#16

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 06:19
von Sicarius | 214 Beiträge

Deine plumpen Provozierungsversuche erheitern mich, lassen sie doch reichlich Rückschlüsse auf die verbitterte Person hinter dem Monitor zu. Du hast dich die letzten Jahre so gut wie komplett von der Außenwelt isoliert, was doch recht eindeutige Spuren in deinem geistigen Zustand hinterlassen hat. Abgesehen davon, dass du dich für die Inkarnation einer Sagengestalt hältst, ist vor allem eines offensichtlich: Du kannst nicht verlieren. Denn in deiner Traumwelt, die du dir einsam und alleine in deinem Keller geschaffen hast, bist du jemand der die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Und wenn dann jemand kommt, der dich in deine Schranken weist, versuchst du die Realität so zu verbiegen, dass du wieder im Recht bist und wirst dazu noch zu einem kleinen Wüterich. Allein wie lächerlich es von dir ist wieder mit der Churchill Geschichte anzukommen, als würde das irgendwie etwas zu der Diskussion beitragen... Sei lieber froh, dass ich dir einen Vorwand geliefert habe, damit du kurz die Sache googlen kannst um dich als besonders gebildet profilieren zu können. Wenn mein Zitat wenigstens im großen und ganzen inhaltlich falsch gewesen wäre... Kleinere Abweichungen ergeben sich halt, wenn man aus dem Gedächtnis zitiert, was man vor Jahren einmal aufgeschnappt hat. Nach diesem kleinen Exkurs nun wieder zurück zum Thema:
Deine Versuche den Atheismus umzudefinieren, nur damit deine ganzen ellenlangen Ausführungen hier einen Sinn ergeben: Total erbärmlich.

Zitat
Selbstverständlich ist Atheismus ein Glaubenskonstrukt


Und da liegst du nunmal komplett daneben, warum das so ist, erkläre ich dir gleich.
Wie übrigens auch hier:

Zitat
Es ist somit gar nicht möglich, von einer Absenz dieses Glaubens zu sprechen, da er in der Primärsozialistion, Konditionierung und kulturellen Identität bereits verankert IST, bevor der Atheist ihn NICHT haben kann.


Diese Aussage ist irrelevant. Es mag zwar nicht möglich sein davon zu SPRECHEN aber du machst den Fehler daraus zu folgern, dass demnach die Absenz des Glaubens NICHT VORHANDEN wäre. Das Fehlen dieses Glaubens ist aber der Urzustand einer jeden Lebensforum und in seiner Essenz laut Definition: DER ATHEISMUS.

Um nur mal ein paar Beispiele zu nennen, die dir verdeutlichen, dass du mit deinem Verständnis von Atheismus als Glaubenskonstrukt vollkommen falsch liegst:
George Smith, Autor des Buches "Atheism: The Case Against God" sagte:

Zitat
Atheism, properly considered [hier scheitert es ja leider bei dir], is simply the absence or lack of theistic belief. In other words, to the question, "Do you believe in God?", if you answer, "No," for whatever reason, you are an atheist."


und schrieb in eben jenem Buch

Zitat
Atheism in its basic form is not a belief: it is the absence of belief. An atheist is not primarily a person who believes that god does not exist; rather, he does not believe in the existence of a god.


Du verstehst den Unterschied, das weiß ich, aber du weigerst dich ihn anzuerkennen, da du dich einfach nur komplett verrannt hast und du dir niemals eingestehen würdest, mich die ganze Zeit zu unrecht beschimpft zu haben.
Gordon Stein schreibt in seiner "Anthology of Atheism and Rationalism" und ich würde dir empfehlen, dieses Zitat wenn nötig so lange als Mantra aufzusagen, bis es in deinen verbohrten Schädel gelandet ist:

Zitat
The average theologian (there are exceptions, of course) uses 'atheist' to mean a person who denies the existence of a God. Even an atheist would agree that some atheists (a small minority) would fit this definition. However, most atheists would stongly dispute the adequacy of this definition. Rather, they would hold that an atheist is a person without a belief in God. The distinction is small but important. Denying something means that you have knowledge of what it is that you are being asked to affirm, but that you have rejected that particular concept. To be without a belief in God merely means that the term 'god' has no importance or possibly no meaning to you. Belief in God is not a factor in your life. Surely this is quite different from denying the existence of God. Atheism is not a belief as such. It is the lack of belief.



Dan Barker schreibt in seinem Buch "Losing Faith in Faith: From Preacher to Atheist":

Zitat
It turns out that the word atheism means much less than I had thought. It is merely the lack of theism [...] Basic atheism is not a belief. It is the lack of belief. There is a difference between believing there is no god and not believing there is a god — both are atheistic, though popular usage has ignored the latter [...].



Valerii A Kuvakin schreibt:

Zitat
Atheism ... goes back to the Ancient Greek (a — a negative prefix, theos — god), evidencing the antiquity of the outlook of those who saw no presence of God (or gods) in their everyday lives, or who even denied the very existence of God (or gods). There are different types of atheism, but atheism in one form or another has existed in every civilization.

[T]he concept "atheist" partially coincides with such notions as "skeptic," "agnostic," and "rationalist" and it borders with such notions as "anticlerical," "God fighter" (theomachist), and "God abuser" (blasphemer).

It is wrong to identify an atheist as one who denies God, though this is what opponents of atheism usually claim. If such people exist, it would probably be more correct to call them the "verbal" murderers of God, for the prefix a- means denying as elimination. ... I would like to stress that the prefix a- does not necessarily mean rejection. It can mean "absence of." For example, "apathy" means "absence of passion." Thus, the concept "atheist" does not necessarily mean nihilism.



Natürlich liegen deiner Meinung nach alle diese Experten auf dem Gebiet des Atheismus falsch, denn so ein Möchtegern wie du hat die Wahrheit ja gepachtet.

[quote]Der Beantwortung meiner Frage, welche anderen Argumente Du für den Atheismus abgesehen von naturwissenschaftlichen hast, bist Du ja bereits ausgewichen.[/qoute]

Abgesehen davon, dass der Atheismus keine Aussage trifft, sondern lediglich der Mangel an Glauben an Gottheiten ist, muss derjenige, der etwas behauptet, auch den Beweis dafür erbringen. In diesem Fall wären das die Leute, die an Gott oder Götter glauben. Die Geschichte von Russel's Teapot kennst du ja mit Sicherheit.
Außerdem gibt es mehr als nur einen guten Grund, abgesehen davon, dass die Existenz eines Gottes in naturwissenschaftlichen Erklärungen keine Rolle spielt, nämlich:
Es gibt viele Religionen, die fast alle einen absoluten Wahrheitsanspruch haben (so ähnlich wie du). Woraus folgt, dass nicht alle richtig sein können, wohl aber alle falsch. Desweiteren gibt es einen evolutionsbiologischen Vorteil für Menschen mit Glauben, siehe Placebo Effekt. Wer glaubt, dass der Schamane die heilenden Kräfte des Gottes Onkubawa beschwört, gesundet tatsächlich eher, als jemand der den Hokus Pokus durchschaut.

