nicht nur den Sozialbereich.



Warum sollte man sich mit Leuten umgeben, die nicht für sich selbst stehen können, wenn man doch so ein starker Charakter ist? Im Grunde läuft das Ganze auf Autosuggestion hinaus - Unter den Blinden ist der Einäugige König. Ich habe dieses Phänomen meist eher bei jungen Frauen erlebt, die sich mit den läppischsten jasagenden Betas umgeben, um möglichst gut dazustehen und sich selbst einreden zu können, niemand könne ihnen was. Lustiger Weise werden genau die außerhalb ihres "Macht"-Bereichs eher belächelt, wenn nicht sogar hart ausgelacht und werden ganz kleinlaut und schalten auf noch intensivierteren Scheuklappenmodus, wenn man sie direkt auf ihre Dummdreistigkeit anspricht oder gar angreift.

Zitat
Das wundert mich auch. Über derartige gesellschaftskonforme Weicheiernummern sollte man eigentlich als Satanist drüber sein.



Na welch ein Zufall, dass kurz vorher von SK etwas zu gesellschaftskonformer, moralischer Apologetik geschrieben wurde und man nicht einmal tendenziös dazu bereit ist, darauf einzugehen. Statt dessen wird immer wieder dieselbe Leier durchgekaut und ich kann einfach kein Vorankommen feststellen. Immer neue infantile Rechtfertigungen für das eigene, egozentrierte, festgefahrene Weltbild(=Glauben). Immer nur die alternative Herangehensweise diskreditieren und in Frage stellen, ohne haltbare Gegenargumente zu liefern und dann noch genau die Keule schwingen, die man bei Christen, Staatsinstanzen und dergleichen angeblich so verabscheut: SK einfach in eine Schublade mit irgend einer Glaubensrichtung oder Diagnose zu stecken. So in der Art läuft das hier seit ich mich in dem Forum angemeldet habe. Und nun sage auch ich es: Bekommt eigentlich jemand von euch mit, wie tief dieses Forum schon den Bach runtergegangen ist? Schaut euch doch mal den Großteil der Beiträge von Neulingen an. Emovivi oder was weiß ich alles.

Zitat

Gemeinsam und gegenseitig erklärt ihr euch diese Welt
So lange, bis es passt, dreht ihr euch um euch selbst
Diese Studie lügt nicht - so viel nicht zu wissen
Bedeutet Applaus im Hörsaal, dem Dekan aufs Pult geschissen

Verlierer, Verlierer
Ruby Light and Dark
Von hier bis zum Ende
Ruby Light and Dark
Tu, was wir sagen
..



Zitat: Broilers - Ruby Light and Dark

Und ganz im Ernst, ist es verwunderlich, dass mir die Lust fehlt, hier gut strukturiert, sachlich und gehaltvoll zu diskutieren?


zuletzt bearbeitet 25.12.2012 00:56 | nach oben springen

#14

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 25.12.2012 01:20
von RAFA | 1.174 Beiträge

Zitat
ufall, dass kurz vorher von SK etwas zu gesellschaftskonformer, moralischer Apologetik geschrieben wurde


Sorry, aber die ellenlangen Pamphlete von SK lese ich schon seit Monaten nicht mehr.

Zitat
SK einfach in eine Schublade mit irgend einer Glaubensrichtung oder Diagnose zu stecken


Ähm ... du missverstehst hier etwas, nämlich: SK ist mir völlig wurscht. Ich möchte ihn auch nicht weiters zum Thema machen, weil er ist mir wirklich wurscht.

Zitat
en, ohne haltbare Gegenargumente zu liefern


Wieso keine "Gegenargumente"? Ich habe doch klar dargestellt, dass auch Freundschaft, Nächstenliebe und der ganze Sums eine logische Folgerung des Egos ist und Sozialdarwinismus in Reinkultur. Was für ein Argument vermisst du?


www.RAFA.at - guckstu auch in meinen Blog: www.RAFAmania.de

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#15

RE: Kampfgeist sagt hallo

in philosophischer Satanismus 25.12.2012 01:35
von Daelach | 1.211 Beiträge

Zitat von Kampfgeist
Widersprechen sich diese beiden Aussagen nicht?



Nein, weil sie nicht auf derselben Ebene liegen, weswegen die Paradoxie nur eine scheinbare ist.

Zitat
Wer wird denn wohl allein sein - der schlechte Friseur oder der gute?



Der schlechte Friseur wird beruflich wohl weniger erfolgreich sein, zumindestals Friseur. Aber wenn Du Deine Freunde danach auswählst, ob sie beruflichen Erfolg haben, wählst Du wohl nach Gesichtspunkten, die ich für unbedeutend halte.

