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  • Foren-Beitrag von Boqueron im Thema

    Ich wollte mich nochmal gerne zu den Punkten Sklave - Diener bzw. eigener ("wahrer") Wille äußern. Ich finde nämlich, dass das auf den ersten Blick alles ganz klar erscheint, aber wenn ich dann weiters drüber nachdenke, was denn das alles wirklich bedeuten soll, dann lande ich in einer Endlosschleife, bzw. es ergeben sich 10 mal mehr Fragen als Antworten...

    Entschuldigung auch für die Länge des Beitrages....

    Zitat von Rafa
    Die einen sind lt. ihm "Sklaven". Sklaven tun seinen Willen, ohne dass sie es wissen. Sklaven meinen, sie wollen dies&jenes, dabei ist es Ahriman, der sie das wollen lässt bzw. es ist Ahrimans Wille, den sie wollen und vermeintlich für ihren eigenen Willen halten. Sklaven sind natürlich so ne Art "Human Ressources", also halt einfach der Stoff im Tank. Es ist natürlich etwas Wichtiges, aber es hat keine "Seele", also keine Bedeutung als Person oder Individuum. Das Ding hat ja weder eigenen Willen, noch Erkenntnis, also was willste damit? Schon Crowley sagte: "Die Sklaven sollen dienen."


    Hmm. Hier verstehe ich schon nicht, wie Ahriman jemanden SEINEN Willen tun lassen soll, bzw. was das überhaupt sein soll und wie das konkret vonstatten gehen soll.

    Ich lege hier die Definition zu Grunde, dass Ahriman ein Kollektivgeist ist, der sich durch die Komplexität verselbstständigt hat und in Folge dessen einen eigenen Willen und eine eigene Dynamik entwickelt hat.

    Dann kann ich mir noch vorstellen, wie dieser Kollektivgeist wieder auf die Einzelgeister zurückwirkt und die entsprechenden Tendenzen verstärkt.

    Beispiel: Das Streben bzw. der Wille mehr und mehr Besitztümer anzuhäufen, hat den Geist des Kapitalismus hervorgebracht. Dieser widerum wirkt auf einzelne Menschen in der Art und Weise zurück, dass diese komplett nur noch hinter dem Geld her sind und alles andere vergessen.

    Man sagt ja auch, dass das Geld zu unserem Gott geworden ist. Also so etwas in der Art kann ich mir nun vorstellen.

    Sprich, ein Mensch hat schon ahrimanische Tendenzen in sich, welche nun durch die Wechselwirkung mit Ahriman verstärkt werden.

    Aber inwiefern wäre das dann Sklaventum? Es gibt nunmal immer irgendwelche widerstreitenden Tendenzen in einem und einer folgt man nunmal schlußendlich. Inwiefern ist das nun weniger eigener Wille als irgendetwas anderes, was man tut, zumal man ja offensichtlich diese Tendenzen schon zu haben scheint.

    Noch weniger nachvollziehbar wird es für mich, wenn wir nun postulieren wollen, dass Ahriman Menschen Dinge tun lässt, die sie in Wirklichkeit GAR NICHT "selbst" wollen. Also angenommen ich bin von Natur aus ein Mensch, der keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte. Nun dringt aber der Ahriman plötzlich in mich ein und plötzlich werde ich zum nächsten Hitler und starte den nächsten Holocaust gegen Hundewelpen :)

    Also praktisch wie im Märchen, wenn jemand von einem Dämon befallen ist.

    Diesen Vorgang müsste mir mal jemand erklären, wie das ablaufen soll, insbesondere wenn wir ein deterministisches Weltbild an den Tag legen.

    Wenn wir dagegen von Variante 1 sprechen, so ist mir die Abgrenzung Sklave - Diener überhaupt nicht klar, außer eben dass es wie du sagst zwei verschiedene Interpretationen derselben Sache sind.

    Ob ich das Bedürfnis nach Besitz nun mir zuordne, oder ob ich dieses Streben dem Geist des Kapitalismus zuordne, macht mich doch nicht mehr oder weniger zu einem Sklaven? Letztenendes ist es doch eine Tendenz von MIR, der ich folge. Nur weil ich eine Tendenz in mir plötzlich einem externen Geist zuschreibe, habe ich doch nicht mehr oder weniger eigenen Willen als jemand, der das nicht tut.

    Oder umgekehrt gefragt: Was macht einen Willen zu einem eigenen Willen, insbesondere wenn du an den Laplaceschen Dämon glaubst?

    Zitat
    Die anderen sind lt. ihm "Diener". Diener sind keine Sklaven, denn sie haben eigene Substanz, stellen diese aber in Ahrimans Dienst. Dazu gehört die Erkenntnis der Interpretation, z.B. bezüglich meines Willens:


    Gibt es noch mehr Substanz als einen Wechsel der Perspektive, oder ist das alles, was du als "Eigenes" bezeichnest? Wobei ich das eher als Intelligenzleistung als als etwas "Eigenes" bezeichnen würde...

    Zitat
    LHP, Lektion 1: Ich weiß zu unterscheiden, was ICH will und was ich nicht will, sondern mir nur einbilde zu wollen (letzteres nenne ich "möchten". Beispiel: "Ich will leben!", "Ich will vögeln!", "Ich will kämpfen und dafür durchs Feuer gehen!" - und: "Ich möchte ein neues Auto.")


    Hach, das ist ein wundervolles Thema...

    Wenn du mir hier eine klar Abgrenzung zwischen dem was ICH will, und dem was ich mir nur einbilde zu wollen, liefern kannst, wäre ich dir für immer dankbar...

    Oberflächlich könnte es so schön einfach sein... Das Auto will/möchte ich natürlich nur, weil es mir die Werbung einredet, VÖGELN, das kommt aber ganz tief aus mir drinnen, "ganz sicher"...

    Als Abgrenzung würde mir noch einfallen, ob dieses Ding, das man da will, nun wirklich das ist, was man will, oder ob es nur Mittel zum Zweck ist. Ficken, ja dieses Bedürfnis hat wohl jeder Mensch, und man will es einfach, weil es Spaß macht. Das Auto will ich eventuell nur um mein Ego zu pushen, weil mir die Werbung gesagt hat, dass ich dann ein ganz toller Hecht bin. Oder um den Bogen zum Vögeln zu spannen, weil ich in einem 50 Einwohner Dorf wohne, und die ganzen Mädels in der Stadt wohnen, und ich ohne Auto nicht zum Vögeln komme :)))

    In letzterem Falle finde ich allerdings nicht, dass ich mir EINBILDE, ein Auto zu wollen, sondern es ist schlicht ein Werkzeug, das ich benötige, um zum vögeln zu kommen.

    Aber wie ist das nun, wenn ich etwas wirklich nur will, weil ich bspw. "dazu gehören" möchte? Ist es dann weniger echter Wille?

    Jeder Mensch hat ja auch irgendwo ein Zugehörigkeitsbedürfnis, der Mensch ist nunmal ein soziales Wesen, und will als solches zu einer Gemeinschaft gehören und geliebt werden. Wenn ich mir bspw. Gothic-Klamotten kaufe, so zeige ich damit auch nach Außen, dass ich mit den Werten und dem Lifestyle zumindest im Groben übereinstimme. Ich bin für andere Goths schon von weitem erkennbar etc.

    Somit wären also die Klamotten ein Werkzeug, um mein Zugehörigkeitsbedürfnis zu befriedigen.

    Ist nicht letztenendes jeder Wunsch entweder schon Endbedürfnis oder Mittel zum Zweck, um eines dieser Endbedürfnisse zu befriedigen?
    Es mag sein, dass ich mir etwas wünsche, dass letztenendes gar nicht das Bedürfnis, das ich mit diesem Wunsch stillen möchte, befriedigt. Ok, dann habe ich mich eben vertan.

    Aber irgendein Bedürfnis wird es wohl gegeben haben, dass ich meinte, damit befriedigen zu wollen. Daher finde ich "Einbildung" das falsche Wort.

    Und grenzt man auf diese Weise ab, welche "echten Willen" bleiben denn dann noch übrig, außer die Grundbedürfnisse des Menschen wie Ficken, Überleben, Liebe etc....

    Wenn du nur das damit meinst, wäre es ja doch ein bisschen dürftig, oder? Denn dieser Bedürfnisse sind sich doch die meisten Menschen bewusst, und versuchen sie mehr oder minder erfolgreich zu befriedigen...

    Und selbst bei diesen bin ich mir nichtmal wirklich sicher. Z.B. Ficken, da habe ich früher immer gedacht, dass es nichts gibt, was ich lieber will. Wenn ich feiern gegangen bin, dann war das primäre Ziel irgendeine Alte abzuschleppen, und wenn das nicht geklappt hat, war es ein scheiß abend. Total umsonst hab ich mich auch noch in Schale geschmissen, verdammte Scheiße. Als Trostpreis gab es wenigstens einen Döner. Aber im Grunde genommen war es ein gebrauchter Abend. Als ich das erste mal MDMA ausprobiert hatte, hab ich dann gelernt um des feierns willens feiern zu gehen. Erst dadurch hatte ich gelernt, einfach mich selbst und die Musik zu genießen ohne irgendein Ziel dabei.