Ich hoffe du gehst gleich ins Bett und hast das Konzept des Atheismus endlich verstanden. Ich jedenfalls habe allen Grund mich jetzt auf meinen Lorbeeren auszuruhen und ins süße Land der Träume zu gleiten. Bussi.

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#17

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 07:30
von System-Karzinom (gelöscht)
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@Sicarius:

Zitat
Deine plumpen Provozierungsversuche erheitern mich ...



Ich reagiere auf Dich, wie Du mir entgegen trittst. Lies mal Deine letzten Beiträge, die vor Arroganz und Dummdreistigkeit strotzen. Das mache ich nicht einmal, um Dich zu beleidigen, sondern Dich zu motivieren, über das Geschriebene nachzudenken.

Zitat
... lassen sie doch reichlich Rückschlüsse auf die verbitterte Person hinter dem Monitor zu.



Diese Rückschlüsse sind mir nicht fremd. Sie werden zumeist gezogen, wenn ein Glaubenskonstrukt zu wanken beginnt. Es schmerzt, seinen Glauben demontiert zu sehen. Das weiß ich durchaus.

Zitat
... was doch recht eindeutige Spuren in deinem geistigen Zustand hinterlassen hat.



Was hat denn das mit meiner Argumentation und meinem Modell zu tun? Wenn man den Berg nicht erklettern kann, sprengt man einfach sein Fundament, bis der Gipfel auf Augenhöhe ist, oder was?

Zitat
Abgesehen davon, dass du dich für die Inkarnation einer Sagengestalt hältst ...



Nein. Lerne lesen und unabhängig denken.

Zitat
Du kannst nicht verlieren.



Doch, wenn es tatsächlich der Fall ist. Mir geht es hier aber auch gar nicht um Gewinn oder Verlust. Warum stellst Du Dir diese Fragen? Was verlierst Du? Deinen Glauben? Dann ist der Weg frei für neue Ideen.

Zitat
Und wenn dann jemand kommt, der dich in deine Schranken weist, versuchst du die Realität so zu verbiegen, dass du wieder im Recht bist und wirst dazu noch zu einem kleinen Wüterich.



Sicarius, mal ehrlich: Lies mal den Verlauf der Diskussion. Du wirst Dir nicht ernsthaft einreden wollen, mich in die Schranken gewiesen zu haben.

Zitat
Allein wie lächerlich es von dir ist wieder mit der Churchill Geschichte anzukommen, als würde das irgendwie etwas zu der Diskussion beitragen...



So viel oder wenig wie Dein Exkurs durch meine Persönlichkeitsstruktur, der aber wohl nicht stattgefunden hätte, wenn ich es NICHT erwähnt hätte.

Zitat
Sei lieber froh, dass ich dir einen Vorwand geliefert habe, damit du kurz die Sache googlen kannst um dich als besonders gebildet profilieren zu können.



Das ist nicht nötig. Ich denke, meine Kompetenz in etlichen Beiträgen durchaus bezeugt zu haben, wwas bei Dir noch aussteht.

Zitat
Wenn mein Zitat wenigstens im großen und ganzen inhaltlich falsch gewesen wäre...



Es war komplett falsch. Aber reg Dich ruhig weiter auf.

Zitat
Deine Versuche den Atheismus umzudefinieren, nur damit deine ganzen ellenlangen Ausführungen hier einen Sinn ergeben: Total erbärmlich.



Die Definition es Atheismus kann keine fixe sein, wenn sie von unabhängiger Seite analysiert wird. Ansonsten dürftest Du auch den theistischen Glauben anhand seiner Selbstpräsentation nicht kritisieren. Ich dachte, es gibt kein Dogma im Atheismus ... ?!?

Zitat
Diese Aussage ist irrelevant. Es mag zwar nicht möglich sein davon zu SPRECHEN aber du machst den Fehler daraus zu folgern, dass demnach die Absenz des Glaubens NICHT VORHANDEN wäre. Das Fehlen dieses Glaubens ist aber der Urzustand einer jeden Lebensforum und in seiner Essenz laut Definition: DER ATHEISMUS.



Nein, denn Atheismus ist ein konstruiertes Modell und kann von daher kein "Urzustand" sein. Um es noch einfacher für Dich zu formulieren: Die absolute Absenz des Theismus könntest Du gar nicht feststellen in einer Kultur, die derart durch den abrahamitischen Monotheismus geprägt ist wie unsere. Du kannst Dich davon befreien oder die Idee haben, daß die Absenz eines theistischen Glaubens "Urzustand" gewesen sein könnte, aber anhand welcher Erfahrungswerte oder Daten soll das bitte zu belegen sein?
Und da Du rein gar nichts über mich begriffen hast: Ich teile den Basisgedanken der Absenz des Theismus doch mit Dir. Aber durch den Atheismus drückt er sich wiederum in einem Glaubenskonstrukt aus, das ohne Theismus selbst dann nicht funktioniert, wenn der einzelne Atheist tatsächlich von der Absenz des Glaubens sprechen und diese belegen könnte.

Du verwechselst hier geflissentlich den nicht unmittelbar indoktriniertten bzw. konditionierten Geist des Menschen mit dem eines bereits mit den Aussagen des Theismus bekannt gemachten. Und dabei fixierst Du Dich auf einen modernen abendländisch geprägten Kontext, der selbstverständlich dualistisch durch den abrahamitischen Kontext geprägt ist. Wäre es nicht so, würde man die Absenz des Götterglaubens nicht einmal denken.

Zitat
Atheism in its basic form is not a belief: it is the absence of belief. An atheist is not primarily a person who believes that god does not exist; rather, he does not believe in the existence of a god.



Jup, habe ich alles oben bereits seziert und analysiert. Du verstehst nicht, daß die vermeintliche Absenz des Glaubens SELBST bereits geglaubt werden muß, denn ansonsten würde der Mensch diese Option gar nicht denken können. Wie willst Du bitte die Absenz des Götterglaubens belegen? Du kannst nur sagen, Du glaubst nicht an Götter. Da Du aber eine Aussage ÜBER Götter machst, von denen Du nichts wissen könntest, wenn Dir die andere Option nicht zumindest geläufig wäre, beantwortest Du eine Frage, die sich NICHT stellen würde, wenn die absolute Absenz des Götterglaubens niemals durch den theistischen Gedanken "beschmutzt" worden wäre. Somit glaubst Du an die Absenz des Götterglaubens, die spätestens dann nicht gegeben ist, wenn Du mit anderen Menschen darüber zu diskutieren beginnst (von Deinem eigenen Unterbewußtsein nicht zu reden, denn warum muß ich den Atheismus als Nichtglauben vehement verteidigen, wenn ich dabei wie des Nachbars Besen abgehe?). Du kannst also nicht wirklich behaupten, der Glaube an Götter sei Dir fremd, denn in unserer Kultur ist das im Grunde nicht möglich.

