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  • Das GebetDatum17.10.2017 20:46
    Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Rafa, ich stimme dir ja prinzipiell zu - aber soweit ich das weiß, redest du ja auch gerne mit deinem Gott.
    Was ist der Unterschied zwischen dem und beten?

    Außerdem hab ich von denjenigen, die behaupten, mit beispielsweise Dämonen kommunizieren zu können, soweit ich mich erinnere noch nie gehört, dass die entsprechenden Wesen sich irgendwie von sowas gestört gefühlt hätten. Jedenfalls nicht grundsätzlich, sondern höchstens in speziellen Ausnahmefällen.

    Und falls mal annimmt, dass es Götter etc. zwar gibt, diese aber aus unserem Denken (oder kollektivem Unterbewusstsein oder was auch immer) entstehen, also sowas wie Egregore sind, dann ernähren die sich ja sogar von der Aufmerksamkeit, die man ihnen schenkt.

  • Das GebetDatum13.10.2017 08:54
    Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Hallo,
    du scheinst ja im Großen und Ganzen von nur zwei möglichen Einstellungen zu einem Gott auszugehen: Entweder er ist ein konkretes Wesen mit einer Persönlichkeit wie ein Mensch, oder er existiert nicht.

    Ja, wenn es keinen Gott (und auch keine sonstigen Geistwesen) gibt, dann ist Beten sicher weniger effektiv als Handeln. Aber selbst dann kann das einem psychologisch helfen - zumindest sofern man sich nicht nur auf das Gebet verlässt, sondern eben gerade dadurch, dass man gebetet hat, eine zuversichtlichere Einstellung bekommt und dadurch das entsprechende Problem auch leichter selbst lösen kann.

    Da du LaVey erwähnst, so ähnlich funktionieren schließlich auch die Rituale, die unter anderem in dieser Form von Satanismus verwendet werden (auch wenn zumindest manche auch einen nicht nur psychologischen Effekt davon annehmen). Eigentlich gibt es keinen wirklichen Unterschied zwischen einem Gebet und einem Ritual, außer dass Ersteres grundsätzlich an ein zumindest irgendwie als extern empfundenes Wesen gerichtet ist, und Zweiteres meist etwas elaborierter ist.

    Wenn man hingegen davon ausgeht, dass zumindest irgendwelche Wesen oder Mächte existieren, die das Gebet annehmen und umsetzen können, so heißt das ja nun nicht, dass das Bewusstsein dieser (sofern überhaupt vorhanden) unserem soweit ähnelt, dass eine vergleichbare Reaktion zu erwarten wäre.

    Und im Übrigen, dein Kommentar scheint ja nur die Form von Beten zu beinhalten, in der um etwas gebeten wird. Aber es gibt ja durchaus auch reine Andachtsgebete. Ob solche mehr den Betenden oder den Angebetenen gefallen, darüber kann man verschiedener Meinung sein, aber zumindest Ersteren scheint es ja irgendwo zu gefallen, sonst wäre das weniger verbreitet.
    Kann ich im Übrigen gut nachvollziehen. Ich bin kein Theist im klassischen Sinne, aber die Form von Beten mache ich sehr gerne.

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Du noch hier, S_J?
    Das überrascht mir jetzt mal positiv.


    Nun, ich schau hier auch regelmäßig vorbei, ob was Neues geschrieben wurde, und antworte dann bei Gelegenheit auch darauf.
    Gibt ne Handvoll Foren, die ich etwa einmal pro Tag abklapere (mal öfter, mal seltener), und hab nicht vor, dieses hier aus der Liste zu nehmen, selbst wenn hier oft nichts Neues zu finden ist.

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Zitat von Instant Karma
    Da habe ich nun GANZ andere Erfahrungen gemacht! Ich habe durch Satan sicherlich mehr über mich und die Welt erfahren, als durch alle Therapeuten, die ich schon verschlissen habe. Die spirituellen Interaktionen mit ihm sind von dynamischer Natur. Da entsteht richtig was draus, was ich vorher definitiv NICHT wusste.

    Sicher erfahre ich auch manches zuvor Unbewusste. Aber so wie man auch im Zwiegespräch mit sich selbst oder mit anderen Personen zu völlig neuen Erkenntnissen/Erfindungen/Geistesblitzen kommen kann, so geht das natürlich auch im Zwiegespräch mit Göttern.



    Nun, dann sollte ich, wie erwähnt, mich vielleicht mal mehr darin üben, mir den Göttern zu reden (oder zumindest, ihnen besser zuzuhören). Zwiegespräche kann man meine Gebete nämlich wirklich noch nicht nennen.
    Irgendwelche Tipps?

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Ah, danke fürs klarstellen.