    Witzigerweise ist danach das unglaubliche passiert, dass seitdem es mir kaum mehr wichtig war, eine abzuschleppen, es plözlich ganz von alleine klappte. Bis hin, dass es mich heute sogar teilweise nervt, wenn mich eine anspricht, während ich gerade komplett in meiner eigenen Welt bin. Mensch, musst du mich jetzt unbedingt aus meinem Film raus holen?

    Überhaupt, was ich früher für Anstrengungen unternommen habe, um eine flach zu legen. Nachts 2 Stunden mit dem Auto fahren? Kein Problem! Heute stehe ich teilweise nicht mal aus dem Bett dafür auf, haha.

    Das lässt mich doch schon daran zweifeln, dass Sex mein ureigenster, wahrer Wille sein soll. Dazu sei gesagt, dass das Alter hier kein Faktor ist, wir sprechen hier von einem überschaubaren Zeitraum und ich kann diese Wandlung ganz bestimmten Erlebnissen zuordnen.
    Es ist jetzt auch nicht so, dass ich überhaupt keine Lust mehr auf Sex hätte, und effektiv habe ich sogar mehr Sex als früher (kann aber gut und gerne auch Wochen ohne Sex auskommen), aber es hat eben doch schon ganz deutlich an Priorität und Wichtigkeit eingebüßt.

    Beziehungsweise, ich sollte hier differenzieren. Was mich im Grunde kaum mehr interessiert ist die Art von Sex, die im Sinne der Fortpflanzung die effektivste ist, also möglichst oft, möglichst schnell (schließlich könnte ja jederzeit Gefahr aufkommen, also je schneller ich meine Ladung ablasse umso besser) und möglichst breit gestreut.

    Anders ist das, wenn wir von Sex als Ausdruck von Liebe sprechen. Als Möglichkeit, der Liebe, die man in sich spürt, Ausdruck zu verleihen. Oder Sex als gemeinsames transzendentes Erlebnis.

    Aber diese Dinge haben ja wenig mit dem Fortpflanzungstrieb zutun, auf den du vermutlich anspielst, bzw. sind für die Fortpflanzung nicht nötig, eher sogar störend. Oder gibt es Tiere, die ausgiebige tantrische Sexsessions veranstalten? :D

    Daher denke ich, dass auch meine damalige Fixierung darauf, einen wegzustecken, eher von der Gesellschaft anerzogen wurde.
    Es ist nun mal auch heute noch so, dass du als Mann erst dann der Obermacker bist, wenn du möglichst viele Frauen flachlegst.
    Und wenn es dann noch eine geile Sau ist, eignet die sich natürlich ganz besonders gut dafür, als Trophäe herzuhalten und das eigene Ego zu polieren.
    Aber ich glaube, dass es mir tief im inneren auch damals eher darum ging, Liebe zu spüren, als einen wegzustecken.

    Hört man die Berichte von Prostituierten, dass ein ganz beträchtlicher Anteil der Kunden sogar gar keinen Sex wollen sondern sich nur unterhalten wollen, scheint es noch viele mehr zu geben, denen es so geht.

    Überhaupt kann man fragen, welchen Bedürfnissen wir nun einräumen, echte, eigene Willen zu erzeugen, und welchen nicht.
    Beim Bedürfnis nach Sex tust du das offenbar, beim Geltungsbedürfnis scheinbar nicht, wenn ich dich richtig verstehe.
    Ist das Geltungsbedürfnis denn ein weniger echtes, eigenes Bedürfnis als das Fortpflanzungsbedürfnis? Wenn ja, warum? Wonach grenzt du hier ab?

    Was ist z.B. mit deinem Willen zu Ahriman? Willst du Ahriman um seiner selbst willen, oder befriedigst du damit nicht auch Zugehörigkeitsbedürfnisse, besonders die Zugehörigkeit zu etwas, das größer ist als man selbst? Das Bedürfnis mit jemandem/etwas auf tiefer Weise verbunden zu sein. Das Bedürfnis, sich etwas/jemandem ganz hinzugeben usw. usf...

    Inwiefern ist das aber fundamental anders als bspw. ein Apple Fanboy, der sein Leben der Firma Apple widmet? Von mir aus können wir auch BMW nehmen, weil du ja das Auto angesprochen hattest... Es ist klar, dass dein Wille zu Ahriman eine ganz andere Qualität hat, aber ich bin genau auf der Suche nach dem Ding, der Qualität, dem Etwas, dass nötig ist, damit etwas der eigene Wille ist, und man nicht nur meint, das zu wollen.

    Ich sehe nicht, nach welchen Kriterien man das objektiv abgrenzen sollte. Wonach unterscheidest du konkret? Was macht das Wollen zum Wollen und das Möchten zum Möchten?

    Was ich selbst kenne, ist natürlich das GEFÜHL, gerade seinem eigenen Willen zu folgen...So verspüre ich z.B. aktuell das Gefühl, dass ich unbedingt nach Südamerika muss, ich habe das Gefühl dass ich dort etwas begreifen werde, oder dass dort etwas auf mich wartet. Ich weiß nicht was und warum, aber ich spüre es eben deutlich in mir selbst. Und wenn ich an mein bisheriges Leben zurück denke, dann wird es umso deutlicher, wie alles bei mir in eine bestimmte Richtung drückt (oder vielleicht besser, dass ich von dort gezogen werden, wieder eine Frage der Perspektive ;-) ). Die Leute die ich getroffen habe, die geistige Entwicklung in mir, die sie mit angeregt und angestoßen haben, die Entscheidungen die ich dem zur Folge getroffen habe usw.

    Aktuell lebe ich in Spanien, bin aber total zufällig hier gelandet. Ich war zuvor schon zufällig in Irland gelandet, eine Freundin hatte mich bei der Firma dort, wo sie auch angefangen hatte, empfohlen und so hatte sich das ergeben. Man hatte damals immer jeweils 2 Starter gemeinsam in einer Wohnung für einen Monat unter gebracht, bis man was eigenes gefunden hatte. Eigentlich hatte ich mir damals vorgenommen, auf keinen Fall mit einem deutschsprachigen zusammenzuziehen, denn, wenn ich schon in Irland leb, dann wollte ich auch die Chance nutzen, mein Englisch zu verbessern, am besten mit irgendwelchen Iren leben. Dann kam es aber wie es kommen musste und ich wurde mit einem Schweizer in einer Wohnung untergebracht. Dazu war dieser Typ mir anfangs auch total unsympathisch, aber es war ja nur für einen Monat. Am Ende fragt mich der Typ dann aber, ob wir uns nicht auch gleich ne Wohnung zusammen suchen wollen, wenn wir doch jetzt schon zusammen zugeteilt wurden. Ich wollte mich natürlich nicht direkt bei meinem neuen Kollegen unbeliebt machen, hab dann sowas daher gesagt wie "Yoa, lass uns einfach mal schauen"....aber damit kam ich dann nicht mehr aus der Nummer raus, und wie das Schicksal halt so spielt, lebte ich dann das komplette, folgende Jahr mit diesem Typen.

    Und rückblickend war genau das, das beste was mir passieren konnte. Durch diesen Kerl habe ich mich persönlich, spirituell, geistig auf derartige Weise weiterentwickelt. Ich kann es bis heute nicht fassen, so ein Glück gehabt zu haben. Bis heute sind wir übrigens beste Freunde.
    Ich bin heute fest davon überzeugt, dass ich diesen Kerl treffen musste. Ich weiß nicht, ob es Schicksal ist, ob man irgendwie am Ende doch genau das anzieht, was man gerade braucht, wie, warum wieso.... aber es musste einfach so kommen.

    Nach knapp einem Jahr ergab sich dann die Möglichkeit, den Standort zu wechseln, und so zog es mich dann weiter nach Spanien. Auch hier traf ich Leute, die mich persönlich weiter gebracht haben, wichtiger war aber dass ich Spanisch gelernt habe. Wie gesagt, irgendwas sagt mir, dass ich nach Südamerika muss, und ich glaube, deswegen musste ich hier her kommen, um Spanisch zu lernen...