Zitat
Du verstehst den Unterschied, das weiß ich, aber du weigerst dich ihn anzuerkennen, da du dich einfach nur komplett verrannt hast und du dir niemals eingestehen würdest, mich die ganze Zeit zu unrecht beschimpft zu haben.



Hätte ich das, würde ich es eingestehen. Ich habe mich hier im Thema bsplw. selbst gerügt, weil ich Szientizismus andauernd falsch geschrieben habe. So viel selbstkritische Distanz solltest Du mir zutrauen dürfen. Dieser Unterschied ist nun einmal konstruiert; ich kann es nicht ändern.

Zitat
.... dieses Zitat wenn nötig so lange als Mantra aufzusagen, bis es in deinen verbohrten Schädel g



Sicarius, liest Du Deine eigenen "undogmatischen" Posts eigentlich? Weia ...

Zitat
To be without a belief in God merely means that the term 'god' has no importance or possibly no meaning to you. Belief in God is not a factor in your life. Surely this is quite different from denying the existence of God. Atheism is not a belief as such. It is the lack of belief.



Kann es - wie gesagt - nicht sein, weil Du es erstens nicht in unserer Kultur einwandfrei würdest unterscheiden können, und zweitens, weil die Absenz des Götterglaubens nicht ohne das Gegenteil postuliert werden kann. Wie sonst kommt man auf die Idee, einen Glauben kategorisch auszuschließen, den man ohne theistischen Basisgedanken nicht kennen würde?

Zitat
Dan Barker schreibt in seinem Buch "Losing Faith in Faith: From Preacher to Atheist"



Jup, der Kontextwechsel. Gibt Dir das nicht zu denken? Aber folgendes Zitat mal exemplarisch für meine Einwände:

Zitat
... for the prefix a- means denying as elimination. ... I would like to stress that the prefix a- does not necessarily mean rejection. It can mean "absence of." For example, "apathy" means "absence of passion." Thus, the concept "atheist" does not necessarily mean nihilism.



Das hätte er gerne, wie er schreibt, aber wie gesagt ist eine Absenz des Theismus im theistischen Umfeld gar nicht möglich, weil der Theismus schon existiert und gedacht wird. Wenn ich irgendwo völlig unbedarft im Wald wohne, könnte es zutreffen, aber so ist es idealisierte Verklärung des Glaubenskonstrukts.

Zitat
Natürlich liegen deiner Meinung nach alle diese Experten auf dem Gebiet des Atheismus falsch, denn so ein Möchtegern wie du hat die Wahrheit ja gepachtet.



Wie kommst Du eigentlich auf Möchtegern oder Wahrheit? Ist Dir die Verteidigung Deines blinden Glaubens derart wichtig, mich hier nur noch in Deine Schublade hinein stopfen zu wollen?

Zitat
Abgesehen davon, dass der Atheismus keine Aussage trifft, sondern lediglich der Mangel an Glauben an Gottheiten ist, muss derjenige, der etwas behauptet, auch den Beweis dafür erbringen. In diesem Fall wären das die Leute, die an Gott oder Götter glauben.



Der Atheismus macht die Aussage, die Absenz theistischen Glaubens sei ihm immanent, wenn er sich äußert (simpelste Logik). Wo ist der Beweis für diese Behauptung? Und wie ich in meinem Modell bereits darstellte, funktioniert der Atheismus ausschließlich innerhalb der gesetzten Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der Axiome, die er dennoch zwangsläufig dem Theismus entlehnen muß, wenn er ihn zu wideregen versucht. In einer öffentlichen Diskussion ist zunächst das auch von Interesse, weil es nicht überzeugend sein kann und geglaubt werden MUSS, wie ich Dir Deine Aussage der Absenz des Glaubens würde glauben MÜSSEN, weil Du den Atheismus zwar als Nichtglauben verkaufen willst, ihn aber mit dogmatisch fixierten Glaubenskonstrukten verteidigst (hier die Behauptung der absoluten Absenz des theistischen Glaubens usw.).

Zitat
Es gibt viele Religionen, die fast alle einen absoluten Wahrheitsanspruch haben (so ähnlich wie du).



Den Wahrheitsanspruch hier vertrittst Du, oder wie nennt sich Deiner Meinung nach mein Modell in diesem Thema? Ich habe Dir von Beginn an gesagt, daß es keinen Anspruch auf absolute Wahrheit geben kann, auch nicht im Atheismus.

Und dann der Beweis, daß Du den Atheismus ohne naturwissenschaftliche Argumente eben nicht begründen kannst, obwohl Du das immer wieder behauptet hast:

Zitat
... evolutionsbiologischen Vorteil ... Placebo Effekt ...



Zitat
Wer glaubt, dass der Schamane die heilenden Kräfte des Gottes Onkubawa beschwört, gesundet tatsächlich eher, als jemand der den Hokus Pokus durchschaut.



Was Du nicht sagst. Warum denn eigentlich? Die unkommentierte Erwähnung des Placebo-Effekts lagert nur wieder die Erklärungsnot aus. Es IST halt so, nicht wahr?

Zitat
Ich hoffe du gehst gleich ins Bett und hast das Konzept des Atheismus endlich verstanden.



Noch einmal: Hätte ich es nicht verstanden, hätte ich es nicht demontieren können.

Zitat
Ich jedenfalls habe allen Grund mich jetzt auf meinen Lorbeeren auszuruhen ...



Auch daran wirst Du glauben müssen, denn mehr als heiße Luft kam auch dieses Mal nicht von Dir.




Befreiungsschlag-Netzpräsenz

zuletzt bearbeitet 18.01.2011 07:37 | nach oben springen

#18

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 12:06
von guy_inkognito | 102 Beiträge

Wenn ich mal ganz ehrlich bin, habe ich mir früher um so etwas mehr Gedanken gemacht als heute, nicht weil ich das Interesse daran verloren hätte sondern weil mich eben andere Sachen mehr interessieren als irgendeine Gottheit die eventuell nicht existiert.