    Die Personifikationen sind also deiner Ansicht nach Produkte unserer Hirne, und auch wenn die Dinge, die wir da personifizieren, Teil der objektiven Wirklichkeit sind, so entstehen die Personifikationen nicht außerhalb, sondern nur in unseren einzelnen Köpfen. Wenn zwei Menschen dieselbe Sache personifizieren, liegen Gemeinsamheiten zwischen den Personifikationen nur in den Eigenschaften der jeweiligen Sache und dem Wissen und den Erfahrungen sowie biologischen Gegebenheiten der Menschen. Und nicht daran, dass die Personifikation auch ohne Menschen existieren würde.

    Es gibt so viele verschiedene Ansichten zu dem Thema, da muss ich das nochmal nachfragen, bevor ich was fehlinterpretiere.

    Okay, in dem Fall kann ich deinen vorigen Kommentar weitgehend verstehen. Ich frage mich bloß, ob man in dem Fall von Göttern reden sollte - als voneinander abgegrenzte Prinzipien existieren sie in dieser Perspektive ja nur in unserem Denken und subjektiven Wahrnehmen.
    Hilfreich für das bessere Verstehen der Welt kann das durchaus sein, aber ich finds fraglich, ob man damit nicht zu viel vereinfacht bzw. schwarz-weiß-malt oder auch, wenn man versucht, mit den Personifikationen der Prinzipien zu kommunizieren, nichts erfährt, was man nicht vorher insgeheim schon wusste.
    Um unbewusstes Wissen hervorzuholen aber bestimmt praktisch, und etwas, womit ich mich selber vielleicht mehr beschäftigen sollte.

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Zitat
    Es ist eigentlich nicht so, dass ich die Aspekte zu Prinzipien zusammenfasse, sondern ich sehe sie aus den Prinzipien wirken. Quer durch alle Religionen, bis zurück ins alte Mesopotamien, lassen sich die Götter zwei Polen zuordnen. Der eine Pol verkörpert die Moral, der andere die Abkehr von der Moral oder das Natürliche, Wilde. Im Polytheismus mag es da auch Mischformen geben.


    Weiß nicht, ob man all Götter gänzlich in diese zwei Gruppen teilen kann (wenn auch einen großen Anteil). Aber grundsätzlich kann ich dir zustimmen, was das sichtbare Wirken der zwei Prinzipien angeht.

    Bloß, wie machst du daraus dann zwei Götter?

    Ich werd aus deinen vorherigen Beiträge hier im Forum nicht ganz schlau (wobei ich jetzt auch nur die letzten paar nochmal gelesen hab).
    Siehst du die Personifizierung nur als Hilfestellung für mentale Konstrukte in den Hirnen von Menschen an, oder glaubst du an tatsächliche körperlose Geistwesen mit eigenem Bewusstsein? Es klingt mir nach irgendwas dazwischen.

  • Umgang mit LosereiDatum11.08.2017 18:03
    Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Huh, schwierig. Ich hab ziemlich genau nie ernsthafte Rachegedanken.
    Ich werd zwar durchaus manchmal wütend, aber das hat sich dann nach fünf Minuten auch wieder erledigt.

    Zwar hatte ich ne ganze Weile recht viel an Gewaltfantasien, aber die haben sich bei mir nie gegen spezifische Personen gerichtet.

    Wahrscheinlich nehme ich die Leute, die versucht haben, mir zu schaden, oder mit denen ich mich zerstritten habe, zu sehr als unwichtige Idioten wahr, als dass ich zu viele Gedanken an sie verschwenden würde.
    Ich hatte ein größere Baustellen bei mir zu bearbeiten, um zu verhindern, dass ich mich selbst wieder in entsprechende Situationen bringe, als dass ich mich darauf hätte konzentrieren können, die Leute, die meine entsprechenden Schwachstellen ausgenutzt haben, zu verfolgen.

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Doch noch vernünftige Postings hier :)
    Und noch ein weiteres Weltbild. Woher soll man denn wissen, welche Bestandteile der Natur sich nun zu einem Prinzip zusammenfassen lassen? Oder gar, dass sich diese Prinzipien dann auch sinnvoll personifizieren lassen? Und welches Prinzip wo gerade am Werk ist?

    Beispielsweise, wieso soll Satan, also, in deinen Worten "die personifizierte Verkörperung eines natürlichen Prinzips. -Ursprünglichkeit (Wildheit), Erkenntnis, Zweifel, Pragmatismus, Vernunft, Stolz" hinter den sogenannten "aufgeklärten Luschis" inklusive derer "bedingungslose(n), naive(n) Barmherzigkeit allem und jedem gegenüber" stecken?

    In gewisser Hinsicht versteh ich schon, wie du darauf kommst, aber metaphysisch macht das für mich nicht so ganz Sinn.