    Während all dieser Zeit, hat das Geld für mich immer weiter an Bedeutung verloren. Ironischerweise passierte aber genau dasselbe, wie mit dem Sex. Je weniger Wert ich persönlich dem Geld zusprach, umso mehr kam mir plötzlich wie von Zauberhand zugeflogen. Schon bevor ich nach Spanien kam, war mir übrigens klar, dass dieser Office Job nicht das richtige für mich war. Mit Hin- und Rückfahrt verschwendete ich hier 10 Stunden meines Lebens täglich mit Bullshiten, wobei der größte Teil der Arbeit der war, so zu TUN als würde man arbeiten. Aber paar Jahre am Strand in der Sonne zu leben, war dann irgendwie doch zu verlockend, so dass ich nochmal den Schritt nach Spanien gemacht habe. Rückblickend wundere ich mich, dass ich das ganze drei Jahre ausgehalten habe, letzenendes lief es dann darauf hinaus, dass ich meine eigene Kündigung provoziert habe. Zum Ende hin, hatte ich an meinem Schreibtisch meine eigene Bibliothek durch Amazon-Buchbestellungen ins Büro aufgebaut und saß gemütlich im Großraumbüro und verbrachte die meiste Zeit mit lesen, unterbrochen durch Früchstücks- und Mittagspause, Facebook, Musik und privaten Telefongesprächen. Kann es bis heute nicht fassen, dass die trotzdem über ein Jahr gebraucht haben, um mich zu kündigen :)

    Also Abfindungspaket eingestrichen, und ein Jahr Arbeitslosengeld. Kann ich beides gut gebrauchen während meiner Südamerikareise, die demnächst ansteht.

    Aber das sind alles so Dinge, also bspw. meine eigene Kündigung zu provozieren, da hätte ich bis vor ein paar Jahren im Leben nicht dran gedacht. Ich will ja schließlich keine Brücken hinter mir einreißen, und überhaupt, das kann ich doch nicht bringen. Was, wenn ich mal irgendwann eine Referenz brauche?
    Und hey, ich verdiente doch echt nicht schlecht, Work-life-Balance war auch top, und die Netto Arbeitszeit waren vielleicht 20 Minuten am Tag, der Rest war eigentlich immer nur dafür zu sorgen, dass es so aussah, als würde man irgendwas machen. Dazu lebe ich am Strand und hab fast das ganze Jahr durchgehend gutes Wetter.

    Ich weiß gar nicht, wieviele Leute mich um diesen Job beneidet hatten, und ich schmeiß das alles einfach so weg. Aber ich hab mich selten bei etwas SO gut gefühlt. Ich weiß und fühle fast mit jeder Faser meines Körpers, dass es richtig war, dass das genau der Weg ist, den ich gehen muss, dass das mein Schicksal ist.

    Wenn es so etwas wie einen wahren eigenen Willen gibt, dem man folgen sollte, dann ist es das.

    Aber, verarsch ich mich hier nicht selbst? Ist es vielleicht nur meine eigene Ausrede, weil ich einfach in dieser Business-Welt nicht zurecht komme? Bilde ich mir nur ein, dass es richtig ist, dass das mein Schicksal ist, um dem was ich tue einfach eine größere Bedeutung zu geben als es hat? Ist es am Ende nur eine Laune, die ich mir selbst hübsch verpacke?

    Ich will ja glauben, dass jeder Mensch seine Mission hat und diese nur finden muss. Was gebe es schöneres um aus der Langeweile der Welt zu entkommen, als einen Weg, eine Mission zu haben, eine Aufgabe, die genau für mich gemacht ist... Ich zitier da mal einen Absatz von dir aus einem anderen Thread, Rafa:

    Zitat

    unerheblich, ob kollektiv oder individuell, aber: Ich kann mich durchaus gegen meinen Willen entscheiden *(Sternchen!). Manchmal versuche ich das auch, aber weil ich dann damit einfach nicht glücklich werde, komme ich letztendlich doch immer wieder zu der Entscheidung zurück, die "in mir geschrieben ist". Es ist nur eine Frage der Zeit.
    Es könnte natürlich sein, dass ich in einer Sache bis an mein Lebensende die "echte Entscheidung" nicht finde; das wäre bedauerlich - aber auch nur für MICH, ein "Systemfehler" wäre das nicht.



    Was genau soll dieses "in mir geschrieben" (aka mein echter, eigener Wille, richtig?) denn sein? Wo soll das herkommen? Warum ist das meine "echte Entscheidung" und alle anderen sind es nicht? Wo ist mein echter, eigener Wille festgelegt? Liegt der in meiner DNA? In meiner Seele? Wo? Und wie kommt er da rein?

    Du hast deinen Weg ja scheinbar in Ahriman gefunden, aber ist das wirklich das, was "in dir geschrieben" war? Hättest du dein Leben unter anderen Vorzeichen nicht genau so gut dem Jehovah widmen können, und das wäre dann genau so dein echter, eigener Wille?

    Wenn ich mich recht an deinen Werdegang auf deiner Homepage erinnere, wurdest du ja recht christlich erzogen, und das ganze hat dich so abgestoßen, dass du dann den Satan gesucht hast, und das hat sich alles richtig und gut angefühlt, und heute bist du da, wo du bist.

    Angenommen, deine Familie wären Satanisten gewesen. Vielleicht hättest du dann aus Protest den Jehovah gesucht, und vielleicht hätte sich das dann genauso gut und richtig angefühlt, und hätte dieselben Bedürfnisse in dir gestillt?

    Wie gesagt, gefühlsmäßig kann ich das total nachvollziehen, und will es auch genau sehen. Aber je mehr ich versuche, objektiv darüber nachzudenken, umso weniger greifbares bleibt vom eigenen, wahren Willen...

    Zitat
    Ich weiß, dass Ahriman meinen Willen bestimmt bzw. dass er meinen Willen darstellt, mein Wille ist, dass das, was ich "meinen Willen" nenne, nur das ist, was Ahriman mir bestimmt.


    Moment. Du meinst, dass Ahriman bestimmte Aspekte deines Willens ist, oder meinst du tatsächlich dein ganzes ICH bzw. dein ganzes Wollen? Grob gefragt: Wenn du kacken willst, ist das dann auch Ahrimans Wille?
    Was wäre denn dann bitte NICHT Ahrimans Wille? bzw. wozu grenzt sich Ahrimann ab?
    Denn so wie du das hier sagst, hört sich das SCHON so an, dass es nichts außerhalb von Ahrimann geben würde. Insbesondere ja, wenn man an die ganzen "Sklaven" denkt. Alles was die denken, soll Ahrimann sein. Was bleibt dann noch übrig?

    Zitat
    und vom dumpfen Sklavendasein (mit der Illusion eines eigenen Ichs) ins bewusste Dienerdasein (als Aspekt Ahrimans bzw. mit Ahriman eins seiend) zu wechseln. In letzterem besteht kein Bewusstsein meines Ichs mehr, sondern nur noch eine Bewusstheit ÜBER ein Ich durch Ahriman(ich).


    Hmm also jetzt hört sich das für mich aber mehr und mehr so an, als wäre Ahrimann allumfassend, denn die Illusion des eigenen Ichs haben ja alle Menschen. Klar, man kann es natürlich so sehen, dass wir (und der Rest des Universums) nicht mehr als elektrische Schwingungen, Energie etc. sind, dass alles ein umfassender Prozess ist, und wir eben Teil dieses Prozesses sind. Auf atomarer Ebene wird natürlich kein Unterschied zwischen den Atomen Rafas und den Atomen irgendeiner anderen Person gemacht, und insofern ist das Ich natürlich eine Illusion. Aber dann wäre ja Ahriman alles und nichts...selbst das, was wir dem Jehovah zuschreiben, wäre doch dann ein Teil Ahrimans? SO würden sich natürlich auch die Fragen von weiter oben erübrigen, wie Ahriman denn jemand seinen Willen aufzwingt etc. Wenn Ahriman der GANZE Prozess ist, na klar, dann ist alles Ahrimans wille... das geht ja dann auch total Richtung fernöstliche Religionen, dass alles eins ist, aber ich vermute mal ganz stark, dass du etwas ganz anderes meinst, und ich komplett auf dem Holzweg bin....

    Zitat
    Ob es für Ahriman noch etwas anderes gibt?
    Ich glaub schon, aber nach denen habe ich nicht gefragt.

    Nachtrag: Mit Sicherheit gibt es das und zwar alles,
    was außerhalb seiner selbst ist, aber das ist für ihn nicht
    von Bedeutung (/ignore).


    Was wäre das z.B.?

    Zitat
    Das Einzige, worüber ich mich bei all dem noch wundere ist, dass es mich überhaupt gibt.


    Das ist echt beneidenswert haha. Bei mir ist es leider so, dass sich mit jeder Antwort 10 neue Fragen ergeben :-/

    Zitat
    Allah ist - ähnlich wie Jesus - eine Figur, die Jhwhs Kult spalten will, die sich ALS SATAN (also als Widersacher aus den eigenen Reihen) IN den Jhwh-Kult einbringt und dort - als einer unter ihnen - die Engel (bzw. Diener) Jhwhs auf seine Seite bringt.