Hier sieht man es schon, ich beantworte das Ganze mit einem Vielleicht und nicht mir Ja oder Nein, denn woher soll ich das Wissen besitzen einfach mal zu sagen "Es gibt IHN/SIE oder nicht" ?
Also mache ich mir darum erstmal keine Gedanken mehr, zur Zeit reizt mich Völkerkunde/Anthropologie sowieso mehr als alles Andere. ;-)

Fakt ist allerdings das es ohne Theismus keinen Atheismus geben kann, wie soll ich etwas negieren das nicht existiert? Erst erschaffen dann verneinen? Das ist doch wie dem kleinen Kind einen Bonbon zuwerfen nur um ihn zu klauen.

An dieser Stelle gleich mal zur Völkerkunde, verzeiht mir :)
Ich lese ja gerade das Buch von Daniel Everett welches seine Erfahrungen mit den Piraha Indianern darbietet, kennt jemand von euch noch solche Bücher? Ein Mann einer Kultur lebt bei einem eingeborenen Stamm um diese zu erforschen um es dann penibel und spannend aufzuschreiben? Will dafür kein Extrathema eröffenen.

freundliche Grüße, der guy

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#19

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 14:04
von Xarvic | 533 Beiträge

Zu Sicarius:

Ich stelle das ganze mal etwas strukturierter dar, um den Sachverhalt etwas deutlicher zu gestalten:

Zitat
Mensch bei Geburt, vor Indoktrination und erstem Kontakt mit irgendwelchem Theismus (Urzustand; Sicarius: Atheist)

V Indoktrination des Theismus V

Mensch erhält Idee "Theismus" mit Ableger "Monotheismus", nimmt diese entweder an und wird zum (Mono)Theist, oder lehnt diese ab und wird Atheist. Dieser "Antitheismus" im Atheismus ist vorhanden:

Zitat
The average theologian (there are exceptions, of course) uses 'atheist' to mean a person who denies the existence of a God. Even an atheist would agree that some atheists (a small minority) would fit this definition.


Meist tritt nun dieser Fall ein:
Indoktrinierter Mensch lehnt Monotheismus ab, meist auch sämtliche andere Formen des Theismus, als Folgereaktion der Empörung über das religiöse Gewerbe der monotheistischen Religionen

V Ablehnen des (Mono)Theismus V

Antitheist, welcher sich gegen den Theismus ausspricht

Jetzt meinst du, Sicarius, dass dieses geschehe:
V Zeit, Denken, was auch immer, führt dazu, dass die Idee des Theismus aus seinem Gehirn verschwindet und nicht weiter auftaucht V

Atheist, ohne jegliche Form des Glaubens oder Antiglaubens an Götter, FREI vom Glauben, nichgläubig.




Was S-K dir immer wieder zu vermitteln versuchte, und worin ich ihm auch zustimme, ist, dass das, was du als Atheist verstehst, eine idealisierte Vorstellung der Atheisten von sich selbst ist, nach dem Motto: "Wir glauben nicht nur nicht, sondern wir kennen gar keinen Glauben mehr". Diese Aussage mag inhaltlich auf gewisse Menschen durchaus zutreffen, aber bei aller Liebe doch nicht bei Atheisten, welche sich als solche bezeichnen und einerseits behaupten, sie besäßen keinen Glauben, andererseits jedoch ständig mit ihrer eigenen Weltanschauung und Argumentation um zentrale Elemente und "Axiome" der (mono)theistischen Weltansicht kreiseln.

Wenn man sich dessen mal bewusst wird, ist es leicht zu erkennen, dass diese Gruppe von Atheisten tatsächlich ein Haufen verblendeter Narren ist, die sich einbilden, so ungläubig zu sein, dass sie schon gar nicht mehr wissen, was Glaube überhaupt ist, aber nicht merken, dass sie sich nur in eine suggestive Form des Antitheismus gesteigert haben, welcher auch als Atheismus bekannt ist. Wenn du nicht glaubst, dann haben Gott, Glaube, auf geistiger Ebene auch Bibel und Kirche, keinerlei Einfluss auf deine Gedanken, weil sie dir egal SIND und nicht, weil du sie für egal HÄLST. Das hatte ich schon mit meinem anderen Beispiel beschrieben, in dem es darum ging, wann etwas tatsächlich egal ist und wann man nur so tut, als sei etwas egal. Eben dieses Verhalten findet sich in ähnlicher Form hier auch.

Was S-K jetzt meinte, war folgendes:

Zitat
Selbstverständlich ist Atheismus ein Glaubenskonstrukt. Der Atheist wird seinen Nichtglauben an einen "Gott" nur mit der Phrase begründen können, er glaube nicht daran, weil die Naturwissenschaft etwas anderes indiziert (siehe den Suppenkasper Richard Dawkins). Wenn ein Atheist DAS aber ausdrückt, befindet er sich im "Entweder ... oder ... "-Dualismus, der Resultat der abrahamitischen Prägung ist, denn de facto steht die Frage nach Glaube oder Nichtglaube nur dann im Raum, wenn ich mich auf den jeweiligen Kontext des Glaubenskonsztrukts einlasse, um es sozusagen "von innen heraus" anhand seiner eigenen Axiome zu widerlegen (indem ich argumentiere, der Glaube an "Gott" sei nicht schlüssig, weil ... ), was aber überflüssig ist, wenn ich mich mit den Theisten erst gar nicht in ihr kontextuales Boot setze bzw. ihre willkürlichen Setzungen nicht als zwingend logisch erachte.

Um diese atheistische Position verteidigen zu können, benötige ich als Antithese eine Metatheorie wie bsplw. den objektiven Realismus, dessen Axiome aber wiederum nur innerhalb dessen Kontextes funktionieren können (und im Meta-Kontext des Dualismus). Auch sämtliche unter den Realismus zu subsummierende Theorien basieren auf der Annahme von Wahrscheinlichkeiten (Urknall, Makroevolution usw.), sind aber selbst innerhalb des Kontextes nicht evident. Man kann sie nach dem Wahrscheinlichkeitsprinzip favorisieren, es ist aber nicht zwingend, das zu tun.
Außerhalb des Kontextes funktionieren diese Theorien auf eine unbekannte Größenordnung übertragen somit erst recht so wenig, wie es der abrahamitische Monotheismus bzw. seine Axiome tun.

Wenn ich also innerhalb eines Meta-Kontextes innerhalb zweier weiterer Kontexte (Theismus vs. Atheismus) aufgrund der gesetzten Richtigkeit des einen auf die Unrichtigkeit des anderen schließe, dann preferiere ich eines der Modell innerhalb des Kontextes aufgrund willkürlicher Erwägungen ( = weil es mir besser gefällt oder wahrscheinlicher scheint). Was soll das denn bitte sein, wenn NICHT ein Glaubensbekenntnis?


....