Davon ab hat in unserer Gesellschaft Leistung nichts mit Erfolg zu tun. Typen wie Leo Apotheker fliegen bei SAP raus, dann ruiniert er HP, und allein mit den Abfindungen fürs Versagen macht er mehr Geld, als andere, sauber arbeitende Leute in ihrem ganzen Leben machen. Leistung und Einkommen haben miteinander nichts zu tun. Das suggeriert man nur den Leuten, so als Möhre, die man dem Esel vorhält. Hohes Einkommen hat wesentlich mehr mit Korruption und Vetternwirtschaft zu tun. Das kann man natürlich auch als individuelle Leistung ausgeben, hat allerdings den kleinen Nachteil, daß es geradezu das Gegenteil einer Meritokratie wird. Daß das langfristig nicht tragfähig ist, ist in einer Gesellschaft aber egal, in der ohnehin nur noch das Ergebnis des nächsten Quartals wichtig ist. Dementsprechend sehe ich auch die mittelfristigen Überlebensaussichten unserer Zivilisation.

Vielleicht erkennen Sozialdarwinisten DANN, daß sie munter an dem Ast gesägt haben, auf dem wir alle sitzen. Wahrscheinlich aber sind sie auch dann noch zu dumm für diesen Schluß und werden, wie üblich, Erfolge auf ihre "Leistung" zurückführen - obwohl der statistisch wichtigste Faktor für das eigene Einkommen das Einkommen der Eltern ist, was man auch als Kastengesellschaft interpretieren kann. Es ist ein Hohn, die Zugehörigkeit zur richtigen Kaste auch noch als eigene Leistung auszugeben.

Und ganz abgesehen davon, in EINEM muß ich SK tatsächlich mal zustimmen, sofern ich ihn daingehend richtig verstanden habe. Wieso strebt man denn nach viel Geld? Reicher wird man dadurch auch nicht, weil die Ausgaben stets bis an die Grenzen der Einnahmen wachsen. Wenn man sich den Audi A8 leisten kann, wird man jammern, daß einem der Hubschrauber fehlt, und sobald man den hat, fehlt der private Flugzeugträger.. und selbst wenn man die ganze Welt hätte, würde man sich grämen, mangels entsprechender Raumfahrttechnik nicht auch noch den Mond, die übrigen Planeten, die ganze Galaxie, das ganze Universum zu besitzen. Und selbst wenn man auch DAS hätte, würde einen gramen, daß man ins Universum eingesperrt ist. Die Gier kennt keine Grenze und ist, egal wieviel man hat, nie zufrieden. Deswegen macht mehr Besitz nicht glücklicher. Egal wie hoch der Thron ist, auf dem man sitzt, man sitzt schlußendlich ganz banal auf seinem eigenen Arsch.

Dies zu glauben, daß mehr Besitz glücklicher mache, ist genau eine der materialistische Gehirnwäschen, die man als "ich konsumiere, also bin ich" paraphrasieren könnte. Oder, wie Laotse schon vor 2500 Jahren anmerkte, wem genug nicht genug ist, dem ist nichts genug.

Denn wieviel man auch zusammenrafft und an was für sonstwie tolle Orte man flüchtet, man kann nicht vor sich selbst fliehen. Sofern man dies tun muß und deswegen sich dafür anstrengt, ist es aussichtslos, und sofern man es nicht muß, hat man keinen Grund, das überhaupt zu tun.

Es ist ein schlechter Witz, sich in dieses ultimativ aussichtslose rat race einzulassen und sich dann bei einem Spiel, das man nicht gewinnen kann, weil es nicht gewinnbar IST, einzureden, man gehöre zu den Gewinnern. Spieltheoretisch ist die einzige Art, ein Spiel zu gewinnen, bei dem man nur verlieren kann, nicht daran teilzunehmen.

Mir für meinen Teil ist es vollkommen Latte, ob Leute, die an ihrer eigenen Gier ersticken, mich nun für wertlos halten, weil ich keinen Audi A8 fahre. Ich genieße es aber jedesmal, wenn ich mit meinem alten Hollandrad durch die Gegend gurke. Erstens, weil es mir aus sich heraus Freude bereitet. Zweitens, weil es nebenbei auch noch als Filter wirkt und all die abstößt, die nach Maßstäben denken wie "nur wer ein fettes Auto fährt und viel Kohle hat, ist was wert".

Es würde mich nichtmal interessieren, was die Gierfraktion mit ihrem narzißtischen Machtwahn anrichtet, wenn es nicht letztlich unser aller Grundlage vernichten würde.

Ich halte mich lieber an Menschen, die mich nicht dafür schätzen, was ich habe, sondern dafür, was ich denke. Und während ich die, die mich dafür ablehnen, was ich nicht habe, nur verachten kann, kann ich die, welche mich dafür ablehnen, was ich denke, wenigstens in gewisser Weise ernstnehmen.


~ a star is nothingness disguised as light ~

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