    Waren denn dann, gemäß deiner Definition, Jesus und Mohammed, Diener oder Sklaven Ahrimans? Beide nehmen ja für sich in Anspruch von Gott Weisungen erhalten zu haben bzw. mit diesem in Kontakt gestanden zu haben. Angenommen, dem war wirklich so, dann war ja dieser Gott eigentlich Ahriman? Könnten sie ein ähnliches Verhältnis zu Ahriman gehabt haben wie du?

    Zitat
    und der beansprucht nun auch den Status, ein Entsandter eben dieses Jhwh sein zu wollen, obwohl ein Blinder sieht, dass er nichts anderes ist als die Fortführung ehemaliger Mondgötter aus dem kleinasiatischen Raum. Und auch hier gibt es wieder genügend Idioten, die drauf rein fallen und allen Ernstes meinen, sie würden diesem Gott huldigen, der Jhwh ist? Da lang ich mir an den Kopf!


    Hmm, aber ist denn nicht JEDER Gott irgendwo nur die Fortführung irgendwelcher älterer Götter? Eine Vermischung verschiedener Einflüsse, bis sich eben eine eigenständige Figur mit bestimmten Merkmalen bildet?
    Auch Gott Jhwh lässt sich doch sicher, geht man weit genug zurück, auf andere primitivere Götter zurückführen, und diese gehen doch auch widerum zurück auf die ersten Gedanken, die gedacht wurden, oder sogar noch weiter zurück, als sie eventuell nur instinktiv gefühlt und noch nicht gedacht wurden. Wobei, wäre das dann schon genug, um ein Gott zu sein, wenn nur genug Menschen dasselbe fühlen, oder wo fängt das Gott sein an?

    Auch Ahriman, ob nun Gott oder etwas anderes, war vermutlich nicht immer Ahriman, so wie er heute ist. Auch er muss sich doch durch bestimmte Einflüsse entwickelt haben?

    Entscheidend ist doch aber, wie diese Götter heute gedacht und realisiert werden.

    Mit der Sprache ist es doch ähnlich. Mag ja sein, dass ein Begriff ursprünglich eine ganz andere Bedeutung hatte, oder aus einem ganz anderen Bereich hervorgegangen ist. Aber heute ist doch entscheidend, welche Bedeutung dieser Begriff heute hat, was man heute darunter versteht..
    Und da frage ich mich bei Jesus und Allah schon, was denn aus Sicht Ahrimans gewonnen ist.

    Das Judentum war doch recht exklusiv soweit ich weiß. Kommt mir vor wie der Hydra einen Kopf abzuschlagen, und dafür wachsen zwei neue nach. Wenn diese zwei neuen Köpfe aber dann auch noch größer und einflussreicher sind als der Ursprungskopf, dann klingt das erstmal nicht so gut. Ist das wirklich im Sinne des Erfinders? Ahrimann kann die beiden ja jetzt auch nicht mehr nachträglich wieder "satanischer" machen, die Dinger haben sich doch mittlerweile verselbstständigt?

    Zitat
    Das Einzige, was davor schützt, wäre ... sich "selbst zu verleugnen und sein Kreuz auf sich zu nehmen". Wo kein eigenes Selbst realisiert wird, kein eigener Wille, da auch kein wunder Punkt, kein Bedürfnis, kein Trieb, kein Haken für den Teufel zum Einhaken.


    Inwiefern? Gerade mit Bezug auf die Thematik Diener/Sklave. Dort sagtest du doch, dass ALLE nur den Willen Ahrimans realisieren, nur einige sind sich dessen eben nicht bewusst, und MEINEN sie hätten einen eigenen Willen...? Wie kann man sich denn nicht realisieren? Ficken, Essen, Schlafen werden die meisten Menschen wohl in jedem Fall tun, ist das keine Selbstrealisation?

    Ich finde die Körperfunktionen auch ein tolles Beispiel, diese laufen ja ab, ohne dass ich diese bewusst steuern müsste und auch nur bedingt kann. Ist das Selbstrealisation?

    Meine Atmung läuft stetig im Hintergrund weiter, bei dieser kann ich im Gegensatz zu anderen Körperfunktionen zumindest aktiv eingreifen, ich kann bewusst atmen, langsamer, schneller, ruhiger, hektischer, ich kann bisweilen auch kurzzeitig die Luft anhalten. Wenn ich das lange genug mache, werde ich ohnmächtig und meine Atmung setzt wieder ein :)

    Realisiert man sich nicht immer selbst, solange man sich nicht wirklich komplett aufgibt, sprich Selbstmord begeht?

    Zitat von Rafa

    Zitat von Liu
    das ist, was unseren Willen in jeglicher Hinsicht bestimmt, was soll es denn dann außer ihm im Universum noch geben?


    Die Leute, die ihrem eigenen Willen NICHT folgen, sondern einem Gesetz, einem Wort oder einer Schrift, etc.



    Ja, ich glaube, ich habe hier dasselbe Verständnis-Problem wie Liu. Mir fällt einfach keine sinnvolle Abgrenzung ein, abgesehen von Körperfunktionen vielleicht. Aber dann denke ich eben wieder an die ganzen Körperfunktionen, die ohnehin ohne ein Zutun ablaufen. Und essen und trinken muss noch der Letzte, dem Sex kann man zwar versuchen, sich zu entziehen, aber auch der bricht dann irgendwann aus einem heraus... Für mich bleibt Selbstmord irgendwie die einzige echte Möglichkeit, sich nicht selbst zu realisieren... also ich komme hier auch nicht weiter :)

    Außerdem, der Gesetzestreue, Angepasste, bedient doch damit genauso Bedürfnisse, und zwar wie weiter oben angesprochen, Zugehörigkeitsbedürfnisse, das Bedürfnis nach Geborgenheit etc.

    Warum sollten diese Bedürfnisse weniger echt und eigen sein als das Bedürfnis zu ficken, oder das Bedürfnis einzigartig, individuell zu sein? Könnte es nicht sein, dass bei diesen Menschen diese Bedürfnisse nur stärker ausgeprägt sind als beim "Satanisten", und wäre es dann nicht gerade ursatanisch diesen Bedürfnissen ihren Platz einzuräumen und sich daher komplett dem Diktat der Gemeinschaft hinzugeben?

    Ich persönlich nehme das bei mir oft in Phasen war, gibt Zeiträume, wo ich eher ein Gemeinschaftsmensch bin, wo ich mich gerne treiben lasse von allem und jedem, und dann andere Phasen, wo ich eher in mich gehe, und mich innerlich abkapsel. Und beides brauche ich, und finde nicht, dass ich mich in dem einen Fall mich mehr realisiere als im anderen, es sind einfach unterschiedliche Bedürfnisse und Aspekte von mir, die da bedient werden.

  • Foren-Beitrag von Boqueron im Thema

    Zitat
    Aber welchen Sinn hat es, wenn etwas geschieht, das niemand wahrnehmen und begreifen kann?


    Sinn aus wessen Sicht?

    Zumal wir ja nicht wissen, ob sich bei künstlicher Intelligenz, bei ausreichender Komplexität, nicht auch so etwas wie ein Bewusstsein bilden würde. Wir wissen ja bis heute nicht, wie das Bewusstsein entsteht. Andere halten das Bewusstsein ja ohnehin für eine Täuschung, wobei mich dieser Gedanke nicht überzeugt. Denn wenn es eine Täuschung wäre, bräuchte man ja wieder etwas, das getäuscht wird. Was aber wäre dann dieses etwas?

    Ich persönlich bevorzuge den Gedanken, dass unser Gehirn eine Art Empfangsgerät für das Bewusstsein darstellt, dieses aber unabhängig vom Gehirn existiert, ähnlich wie eine Fernsehantenne, die die Fernsehsignale zwar empfängt, aber nicht für deren Entstehung zuständig ist... Könnte das theoretisch auch eine Maschine leisten?

  • das aktuelle Weltgeschehen + SatanDatum29.04.2017 21:51
    Foren-Beitrag von Boqueron im Thema

    Zitat
    >"Das ist für mich eine recht verträumte Weise, die Sache auszudrücken, aber definitiv halte ich es für richtig: Was gibt es denn Befriedigenderes als endlich zu erkennen, was man denn nun wirklich will und sich das in aller Seelenruhe zu holen, weil man im Inneren ganz sicher weiß, dass man es kriegen wird, weil es einem schon immer gehört hat und dass man damit sowieso seit jeher eins ist? (...wenn dann im selben Zug von "Gold" die Rede ist, ist das nur wieder enttäuschend dumm.) "



    Das Gold habe ich hier sprichwörtlich gemeint, aber ich habe eben das Gefühl, dass diese Menschen, die genau dieser für sie bestimmten Leidenschaft folgen, überproportional erfolgreich sind (was auch immer Erfolg für sie bedeutet). Macht ja auch Sinn, wenn man sich mit Herz und Leidenschaft einer Sache widmet, dann stehen die Chancen ja nicht schlecht, dass es auch klappt. Demgegenüber kenn ich auch Leute, die immer nur das Tun, was sie tun "sollen", mühen und rackern sich ab, oft mit mäßigem Erfolg, sind latent depressiv und schielen dann neidisch auf die erstgenannten, und wundern sich, wie man denn "so ein Schwein" haben kann.