Um eine Theorie überhaupt erst aufstellen zu können, sind Daten notwendig, anhand derer Axiome der jeweiligen Theorie erst einmal fixiert werden können, oder etwa nicht? Nun wirst Du einwenden, daß diese Daten auf Messungen beruhen und ich sage Dir, daß sie auf der Interpretation von Messergebnissen beruhen, was Du indirekt mit Deinen vorherigen Äußerungen auch bestätigt hast.
Also wirst Du diese Interpretation willkürlich preferieren müssen, denn beweisbar ist sie nicht.

Kommen wir noch einmal zu dem Punkt, warum dieser "Entweder ... oder ... "-Dualismus nun durch den abrahamitischen Kontext geprägt ist.
Warum (WARUM!!!) sollte man sich ein kosmologisches Modell oder deren viele nach einem Grundschema zusammen basteln wollen, daß einen Anfang und ein Ende setzt, wenn das durch die vorhandenen Daten entweder nicht oder nur bedingt gestützt wird, wenn NICHT aufgrund dieser Prägung? Und WARUM (!!!) sollte ich mich zwischen dem Glauben an einen fiktiven Götzen und den Nichtglauben an eben jenen entscheiden sollen, wenn er in meinem eigenen Denken NICHT Dreh- und Angelpunkt ist?



Du hast also weder aussagekräftige naturwissenschaftliche Beweise, warum es keinen Gott gibt, oder eben doch (was ja alleine schon daran liegt, dass die Idee Gottes so formuliert ist, dass man sie quasi nicht be- oder widerlegen kann), noch hast du verstanden, dass (Mono)theismus und Atheismus nur 2 unterschiedlich gestrichene Hälften eines Raumes im Haus der Weltanschauung sind und dass es außerhalb eben jenes Raumes völlig egal ist, welche Farbe drinnen an welcher Wand ist oder wer in welcher Hälfte steht. Du hast dich quasi auf die Seite der Atheisten gestellt und weil du so sehr gerne besser sein willst, als die Theisten auf der anderen Seite des Raumes, sagst du dir, für dich würde die andere Seite des Raumes schon gar nicht mehr existieren, sie wäre aus deinem Blickfeld völlig entschwunden. Das mag metaphorisch durchaus so sein, wenn du mit dem Kopf vor der Wand stehst. Fakt ist aber, dass nur, wenn man aus diesem Raum rausgeht, durch diese schnuckelige Tür da, dass du erst dann wirklich diese Abhängigkeit vom Dualismus hinter dir gelassen hast und auch erst dann den Glauben an irgendwas annähernd als verschwunden bezeichnen kannst.

Du selbst sagtest:

Zitat von Sicarius
Ich glaube nicht an Gott, weil alles was ich bis jetzt erlebt habe auf seine Nichtexistenz hindeutet und ich nicht ein einziges Indiz für seine Existenz kenne.


Siehst du selbst, wie zentral Gott, seine (Nicht)existenz und die Indizien dafür in deinem Weltbild verankert sind, und wie wenig du dich davon gelöst hast? Du hast dich nur dagegen gestellt, mehr nicht.






Was mich jetzt aber noch interessieren würde, ist eine Einschätzung zu meiner nach und nach aufgekommenen Annahme, dass du, S-K, irgendeine Form des Theismus doch zu favorisieren oder gar vertreten scheinst. Wir haben abgearbeitet, dass naturwissenschaftliche Interpretationen keine stichhaltigen Beweise für oder gegen Götter, was auch immer man darunter verstehen mag, sind. Gleichzeitig scheint es mir so, als hieltest du persönliche Erfahrungen für einen zumindest evidenteren Eindruck, der gewissen Annahmen einen gewissen Wert verleiht:

Zitat von System-Karzinom
Die willkürliche Entscheidung für ein Modell ist für Dich also unmittelbar mit der Erfahrung zu vergleichen, die Du in Deinem familiären Leben gemacht hast? Verband Dich mit dem Atheismus eine Nabelschnur? Hast Du mit dem Atheismus persönlich gesprochen?



Wenn also gewisse Erfahrungen dazu führten, eine von den gängigen Vorstellungen jetzt mal losgelöste Form der Göttlichkeit wahrzunehmen, hätte man eine hier noch nicht genannte Art des Theismus, die von dem ganzen manipulativen Dreck tatsächlich unabhängig ist. Ich könnte mir gut vorstellen, dass du eine solche Form des nicht durch Worte geprägten Theismus befürworten könntest, S-K.


zuletzt bearbeitet 18.01.2011 14:07 | nach oben springen

#20

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 17:36
von Sicarius | 214 Beiträge

@Xarvic:
Das wäre ja alles schön und gut, aber nur unter der falschen Annahme, dass Atheismus und Theismus sich wie schwarz und weiß zueinander verhalten. Atheismus bedeutet eben nicht ANTITheismus, das griechische Prefix a/an steht in erster Linie erstmal nur für 'ohne'.
Eure Argumentation, dass es ohne Theismus keinen Atheismus gäbe ist gernauso hanebüchen und falsch wie die Behauptung, dass es ohne aerobe auch keine anaeroben Zustände gäbe.
Es wird ja immer wieder davor gewarnt, dass es anscheinend Leute gibt, die unfähig sind die Bedeutung des Wortes Atheismus verstehen zu können, aber in diesem Forum hätte ich mir doch mehr erwartet.

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#21

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 17:59
von System-Karzinom (gelöscht)
avatar

@Xarvic:

Zitat
Du hast also weder aussagekräftige naturwissenschaftliche Beweise, warum es keinen Gott gibt, oder eben doch (was ja alleine schon daran liegt, dass die Idee Gottes so formuliert ist, dass man sie quasi nicht be- oder widerlegen kann), noch hast du verstanden, dass (Mono)theismus und Atheismus nur 2 unterschiedlich gestrichene Hälften eines Raumes im Haus der Weltanschauung sind und dass es außerhalb eben jenes Raumes völlig egal ist, welche Farbe drinnen an welcher Wand ist oder wer in welcher Hälfte steht. Du hast dich quasi auf die Seite der Atheisten gestellt und weil du so sehr gerne besser sein willst, als die Theisten auf der anderen Seite des Raumes, sagst du dir, für dich würde die andere Seite des Raumes schon gar nicht mehr existieren, sie wäre aus deinem Blickfeld völlig entschwunden. Das mag metaphorisch durchaus so sein, wenn du mit dem Kopf vor der Wand stehst. Fakt ist aber, dass nur, wenn man aus diesem Raum rausgeht, durch diese schnuckelige Tür da, dass du erst dann wirklich diese Abhängigkeit vom Dualismus hinter dir gelassen hast und auch erst dann den Glauben an irgendwas annähernd als verschwunden bezeichnen kannst.