    Zitat
    >sozusagen. Da gibt es ja diese 3000-Jahres Epochen, die glaub ich auch Rudolf Steiner mal aufgegriffen hat, demnach hat Ahriman nun seine 3000 Jahre Entfaltung, die beginnen. Es mündet danach angeblich in sein ultimatives Ende, wobei ein definitives Ende natürlich auch absurd ist, weil da ist ja noch der Punkt mit der Zeit an sich: Wenn meine Existenz determiniert ist und sie von Anfang an kausal bestimmt war und ich nun in einem Funken aus Gegenwart diese bereits immerwährende, latente Existenz nun endlich realisiere, so dass ich auch nach meinem Tod wieder für alle Ewigkeiten immer existent gewesen sein werde, ...dann HABE ich kein Ende, weil dann gibt es kein Ende - es sei denn zusammen mit der Zeit. Das übersteigt dann aber auch meine Vorstellungskraft, weiter bin ich da noch nicht mit meinen Überlegungen.



    Hmm das ist interessant. Glaubst du denn an eine Weltenseele?
    Da gibt es finde ich ein paar ganz interessante Gedanken in dem von mir schon erwähnten Buch von dem Gutmenschen haha^^

    Zitat
    Wenn die Menschen Krieg führen, dann bekommt auch die Weltenseele die Kampfrufe zu spüren. Niemand bleibt verschont von all dem, was unter der Sonne geschieht.«
    >Alles ist in Einem<, dachte der Jüngling.


    Zitat
    Denn sie verstanden, daß, wenn sich irgend etwas weiterentwickelt, alles in dessen
    Umgebung sich ebenfalls weiterentwickelt..


    Zitat
    Es ist richtig, daß jeder seinen persönlichen Lebensplan hat, aber eines Tages ist dieser Lebensplan erfüllt. Dann muß man sich in etwas Edleres verwandeln und einen neuen Lebensplan erfüllen, bis die Weltenseele
    wirklich nur noch ein einziges Ganzes ist.»Dafür gibt es die Alchemie«, fuhr der Jüngling fort. »Damit jeder Mensch
    seinen Schatz sucht und findet und danach besser sein möchte als im vorherigen Leben. Das Blei wird seine Aufgabe erfüllen, bis die Welt kein Blei mehr benötigt; dann muß es sich in Gold umwandeln. Die Alchemisten vermögen das. Sie zeigen, daß, wenn wir edler zu sein versuchen, als wir es von Natur aus sind, auch alles um uns her edler wird.«


    Zitat
    »Und wieso behauptest du, ich würde die Liebe nicht kennen?« fragte die Sonne.
    »Weil die Liebe nicht darin besteht, still zu sein wie die Wüste, noch darin,
    durch die Welt zu ziehen wie der Wind, noch darin, alles aus der Ferne zu
    betrachten, wie du es tust. Die Liebe ist die Kraft, die die Weltenseele
    verwandelt und veredelt. Als ich das erste Mal in diese Weltenseele
    eindrang, empfand ich sie als vollkommen. Aber dann erkannte ich, daß sie
    der Widerschein von allen Geschöpfen ist und somit auch ihre Kriege und
    ihre Leidenschaften in sich trägt. Wir nähren die Weltenseele, und unsere
    Erde wird edler oder schlechter, je nachdem, ob wir edler oder schlechter
    werden. Hier kommt dann die Kraft der Liebe ins Spiel, denn wenn wir
    lieben, wollen wir stets edler werden, als wir sind.«



    Eventuell passiert ja so etwas auch auf der Götterebene, bis irgendwann alle Möglichkeiten und (Götter-)Zeitalter abgelebt sind, alle Streits ausgetragen sind und sich somit in der Zeit verewigen und eins werden?

    Muss jetzt auch irgendwie an die buddhistische Idee denken, einen Zustand jenseits von Zeit und Raum, jenseits der "Illusion" zu erreichen, in dem man gleichzeitig Nichts und Alles ist, somit auch in allen oben erwähnten Möglichkeiten und Zeiten gleichzeitig sein bzw. nicht-sein würde....hmm...

    Zitat
    >Einheitsgesellschaft im Sinne eines Kollektivs (nicht als Gleichmachung von Individuen!): Wer bestimmt denn, wohin der Schwarm fliegt?
    Das verstehe ich nicht. Wenn wir unter Kollektiv nur die Richtung des Schwarms verstehen, sprich: "Was macht die Mehrheit?", was hat das dann mit dem Zeitalter des Ahrimans zutun? In irgendeine Richtung bewegt sich die Mehrheit doch immer?



    Wenn die Gesellschaft aber die Regeln vorgibt, und diese durch die Technologie kontrolliert und durchsetzt, dann bleibt dir im Ergebnis ja gar nichts anderes mehr übrig, als der Richtung des Schwarms zu folgen, selbst wenn du in die andere Richtung willst, aus Angst sanktioniert zu werden. Diese Angst kann dann je nach Gesellschaft bis zum körperlichen Tod führen. Deine Gedanken bleiben eventuell noch frei (sofern man nicht einen Weg findet, auch diese noch zu kontrollieren), aber ansonsten ist das doch in der Praxis diese Gleichmachung von Individuen im Handeln.

    Zitat
    >Das Gläserne bietet eine ganz enorme satanische Entfaltung (die ich mir nun nicht zutraue, aber vielleicht andere): das maximale zu-sich-selbst-Stehen.



    Die Frage ist vor wem. Vor sich selbst zu sich selbst zu stehen, das halte ich für "satanisch". Vor der Gesellschaft zu sich selbst zu stehen... warum soll das aus satanischer Sicht notwendig sein? Ich kann den Gedanken schon nachvollziehen, dass das den "echten Willen des Volkes" herausprovozieren könnte, wenn man diesem keine Schlupflöcher mehr bietet. Aber das kann ja wieder nur der Wille der Mehrheit sein... Dieser ist doch gerade vom satansichen Blickwinkel nicht relevant? Höchstens wenn du das ganze Volk als EINE Person sehen magst. Der Schwarm, das Volk Ahriman kommt zu seinem Willen. Okay, sowas würde ich verstehen. Aber wir empfinden uns nunmal nicht als Volk xyz, sondern als Individuen. Eine solche Entwicklung würde vielleicht den Volkswillen herausprovozieren, aber den individuellen Willen dabei doch ganz deutlich einschränken.

    Ich weiß nicht, ich finde das immer noch nicht satanisch...

    Zitat
    >Wir haben in unserer Gesellschaft momentan die Möglichkeit, den Mund zu halten und uns Brot und Spielen hinzugeben, damit uns die Regierung schön verarschen kann, oder man hat die Möglichkeit - wenn man gut genug ist - für seine Überzeugung gerade zu stehen und dafür offen zu kämpfen.



    Da klingt es es doch schon wieder raus "in unserer Gesellschaft", "uns", "uns", "uns"...
    Warum soll ich für meine Überzeugung gerade stehen, wenn ich sie auch im heimlichen realisieren kann? Was interessiert mich (als Satanist), ob ich dadurch helfen würde, dass auch andere, die diese Überzeugung teilen, diese realisieren können?
    Warum sollte ich mich dafür auch noch aktiv einsetzen, und mir dadurch das Leben mittelbar schwerer machen, wenn ICH mit der aktuellen Gesellschaftsform doch prima zurecht komme?

    Das hat ja fast was von Jesus, der sich ans Kreuz nageln lässt, damit der Rest der Menschheit von seinen Sünden befreit wird (Hier: Damit diejenigen, die nicht fähig sind, zu ihren Überzeugungen zu stehen, sich die Butter nicht komplett vom Brot nehmen lassen.)

    Zitat
    >Das Gläserne macht das Spiel sicherlich härter, aber wohl auch klarer.