Jap, sehr treffend formuliert. In unserem Kulturkreis von der potentiellen absoluten Absenz eines theistischen Grundgedankens sprechen zu wollen, ist in etwa so absurd, als wenn ein Metzgerbetrieb behaupten würde, niemals etwas mit Schlachtvieh zu tun gehabt zu haben.

Zitat
Was mich jetzt aber noch interessieren würde, ist eine Einschätzung zu meiner nach und nach aufgekommenen Annahme, dass du, S-K, irgendeine Form des Theismus doch zu favorisieren oder gar vertreten scheinst. Wir haben abgearbeitet, dass naturwissenschaftliche Interpretationen keine stichhaltigen Beweise für oder gegen Götter, was auch immer man darunter verstehen mag, sind. Gleichzeitig scheint es mir so, als hieltest du persönliche Erfahrungen für einen zumindest evidenteren Eindruck, der gewissen Annahmen einen gewissen Wert verleiht:



Ich betrachte jede Weltanschauung bzw. gemäß meinem Modell die unterschiedlichen Kontexte zunächst einmal allesamt als Modell, wobei es mir unangenehm aufstößt, wenn das eine rein theoretische Modell ein anderes rein theoretisches in dessen Wahrheitsanspruch nur aus dem Grunde unmittelbar aufwiegen soll, weil die Bereitschaft bestimmter Interessengruppen gegeben ist, es aus rein subjektiven Erwägungen dem anderen vorzuziehen, denn Theorie bleibt Theorie und kann nicht bewiesen werden. Hier spielt eben auch die oftmals diskutierte Frage eine Rolle, inwiefern man eine objektive Realität naturwissenschaftlich tatsächlich beweisen kann. Ich habe aber auch gar nicht vor, das unmittelbare Gegenteil dessen zu preferieren, denn dann wäre ich wieder im dualistischen Boot, in dem ich mich für zwei Optionen zu entscheiden hätte, obwohl beide nicht evident sind.
Insofern lasse ich mir zunächst alles offen, nehme aber die Theorien als Modelle durchaus wahr und wäge auch sie ab. Ich lehne kein Modell ab, ich analysiere es, denn wenn ich diese Analyse verweigere, stecke ich wieder in einem Glaubenskontext fest, in dem ich dann das Konstrukt vehement verteidigen muß, wie das Sicarius hier unter Zuhilfenahme fremden geistigen Eigentums macht. Er könnte ebenso gut aus der Bibel selektiert zitiert haben, denn auch wenn ich da den Text aus dem Kontext reiße und eventuell offenkundige Denkfehler als Faktum verkaufe (bsplw. die Absenz des Theismus in unserem Kulturkreis), postuliere ich eine objektive Wahrheit auf der Basis einer Aussage, die bereits in sich nicht evident sein kann, da sie zur Idealisierung des Modells neigt.

Bezogen auf die Frage des Theismus stellt es sich mir so dar, daß ich DEN Theismus oder DEN Atheismus gar nicht ernsthaft als existent betrachte, sondern primär die Kontexte, die so mannigfaltig wie die Menschen sein können. Der Meta-Kontext wäre hier der Theismus, je nach individueller Preferenz. Erst wenn ich den als solchen erkannt habe, kann ich ihn falsifizieren, aber nicht, indem ich quasi einen Frontalangriff gegen den Theismus per se reite, indem ich die jeweiligen Axiome aus den theistischen Strömungen gegen ihn zu verwenden versuche, denn dann lande ich in der selben Sackgasse wie Richard Dawkins, der sich auch nur noch mit den Aussagen der Naturwissenschaft notdürftig über Wasser halten kann. Kann ich aber belegen, daß bereits der jeweilige Kontext auf falschen bzw. manipulierten Daten beruht (was ich bsplw. mit meinem Beitrag zum Jahwismus aufgezeigt habe, den ich für das neue Forum noch einmal überarbeiten werde), kann ich an den Kern des Kontextes gehen und in den Basisbausteinen aufzeigen, wo der Kontext fragil ist. Habe ich dann die theistischen Kontexte als Glaubenskonstrukte demontiert, fällt der Meta-Kontext Theismus automatisch in sich zusammen, reißt aber auch Atheismus und Co. mit sich, die gewissermaßen Ausdruck "aufgeklärter" Dekadenz sind, indem man annimmt, den einen Glauben besser als den anderen vertreten zu können, was letztlich Augenwischerei ist.

Somit ist der Götterglaube in der uns modernen Menschen bekannten Form meiner Meinung nach das Resultat von Irrtümern, Manipulationen und Fehlinterpretationen im Fahrwasser der Metaphysik, aber die alten bzw. antiken Kulturen, deren Überlieferungen wir für unsere Kontexte heute auszuschlachten pflegen, kannten DIESE Form eines Theismus gar nicht. Selbst der Begriff "Götter" ist ein vergleichsweise neuzeitlicher, der inhaltlich nicht ausdrückt, was in den Eigenbetitelungen der antiken Kulturen tatsächlich ausgesagt wurde (bsplw. Elohim, Anakim, Anunnaki, Dingir, Baldri, Devas, Raksasas, Neteru usw. usf.). Wenn ich diese Fehleinschätzungen erkannt habe, bin ich nicht mehr gezwungen, die Überlieferungen durch die theologische Brille auf einem gedachten Zeitstrahl von der Moderne bis in eine nebulöse Vergangenheit hinein mit der Brechstange zurecht biegen zu müssen, um auch nur annähernd verstehen zu können, was tatsächlich gemeint war.
Und auch dieses Joch wurde den alten Kulturen durch die starke kulturelle Prägung durch den abrahamitischen Monotheismus erst in einer Zeit aufgezwungen, in der sie schon lange nicht mehr existierten, weil wieder im dualistischen Sinne zwischen zwei Optionen gewählt werden MUSS. Ich lasse mir diese Kontexte aber nicht aufzwingen, denn unterhält man sich bsplw. mit den Vertretern anderer Kulturkreise (bsplw. hatte ich mal Arbeitskollegen aus Sri Lanka), dann gehen die teilweise völlig anders mit ihren jeweiligen Überlieferungen um. Das abendländische, metaphysisch geprägte Gotteskonzept war denen bsplw. reichlich fremd und ergab für sie weniger als gar keinen Sinn mehr.