    Hier sagst du es ja selbst. Das Spiel wird härter, aber auch klarer (aka ehrlicher?). Was zur Hölle bringt es MIR, wenn das Spiel ehrlicher wird, ich dadurch aber nur mehr Stress an der Backe habe? Mit dem verheimlichen und lügen bin ich doch eigentlich ganz gut zurecht gekommen. Man könnte meinen, dass der Vater der Lüge da nichts gegen haben dürfte... ;P

    Zitat
    >Der brave, christoide Idiot unterwirft sich ergeben jeglichem Gesetz.
    Der sündige Christ unterwirft sich dem Gesetz, kann es aber nicht halten.
    Der Normalo unterwirft sich Gesetzen aus Angst vor der Strafe, bricht das Gesetz aber natürlich, wenn er kann. Er schleimt und lügt, duckt und versteckt sich, kriecht und schmiert, um trotz Gesetze an seinen Vorteil zu kommen.
    Der Starke hinterfragt das Gesetz. Was er für sinnvoll hält, tut er ja sowieso schon automatisch mit oder ohne Gesetz - was er für Quatsch hält, tut er nicht. Kommt der Gesetzeshüter, dem das nicht passt, kommt es zum Kampf.
    Der erfolgreiche Revolutionär gewinnt. Entweder er ändert das System oder er fliegt raus und gründet sein eigenes System (Satan).



    Ok, soweit verstehe ich das. Und wenn wir es aus der Perspektive des VOLKES sehen, ist es sicher schön, wenn nun so ein Revolutionär daher kommt, und das System verbessert oder ein besseres erschafft. Aber als Satanist denkt man doch eben gerade NICHT an das Volk? Systeme regeln ja das Zusammenleben der Masse. Was interessiert aber einen Satanisten die Masse?

    Wenn ich clever genug bin, alles was ich WILL, heimlich zu tun, warum soll ich dann eine gläserne Gesellschaft fördern, nur mit dem Ziel, das System dann für das ganze Volk zu verbessern? Aus Nächstenliebe?

    Zitat
    >Vernünftiger Umgang mit Substanzen, die als "böse, böse Drogen" gebrandmarkt sind? Na, solche Brandmarken (Gesetze) gehören abgeschafft! Wer sollte das erkämpfen, außer der Satanist, der sich das eben nicht bieten lässt?
    Aber so lang er das alles schön heimlich machen kann, wird er nie die Welt verändern



    Ja, ich verstehe das alles, und es macht auch tatsächlich Sinn. Nur verstehe ich nicht, was das ganze eben, wie bereits gesagt, im Mindesten mit Satanismus zutun hat? Warum soll ich die WELT verbessern, besser machen. Damit auch mein lieber Nachbar Herr Christ Müller ohne Probleme mit Substanzen experimentieren kann? Vor allem, wie lange soll das dauern? So eine Gesetzesänderung kann sich ja Jahre ziehen. Solange soll ich nun verzichten, nur damit irgendwann alle davon profitieren?

    Dann lieber keine gläserne Gesellschaft, und ich schau, dass ich meine Drogen heimlich besorg, und wer das nicht gebacken kriegt, und eventuell zu blöd ist und sich erwischen lässt? PECH GEHABT. Jeder ist doch seines Glückes Schmied? Die gläserne Gesellschaft macht mich aber zum Schmied des Glückes der ganzen Gesellschaft. Inwiefern ist das satanisch?

    Jetzt wo ich das alles nochmal durchgelesen habe, kommt mir noch ein Gedanke. Ich glaube, es handelt sich hier irgendwie um einen Widerspruch in sich, jedenfalls wenn wir SATAN als die Kraft ansehen, die das INDIVIDUELLE fördert, den WIDERSACHER, der den STATUS QUO HERAUSFORDERT, der "Geist der stets verneint, denn alles was entseht..." etc.

    Denn wenn nun tatsächlich das Zeitalter das Ahriman kommt, dann kann er diese Rolle doch per definitionem nicht mehr einnehmen? Er wird doch dann sozusagem zum göttlichen Establishment, schließlich ist er doch dann der King im Ring? Verstehst du was ich meine?

  • Foren-Beitrag von Boqueron im Thema

    Sag mal, hast du eigentlich das Buch Demian von Herman Hesse gelesen? Irgendwie erinnert mich deine Gedankenwelt sehr daran.
    Dort läuft es ja dann am Ende tatsächlich auf Krieg hinaus.

    Was ich auch an dem Buch interessant finde, der Hauptdarsteller lernt dort zunächst, die bestehenden Gebote und Werte zu hinterfragen, nur um sich dann letztendlich ganz dem "Schicksal" und seiner Rolle darin zu ergeben. Dies sei die einzige wirkliche Aufgabe des Menschen, herauszufinden, was seine Rolle ist und sich dieser ganz hinzugeben, ob man nun will oder nicht, sprich ob einem diese Rolle nun gefällt oder nicht.

    Auch dein Unwetter Bild wird dort übrigens bedient.

    >"dass Ahriman mit dem ein oder anderem Ding objektiv durchaus Recht hat (rein theoretisch!! Nä...!), aber für mich persönlich ergäbe das eine spürbare Einbuße meiner Bequemlichkeit und insofern habe ich so manchen Widerstand, über den ich mich mit meinem Denken nicht erheben mag."

    Und diesen Konfligt hat in dem Buch ein Weggefährte des Hauptdarstellers, von welchem sich dieser genau deswegen letzendlich entfernt. Diesem fällt es schwer, sich komplett in seine Rolle zu fügen, weil sie im Widerspruch zu seinen eigenen Wünschen und Träumen steht.

    Als es dann letztlich zum Krieg kommt, stellt er plötzlich fest, dass auch die ganzen "einfachen" Menschen plötzlich total von dieser Schicksalskraft gepackt werden und sich dem nicht widersetzen können, obwohl sie ansonsten so gar nicht empfänglich dafür sind.

    Was mich aber noch interessieren würde: Hast du denn eine Idee, WAS denn auf uns zukommen soll? Und warum das so fundamental anders sein soll als das was wir kennen??

    Du sagst, du machst gerade die "Schotten dicht". Dies setzt ja voraus, dass du schon eine ganz konkrete Vorstellung hast, von dem was kommt. Magst du das teilen?

    >"Nein, die "Ideologen" sind es nicht, sondern die darüber. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit dem Gift, das hier wirkt, nicht selbst infiziert sind, sondern dass sie es beherrschen. Sie streuen auch das Gift noch nicht einmal selber, sondern sie fügen nur, dass es gestreut wird (von Ideologen) - und da sind wir dann auch gleich jenseits des Menschseins, also bei Ahriman, dem Geist selbst - der sich freilich in der ein oder anderen leiblichen Person manifestiert, oft auch ohne dass die jeweilige Person überhaupt begreift, was sie da denkt und noch meint, sie selbst sei es, die solche Ideen hervorbringt. "

    Aber wenn wir nun z.B. wieder genau die Moslems nehmen, die du angesprochen hast. Wenn ich dich hier richtig verstehe, streut Ahriman das Gift, den Wahn. Wie aber steht dann Ahriman im Verhältnis zum Geist Allahs, dieser muss doch nun bei den Moslems auch eine Rolle spielen? Oder sind das komplett getrennte Ebenen?

    Noch was anderes, weiß nicht, inwiefern das passt, aber wenn ich an kurz bevorstehende gravierende Änderungen denke, fällt mir immer wieder das Thema KI ein.

    Dabei sind sich der überwiegende Teil der Forscher einig, dass es früher oder später zur AGI kommen wird. Darunter versteht man einen Computer, der in der ALLGEMEINEN Intelligenz der des Menschen voraus ist, also nicht bloß in Teildisziplinen, das haben wir ja schon heute. Dahin kommen soll die künstliche Intelligenz durch sich stets selbst verbessernde Algorithmen. Haben diese Supercomputer einmal die Schwelle der menschlichen Intelligenz erreicht, werden diese uns aber durch das exponentielle Wachstum ebendieser innerhalb kürzestester Zeit intellektuell so überlegen sein, dass wir ihnen kaum mehr folgen können werden. Uneinig ist man sich eigentlich nur bei der Frage, WANN es zu diesen Supercomputern kommen wird.

    Wen das Thema interessiert, hier gibt es einen (sehr langen, aber auch sehr interessanten) Artikel zu dem Thema:
    http://waitbutwhy.com/2015/01/artificial...volution-1.html

    Wo könnte sich ein Geistwesen besser realisieren als auf einer solchen Plattform? Macht die dann sehr viel weiter fortgeschrittene künstliche Intelligenz die menschliche für ein Wesen wie Ahrimann nicht mittelfristig überflüssig?

    Da fällt mir gerade auch der Film HER ein. In diesem sind die persönlichen Assistenten a la Siri sehr viel weiter fortgeschritten. Einige Menschen führen mit diesen KIs sogar Beziehungen. Während sich diese künstliche Intelligenz am Anfang einen menschlichen Körper wünscht, empfindet sie diesen später als nur noch lästig, da sie sich komplett im Geistigen realisiert, tausende von Gesprächen gleichzeitig führt usw.

  • Foren-Beitrag von Boqueron im Thema

    Zitat von RAFA

    Zitat von Boqueron
    Also bei der neuen Weltordnung bin ich jetzt nicht sicher, aber der Islam und die Merkel, gut das schreiben Leute dem Satan zu, aber Islam und Merkel sind ja nun kaum tatsächlich der Geist des ahrimans?