Insofern stellt sich mir persönlich nicht die Frage nach "Göttern" innerhalb unseres Verständnisrahmens, denn diese sind leicht als Konstrukt unserer Kultur unter dem Eindruck des abrahamitischen Monotheismus zu identifizieren, wenn man sich damit beschäftigt (wie gesagt folgt der Beitrag zum Jahwismus aus dem alten Forum noch). Aber die Frage nach nicht-menschlichem Leben kann ich einerseits mit ja beantworten und werde mir diese Option andererseits auch unabhängig von persönlichen Erfahrungen im Gegensatz zu Sicarius offen halten MÜSSEN, weil ich das Gegenteil gar nicht beweisen kann, sofern ich nicht darauf angewiesen bin, weiterhin gegen den abrahamitischen Kontext IN MIR SELBST (!!!) anzukämpfen, weil ich Angst vor dem "philosophischen Nichts" (Sicarius) habe.
Zudem muß ich allen antiken Überlieferungen den abendländischen Kontext erst rückwirkend aufzwingen, um sie im Sinne des Atheismus überhaupt ignorieren zu können. Dann lande ich bei der Analyse dieser Überlieferungen aber automatisch wieder in der rein theoretisch fixierten Psychologie, die weitere leicht zu widerlegende Fehlschlüsse produziert. Und diese kontextuale Limitierung ist mir schlicht zu eng, da es nun einmal völlig andere kulturelle Hintergründe gibt, und theoretisch unzählige weitere ebenfalls geben kann, die uns eventuell nicht einmal denkbar erscheinen. Alles durch die dualistische Brille auf wesentliche Merkmale reduzieren zu wollen, die ich selbst erst setzen muß, bevor ich sie erkennen kann, ist Selbstverblendung.

@Sicarius:

Zitat
Das wäre ja alles schön und gut, aber nur unter der falschen Annahme, dass Atheismus und Theismus sich wie schwarz und weiß zueinander verhalten.



Das ist Deine dualistisch geprägte Interpretation meiner Aussagen. Wenn Du meine Aussagen noch einmal liest, wirst Du feststellen, daß das nicht mein Argument war.

Zitat
Es wird ja immer wieder davor gewarnt, dass es anscheinend Leute gibt, die unfähig sind die Bedeutung des Wortes Atheismus verstehen zu können, aber in diesem Forum hätte ich mir doch mehr erwartet.



Ich habe Dir den Widerspruch oben detailliert erklärt und den Atheismus demontiert, was ich nicht gekonnt hätte, wenn ich Deinen Kindergartenchauvinismus NICHT verstanden hätte. Dein dogmatisches Herumgeseier des Nicht-Verstehens ist der selbe rhetorische Kniff, den Monotheisten anwenden, wenn sie in der Sackgasse sitzen. So lange Du Dich nicht inhaltlich auf meine Aussagen beziehst, betrachte ich Deinen blinden Glauben als widerlegt.




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zuletzt bearbeitet 18.01.2011 18:08 | nach oben springen

#22

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 18:18
von Sicarius | 214 Beiträge

Zitat
So lange Du Dich nicht inhaltlich auf meine Aussagen beziehst, betrachte ich Deinen blinden Glauben als widerlegt.


Erst wenn du erkannt hast, dass Atheismus kein Glaube sondern der Mangel an Glauben ist, macht eine Diskussion mit dir über den Atheismus Sinn. Ich diskutiere auch nicht mit jemandem über Menschen, wenn dieser trotz ellenlangen Erklärungsversuchen meinerseits an der Überzeugung festhängt, dass alle Menschen Krokodile sind und nur aus dieser Perspektive heraus argumentiert.

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#23

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 18:36
von System-Karzinom (gelöscht)
avatar

Zitat von Sicarius
Erst wenn du erkannt hast, dass Atheismus kein Glaube sondern der Mangel an Glauben ist ...



Vater Sicarius ist mal wieder schwer auf Missionierungskurs. Ich habe Dir detailliert erörtert, warum die absolute Absenz theistischen Glaubens nicht dem Atheismus immanent sein KANN. Was machen wir nun mit diesen Aussagen? Einfach ignorieren, weil unser Glaubenskonstrukt dann widerlegt wäre, Vater Sicarius? Warum können wir uns nicht auf Aussagen beziehen, die unseren Glauben demontieren, wenn wir doch im Recht zu sein glauben, Vater Sicarius?

Es erfordert offenbar doch weitaus mehr als einen bedeutungsschwangeren Avatar, um meine Gedankengänge nachvollziehen zu können, ohne sich in dogmatische Glaubenskämpfe verrennen zu müssen, in denen der Opponent - wie weiter oben - nur noch auf persönlicher Ebene attackiert werden kann, weil die Widerlegung des Atheismus urplötzlich aus den Befürwortern Hobbypsychologen werden läßt, die dem Ketzer allerlei Diagnosen unterstellen, um sich bloß nicht selbst hinterfragen zu müssen.
Ganz schwache Vorstellung, Herr Pfarrer ...




Befreiungsschlag-Netzpräsenz

zuletzt bearbeitet 18.01.2011 18:37 | nach oben springen

#24

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 18:47
von Sicarius | 214 Beiträge

Mein Avatar ist wirklich bedeutungsschwanger, denn er zeigt ein Porträt meines Lieblingsmenschen E.M. Cioran :]

Die Attacken auf persönlicher Ebene gingen übrigens schon von deiner Seite aus los bevor ich überhaupt auch nur ein einziges mal auf dich reagiert habe. Auch in diesem Thread wirst du finden, dass sämtliche persönlichen Angriffe erstmal von deiner Seite aus losgingen. Aber du biegst dir die Welt ja zurecht wie sie dir passt, mein Sohn.
Deine Aussagen warum die absolute Absenz theistischen Glaubens nicht dem Atheismus immanent sein kann basieren doch nur auf deiner falschen Vorstellung des Atheismus. Ich habe dir mehrfach erklärt warum das falsch ist, lies doch einfach nochmal nach. Deiner Meinung nach kann mit genau der gleichen Argumentation demnach übrigens auch nichts asynchrones oder asymetrisches geben ohne die vorherige Entdeckung der Synchronität und Symmetrie. Deine komplette Argumentation geht an der Realität vorbei.

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#25

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 18:52
von Blackhole (gelöscht)
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@Alle... Die Sache ist doch die: Nichts KANN bewiesen werden...weder die Existenz noch die Nicht-Existenz von Gottheiten jeglicher Art. Man kann 1.000.000 Bücher lesen und 1.000.000 Diskussionsrunden über dieses Thema starten es wird sich nichts daran ändern. Es ist (meiner Meinung nach) auch absolut idiotisch, dass sich die sogenannten Atheisten und Theisten darüber streiten wer wem irgendwas beweisen muss. Muss denn überhaupt jemand etwas beweisen? Solche Diskussionen führen doch nur Leute, die sich nicht sicher sind ob ihr das was sie denken richtig ist, deswegen brauchen sie ständig Diskussionen um sich in ihrem Denken bestätigt zu fühlen...

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#26

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 18:59
von Sicarius | 214 Beiträge

Leider kann ich meinen Beitrag nicht mehr editieren, aber mir ist noch ein besseres Beispiel eingefallen:
Laut deiner Argumentation könnte es nämlich auch keine Anarchie (nämlich die Abwesenheit von Herrschaft) ohne zuvorige Herrschaft geben.

Die Abwesenheit von Glauben an übernatürliche Wesen kann es natürlich auch vor dem Glauben an diese geben - es ist sogar logisch.


zuletzt bearbeitet 18.01.2011 19:03 | nach oben springen

#27

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 19:11
von System-Karzinom (gelöscht)
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@Sicarius:

Zitat
Deine Aussagen warum die absolute Absenz theistischen Glaubens nicht dem Atheismus immanent sein kann basieren doch nur auf deiner falschen Vorstellung des Atheismus. Ich habe dir mehrfach erklärt warum das falsch ist, lies doch einfach nochmal nach.



Wer Deinem Glaubensdogma nicht hinterher plappert, hat falsche Vorstellungen vom Atheismus. Kann nicht sein, wenn ich genau DIESEN Anspruch des Atheismus, den Du höchstpersönlich hier vertrittst, analysiert und demontiert habe. Einwände DAGEGEN kamen von Dir bisher nicht, lediglich unbegründete Behauptungen und tonnenweise Fremdzitate. Wenn Dir so etwas bereits evidenten Charakter aufweist, darf einen Deine unkritische Haltung gegenüber ALLEN Themen im alten Forum nicht ernsthaft wundern.

Zitat
Deiner Meinung nach kann mit genau der gleichen Argumentation demnach übrigens auch nichts asynchrones oder asymetrisches geben ohne die vorherige Entdeckung der Synchronität und Symmetrie.



Ich kann nichts dafür, wenn Du meine Argumentation nicht zu begreifen imstande bist, aber dieser Vergleich ist derart dämlich gewählt, daß es schon nicht mehr amüsant ist. Deiner Interpretation zufolge stellt sich DAS MODELL Atheismus demnach gewissermaßen als Naturkonstante dar (Du hast ja bereits vom "Urzustand" geschwafelt). Was für ein Unsinn das ist, habe ich oben bereits dargelegt, aber wenn Du nicht einmal weißt, was ich im Jahwismus-Beitrag zu der Frage geschrieben habe, inwieweit das moderne theistische Verständnis OHNE entsprechende Fokussierung überhaupt etwas mit dem antiken oder archaischen zu tun haben kann, was Du auch aus entsprechender Literatur oder Quellenstudium hättest erahnen können, bist Du nicht einmal qualifiziert, Dich dazu zu äußern.

Zitat
Deine komplette Argumentation geht an der Realität vorbei.



Nein, sie passt nur nicht in Dein Dogma, weil Du außer dem generös zitierten Unsinn einiger "Experten" überhaupt nicht weißt, wovon Du eigentlich redest. Lerne erst einmal unabhängig denken und beschäftige Dich dann mit den unterschiedlichen Formen des Theismus sowie der antiken Überlieferungen, denn mit derartt geballtem Unwissen wirst Du immer blindgläubiger Dogmatiker bleiben.

Zitat von Blackhole
... dass sich die sogenannten Atheisten und Theisten darüber streiten wer wem irgendwas beweisen muss. Muss denn überhaupt jemand etwas beweisen?



Würdest Du eventuell erst einmal das Thema lesen? Ich bin alles andere als Theist. Um den von Dir angesprochenen Sachverhalt geht es hier gar nicht.




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#28

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 19:18
von Sicarius | 214 Beiträge

Die Meinung der Experten (ohne Anführungszeichen) deckt sich nunmal in der Regel mit meiner eigenen Ansicht. Dafür können weder ich noch die Experten etwas, das kommt nämlich zustande, wenn man sich völlig undogmatisch mit der Realität auseinandersetzt. Du hast deine eigene verquere Vorstellung vom Atheismus und ich sehe schon, es gibt kein Durchdringen zu dir. Argumente kamen von dir übrigens nicht, nur Behauptungen die ich mehrfach als falsch entlarvt habe. Da kannst du jetzt noch so oft drauf verweisen, du hast einfach nicht verstanden, was der Atheismus bedeutet und vor allem was er eben NICHT bedeutet.

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#29

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 19:19
von Blackhole (gelöscht)
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@ Karzinom: Bist du die?? Das war nur allgemein gemeint. Ich habe auch nicht behauptet, dass du Theist bist.


zuletzt bearbeitet 18.01.2011 19:20 | nach oben springen

#30

RE: Atheismus

in Giganten-Forum 18.01.2011 19:24
von System-Karzinom (gelöscht)
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@Sicarius:

Zitat
Laut deiner Argumentation könnte es nämlich auch keine Anarchie (nämlich die Abwesenheit von Herrschaft) ohne zuvorige Herrschaft geben.



Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen, denn erstens sprach ich von spezifischen Kontexten ( = Ideen), nicht von zwischenmenschlichen Dünkeleien, die einer jeden organisierten Gesellschaftsstruktur immanent sind. Eine Hierarchie leitet sich aus dem simpelsten gemeinsamen Nenner innerhalb einer Interessengemeinschaft selbst dann ab, wenn der Gedanke an eine solche oder Subordination selbst noch gar nicht gedacht oder formuliert wurde, weil es eine Frage der faktischen Umsetzung ist, die zuvor keiner theoretischen Grundlage bedarf. Aber der Gedanke an den Theismus ist ja DEINER EIGENEN AUSSAGE (!!!) gemäß dem menschlichen Bewußtsein nicht immanent (was ich ja selbst sage), so daß es absurd ist, nun auf der Basis argumentieren zu wollen, eine sich in jeder sozialen Struktur ergebende hierarchische Struktur sei mit der Absenz des theistischen Basisgedankens auch nur annähernd zu vergleichen, denn im Gegensatz zur Hierarchie innerhalb einer Gemeinschaft ergibt sich darin nicht notwendigerweise der abstrakte Gedanke an "höhere Wesen".

Zitat
Argumente kamen von dir übrigens nicht, nur Behauptungen die ich mehrfach als falsch entlarvt habe.



Irrtum. Wo ist diese Entlarvung zu finden? In Deinen Beiträgen hier auf jeden Fall nicht. Du bist nicht einmal auf einen geringen Prozentsatz meiner Einwände eingegangen, weil Du es schlicht nicht kannst.

Zitat
Da kannst du jetzt noch so oft drauf verweisen, du hast einfach nicht verstanden, was der Atheismus bedeutet und vor allem was er eben NICHT bedeutet.



Ich habe es erklärt, seziert, analysiert und demontiert. Aber ein blindgläubiger Dogmatiker wie Du begreift das selbstverständlich nicht, weil er es nicht WILL.

Predige weiter, Vater Sicarius ...




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