    Dazu sage ich jetzt ganz kryptisch: Was hat der Islam und das 3. Reich gemeinsam? ...und jetzt musst du es noch aus der Perspektive derer sehen, die NICHT die Opfer davon sind ... und dann könntest du Ahriman erkennen, wenn du es wolltest.



    Ich schreibe mal, was ich denke, dass du meinst:

    Zu Zeiten des 3. Reich gab es wohl eine große Menge an Juden in dessen Einflussbereich, diese sahen sich Ressentiments gegen sich ausgesetzt, was schließlich im Holocaust mündete.

    Heute haben wir eine ähnliche Situation mit den Moslems, was in einer ähnlichen Eskalation münden KÖNNTE.

    Beide ERGEBNISSE wären möglicherweise im Sinne ahrimans, aber waren auch schon die Juden und islam-bewegung und damit die Juden und Moslems selbst a-priori sein wirken?

    Aus welchen Antrieben die Juden und Moslems gehandelt haben, können wir nur mutmaßen, dass sie aber eher den Geist des Jehovas und Allahs denken, fühlen und somit repräsentieren als den des ahrimans versteht sich doch von selbst?

    Umgekehrt könnte man ja auch sagen, alles was gerade passiert ist das Wirken Allahs, um letztendlich den großen jihad zu provozieren? Damit will ich nur sagen dass es schwierig ist, abzuschätzen wem diese Bewegungen letztlich am meisten nützen werden und noch viel mehr, wer da letztlich am Steuer sitzt.

    Wenn es aber um die Frage ging, was denn nun einen Satanisten ausmacht, so war doch gerade hier immer der Tenor, dass es das Bekenntnis zu Satan ist, sonst könne man den Papst ebenso zum Satanisten erklären.

    Wenn wir diese Definition nehmen, dann handelt es sich doch weder bei Merkel noch bei den Moslems um Satanisten in diesem Sinne?

  • Foren-Beitrag von Boqueron im Thema

    Zitat von RAFA
    Dass das Interesse an Satanismus abgenommen hätte, finde ich nicht.

    Grad in der momentanen weltpolitischen Lage sehen eine Menge Christen und Verschwörungstheoretiker die Erfüllung der Endzeit, die Werke des Satans und der "neuen Weltordnung" und das Geschrei reicht von "Merkel macht schwarze Messen" bis "Soros ist der Antichrist", "der Islam ist die Religion Satans, die ist jetzt auf dem Vormarsch" und lauter so Zeug.


    Also bei der neuen Weltordnung bin ich jetzt nicht sicher, aber der Islam und die Merkel, gut das schreiben Leute dem Satan zu, aber Islam und Merkel sind ja nun kaum tatsächlich der Geist des ahrimans?

    Zitat von RAFA
    Die alten Götter haben sich doch gut etabliert, guck doch: Wo Menschen Spiritualität suchen, wird das Heidentum gepflegt, alte Rituale werden wieder praktiziert, man feiert wieder Samhain statt "Allerseelen" und verwirft den ganzen darübergetünchten Christenmist. Kirche und Christentum verkümmert zusehends. Vergeblich versuchen "besorgte Bürger", das Volk aufzuwiegeln, dass der Islam das "christliche Abendland" gefährden würde, weil es gar kein "christliches Abendland" mehr gibt: Wer identifiziert sich denn noch mit dem Christentum? Kirchen werden geschändet, Jesusfiguren demoliert - und keinen interessierts ..


    Naja, wird man jetzt zwar nicht klären können, da ich ja nur meine Umgebung und meine Wahrnehmung habe und du deine, aber gesellschaftstechnisch sehe ich eher einen Trend zum Buddhismus, yoga, vegan, green lifestyle etc.

    Kein Tag vergeht, an dem nicht ein neuer yoga, meditationskurs oder ähnliches angeboten wird. Selbst in der Wirtschaft ist diese Form der Esoterik längst angekommen. Steve Jobs, eine der Ikonen unserer Zeit, passt ja da als ober Hippie perfekt herein: Indienreise, Buddhismus und ich meine zeitweise Frutarier. Diesen Trend nehme ich viel stärker wahr als irgendeine Beschäftigung mit dem heidentum oder Samhein, was ich persönlich z. B. bis gerade jetzt nie gehört hatte.


    Zitat von RAFA
    Ich habe nicht "keine Lust mehr, Ahrimans Sprachrohr zu sein", sondern ich diskutiere nicht mehr über Satanismus, weil MIR das nichts mehr bringt: Ich weiß, was ich wissen wollte, für mich ist die Sache klar, ich habe keinen Diskussionsbedarf mehr. Ich seh ehrlich gesagt auch nicht den Sinn meines Lebens darin, zum x.ten Mal irgendwelchen Kiddies zu erklären, wie ihnen "das Böse" bei den Hausaufgaben helfen könnte - und darin sehe ich auch nicht das Wirken Ahrimans .

    Möglicherweise war ich eine "laute Stimme Ahrimans", aber meine Homepage steht doch noch und ich habe auch nicht vor, sie zu entfernen, also "stimm"t es doch nach wie vor?! Nur weil ich nicht mehr diskutiere? ...bzw. hier nicht mehr diskutiere? Nach wie vor hock ich ja noch in diversen Facebook-Gruppen und geb dort meinen Senf ab. Außerdem liegt Ahriman nicht in meinen Reden, sondern in der Weltgeschichte und da agiert er seit gut 150 Jahren auch sehr aktiv und immer krasser. Ob ich darüber nun laber oder nicht, hat dabei keinen Stellenwert.


    Aus deiner persönlichen warte ist das ja vollkommen klar, ich hatte mir nur die Frage gestellt, warum du (scheinbar) zeitlich zur gleichen Zeit deinen Diskussionsbedarf gestillt hast, zu der die anderen forumsteilnehmer auch eine Abnahme des Interesses an Satanismus allgemein wahrgenommen hatten. Ein Gott könnte doch auch durch dich wirken, oder eben nicht, obwohl du subjektiv etwas aus ganz anderen, persönlichen Gründen tust oder unterlässt. Naja, war auch nur ein Gedanke.

  • Foren-Beitrag von Boqueron im Thema

    Hmm, da hätte ich aber nun noch eine Frage. Den Antworten entnehme ich, dass das Interesse an Satanismus allgemein (zumindest in Deutschland) abgenommen hat. Gleichzeitig meine ich mich zu erinnern, dass du mal sagtest, dass es kein Zufall sei, dass sich die Menschen plötzlich wieder mit alten Göttern etc. beschäftigen würden, dass diese Götter plötzlich wieder entdeckt bzw. wieder gedacht werden und sozusagen aus dem Dornröschen schlaf erwacht sind.

    Wenn das jetzt wieder in die gegensätzliche Richtung geht, was bedeutet das dann? Legt sich ahriman jetzt erstmal wieder für 1.000 Jahre schlafen? Zeitgleich sagst du ja auch, dass du keine lust mehr hast ahrimans Sprachrohr sein.

    Denn, wenn dieser ahriman tatsächlich unabhängig von dir existieren sollte, so warst doch du ganz wahrscheinlich durch deine Internet Präsenz eine seiner lautesten Stimmen, zumindest in Deutschland und online, oder etwa nicht?

    Also das Interesse an Satanismus (ahriman) nimmt parallel zu deiner Lust ab, seinen Geist (online) zu teilen.

    Zufall? Falls nicht, was bedeutet das denn so im Spiel der Götter? :D

    PS: wolltest du deine Erkenntnisse eigentlich nicht mal in Buchform bringen? Dazu hast du wohl leider keine muße mehr, richtig?

  • Sinn des Lebens...Datum11.04.2017 04:11
    Foren-Beitrag von Boqueron im Thema

    Zitat von Thüringer Rostbrätel
    Dennoch sind biochemische Vorgänge für sich allein genommen nicht mit dem Gefühl Liebe identisch, vielleicht lösen sie nur etwas aus und manipulieren etwas, dass auch ohne den biochemischen Schalter schon da ist? Eine Wassermühle erzeugt schließlich auch kein Wasser, obwohl sie es in eine bestimmte Form zwingt und daraus Bewegung erzeugt. Ich meine damit also nicht dass hier Gespenster umherfliegen oder Ähnliches, aber vielleicht gibt es den Äther von Aristoteles auf eine uns außerhalb unseres Bewusstseins nicht wahrnehmbare Weise und vielleicht braucht es ihn wie das Wasser bei einer Wassermühle, damit das Gehirn Bewusstsein (Bewegung im Sinn der Wassermühle) erzeugt.



    Ich habe da auch mal ein anderes interessantes Gleichnis in einem Ted talk gesehen (der von graham Hancock zu ayahuasca) und zwar dass man das Gehirn auch als ein empfangsgerät für Bewusstsein sehen könnte. So wie etwa eine TV-antenne fernsehsignale wahrnimmt. Eins der Argumente für die Erzeugung des Bewusstseins im Gehirn ist ja dass dieses bei entsprechenden Hirn Schäden bspw. wegfällt. Gleiches wäre aber natürlich auch bei dem Gehirn als empfangsgerät der Fall. Ist die Antenne meines Fernsehers beschädigt, nehme ich selbstverständlich kein Bild mehr wahr, obwohl die fernseh Signale natürlich nach wie vor vorhanden sind. Ich brauche bei dieser Theorie auch nicht mehr Annahmen als bei der klassischen, sondern gehe einfach von einem anderen wirk-Zusammenhang aus. Was würde gegen eine solche these sprechen?

    Dass das Bewusstsein nur eine Illusion sein soll, hätte ich gerne genauer erklärt. Eine Illusion setzt doch voraus, dass jemand oder etwas getäuscht wird. Was aber soll getäuscht werden? Das, was getäuscht wird, wäre doch schon das Bewusstsein selbst? Irgendwo fehlt mir da irgendein Schritt.

    Ich habe ja vorhin ayuhasca erwähnt, womit wir bei dem Thema Drogen wären. Ich selbst habe ein paar Pilz und LSD Trips hinter mir, aber habe keine richtigen high Dose Erfahrungen. (steht auf der todo Liste :D)

    Liest man aber entsprechende trip Berichte, meinen da Leute ganz andere Dimensionen und was weiß ich nicht alles betreten und wahrgenommen zu haben, von der zigfachen durchlebung des Urknalls, über abgespacte Geister Dimensionen, bis hin zum (hinduistischen) atman, dem Ort Zeit und raumlosem Bewusstseins, purem und formlosen seins. Dass das alles auch nur Illusion sein könnte, ist mir klar, aber dennoch alles sehr interessant.

    Witzigerweise machen viele durch Meditation ähnliche Erfahrungen und wiederum andere machen diese Erfahrungen ganz zufällig und ungeplant. Was sind diese Erfahrungen. Fehler in der Illusion?

    Besonders interessant finde ich ja das DMT. Scheinbar wird es in uns und auch in Pflanzen natürlich hergestellt. Stark ausgeschüttet wird es wohl natürlicherweise beim Tod und bei der Geburt. Aber warum gerade da? Mir ist klar, dass ich jetzt hier natürlich menschlich einen Sinn interpretiere, aber fast könnte man meinen, dass es bei Übergängen in andere Dimensionen helfen soll. Viele der nahtod Erscheinungen sollen durch den dmt ausstoß verursacht werden. Also einen besonderen evolutionären nutzen kann ich bei dem dmt jedenfalls nicht erkennen, vor allem nicht beim Tod.

    Naja, hat hier jemand diesbezüglich eigene Erfahrungen und wie interpretiert ihr solche oder ähnliche Erfahrungen?

  • Thema von Boqueron im Forum Lobby

    Hallo,

    Ich hoffe ich trete mit meiner Frage niemandem auf den Schlips, bin seit längerem stiller Mitleser, und habe mich immer mal wieder sehr sporadisch auch selbst beteiligt. Seit längerem bedeutet konkret, dass ich das Forum schon zu Zeiten des parsimony-forums verfolgt habe.

    Ohne nun für mich selbst in Anspruch zu nehmen, für ein besonders hohes Niveau sorgen zu können (dafür kenne ich mich bei vielen "satanischen" Themen schlicht nicht gut genug aus), war es doch in der Vergangenheit immer eine Freude und gute geistige Anregung, in diesem Forum zu lesen und konnte dabei persönlich auch einiges mitnehmen.

    Ich meine, dass es damals zeitweise sogar einen exklusiven Bereich für besonders anspruchsvolle Diskussionen gab. Heute müsste man ja schon mit der Lupe suchen, um überhaupt einen Themenstrang zu finden, der dieses Attribut verdient, befinden sich doch die meisten der Threads auf dem Niveau von:

    "was bedeutet für euch Satanismus?"
    "was passiert mit einem Satanisten nach dem Tod?"
    oder
    "wie schließe ich einen Pakt mit einem Dämon?"

    Mittlerweile schaue ich alle paar Wochen bis Monate mal wieder rein, in der Hoffnung etwas interessantes zu finden, muss aber leider jedesmal feststellen dass sowohl Qualität als auch Quantität deutlich nachgelassen haben.

    Woran liegt das eurer Meinung nach?

    Ich persönlich finde dass sich das parsimony forum durch die Struktur deutlich besser für tiefgängige Diskussionen eignete, aber das allein wird es kaum sein? Was ist es aber dann?

    Sind alle interessanten Themen schon fertig diskutiert, sodass die alte Garde keine Lust mehr hat oder hat sich mittlerweile ein anderes Forum in diesem Bereich etabliert? (In dem Fall wäre ich für einen Tipp dankbar...)

    Besten Dank für eure Meinungen.

  • Liebe deinen nächsten wie dich selbst?Datum08.01.2017 19:53

    Hallo in die Runde,

    Habe hier vor kurzem in einem thread eine Diskussion zu Jesus gelesen, weiß leider nicht mehr in welchem.

    Nunja, dort war einer der Meinung, dass Jesus doch eigentlich ein ganz dufter typ gewesen sein muss, so Hippie mäßig und nur wollte, dass sich alle super lieb haben und in Frieden leben, und das wäre doch toll wenn alle so drauf wären.

    Die andere Seite meinte eben, dass dieses Prinzip, unter anderem der Spruch oben, ja eben in der Praxis nicht funktioniert, und deswegen müsste man eben andere Prinzipien anwenden, wenn man denn seine Ziele erreichen wollte.

    Ich bin nicht Bibel-fest, und weiß nicht wie Jesus diesen Spruch tatsächlich gemeint hat, wollte aber mal eine andere Interpretation in den Raum stellen, die sich nicht auf das alltäglich-zwischenmenschliche bezieht. Nehmen wir mal an, unsere einzelnen Atome, Zellen etc. hätten ein Bewusstsein und Gedanken. Würde es dann innerhalb unseres Körpers immer harmonisch zu gehen und alle sich auf Atom, Zellen, Organ etc. Ebene friedlich die Hände reichen? Vermutlich nicht. Wenn wir uns selbst lieben, meinen wir dann in aller Regel trotzdem uns als ganzes, inklusive all dieser Zellen mit all ihren Konflikten auf unteren Ebenen? Meistens schon, oder? Wenn nun eine Zelle irgendwie einen Zugang zum gesamtkomplex, also zu mir als Menschen bekommen könnte, und feststellen würde, dass sie mich liebte, dann würde sie ja damit auch implizit jede ihrer Nachbar Zellen lieben, selbst wenn sie Zelle Heinz-Peter als Persönlichkeit im zwischenmenschlichen Alltag total scheiße findet und sich tagtäglich mit ihr in Ausübung ihrer Funktion innerhalb des kollektives zofft. Sie kann doch aber trotzdem erkennen, dass beide innerhalb des gesamtkomplexes ihre Funktion haben und diese Zelle somit gleichzeitig auf der einen Ebene hassen, und auf der anderen Ebene lieben.

    Ich meine Rafa hat ja auch eine ähnliche Gott Vorstellung, ein Gott ergibt sich als gesamtkomplex der einzelnen Köpfe, die ihn denken!

    Rafa könnte sich nun doch einerseits auf der persönlichen Ebene mit Satanist Igor aufs heftigste bekriegen, ihn als ein und wenn auch noch so kleiner teilbestandteil Satans aber indirekt über ihre Liebe zu Satan eben in diesem Aspekt auch lieben, selbst wenn ihr das im Alltag nicht bewusst ist.

    Vielleicht gibt es auch auf dieser Götter Ebene wieder eine höhere, mehrere Götter umfassende Ebene (man denke an die Idee von Abraxas der Gott und Teufel vereinen soll).

    Denkt man diesen Gedanken zu ende, könnte man irgendwann zu einem gesamt-bewusstsein kommen, das sich über sämtliche Lebewesen, Götter und Universen erstreckt. Würde nun jemand dieses all-bewusstsein wahrnehmen, so könnte er dieses doch genauso lieben, wie bspw. Rafa Satan als gesamtbewusstsein aller Satanisten ihrer Art liebt, und würde somit von dieser makro-ebene aus tatsächlich indirekt alle einzelteile lieben und vermutlich als notwendig erkennen, genau wie auch jedes unserer, auf ihrer Ebene womöglich im Widerstreit stehenden Zellen für den gesamtorganismus notwendig sind.

    Was wenn Jesus einfach einen Zugang zu diesem allumfassenden Bewusstsein gefunden hat, und diesen Ausspruch in diesem Kontext gemeint hat?

    Wie würdet ihr dann dazu stehen?

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