  • Unterschied Gott und DämonDatum11.07.2017 23:44
    Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Kommt drauf an, aus der Sicht welcher Religion man das betrachtet.

    Eins vorweg: Satanismus ist nicht eine einzelne, fest definierte Religion, sondern mehr eine Art Ansatz, um eine eigene Religion zu kreieren.
    Dementsprechend werden die genannten Begriffe von verschiedenen SatanistInnen unterschiedlich gebraucht. Teils werden die beiden Begriffe umgangssprachlich auch gleichbedeutend verwendet.

    Aber mal etwas allgemeiner:
    Unter einem Dämon versteht man ja normalerweise eine Art Geistwesen, genau genommen alle Geistwesen, die im Christentum als zwar existent aber nicht auf Seiten Gottes angesehen werden.
    Viele SatanistInnen sind der Ansicht, dass es keinen relevanten Unterschied zwischen als Dämonen bezeichneten Geistwesen und anderen gibt; manche verwenden daher den Begriff für Geistwesen jeglicher Art.
    In der Antike hat der Begriff ebenfalls alle möglichen Arten von Geistwesen bezeichnen können, inklusive des eigenen Gewissens und Unterbewusstseins.

    Unter einem Teufel versteht man eine bestimmte Art von mythologischer Gestalt, die in irgendeiner Form den herrschenden Gottheiten oder den herrschenden Moralansichten entgegengesetzt ist. Hat große Überschneidungsbereiche zum Begriff der Trickster-Gottheiten.

  • Jugendliche SatanistenDatum02.06.2017 11:09
    Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Nun, ich kann mich den VorrednerInnen anschließen: Bislang hast du nicht gezeigt, weswegen du meinst, dass das die richtige Religion für dich ist.

    Beispielsweise: Was hat dir an anderen Religionen nicht gefallen?
    Was für Texte neben der Satanischen Bibel hast du denn beispielsweise gelesen?

    Wenn wir nicht genauer wissen, in welche grobe Richtung wir dich einordnen können, wird das mit Literaturempfehlungen scnwierig. Wie du gemerkt haben könntest, gibt es schließlich ziemlich viele verschiedene Arten von Satanismus.
    Von dem, was in deinem Profil steht, schätze ich mal, du bist ein Theist und glaubst, dass Satan und Lucifer zwei verschiedene Wesen sind?

    Nun, die beste Anfängerseite für die theistische Variante ist meiner Meinung immernoch die von Diane Vera: http://theisticsatanism.com/
    Alternativ dazu kannst du dir natürlich auch die Seite von Rafa hier durchlesen, falls noch nicht getan.
    Oder am besten beide, die beiden haben durchaus unterschiedliche Ansichten.

    Ich hab mich bislang auch noch keiner Gruppe angeschlossen und werd somit keine Empfehlungen abgeben.
    Falls du konkrete Themen hast, über die du mit anderen SatanistInnen reden möchtest, kannst du ja ma nen Thread dazu erstellen.

  • Ein paar Satanische SongsDatum24.05.2017 10:42
    Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Ja, "einprägsam" war nicht ganz der richtige Ausdruck, die Melodien sind schon recht eingängig, besonders bei den Refrains.
    Ist schwer zu sagen, vielleicht mehr Gefühl reinbringen? Das gelingt dir bei dem ersten Lied besser als bei den andern beiden.
    Gnostik ist für mich in erster Linie was für die Emotionen ;)
    Verstandestechnisch macht für mich der Körper-Geist-Dualismus bei Gnostikern und auch bei den Setianern nicht viel Sinn. Aber wenn man's nicht zu wörtlich nimmt, kann ich daran doch recht viel finden.

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Ich bin zwar nicht aus der Ecke und identifizier mich auch nicht als Pseudo-Satanist,

    Aber ich muss mal fragen: Was meinst du damit? Invers-Christen? Atheisten? Nicht-LaVeyaner? Die Liste könnt fortgesetzt werden.
    So ziemlich jede Variante von Satanismus, die mir einfällt, wird von mindestens einer anderen als pseudo dargestellt.

  • Ein paar Satanische SongsDatum23.05.2017 16:39
    Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Mein Eindruck von einmal anhören:

    Der Gesang ist in Ordnung. An ein paar Stellen hast du den Ton nicht gleich getroffen, aber ist ja nur ne Demo.
    Aber auch nicht wirklich einprägsam - etwas mehr experimentieren?

    Die Texte sind teilweise etwas arg kitschig (oder wie auch immer man das in diesem Kontext nennen soll). Bringen aber deine Religiösität gut rüber.
    Ich nehme an, du bist Choasgnostiker? Zumindest der zweite Text lässt das vermuten.

    Das Gitarrenspiel ist sauber. Für Neofolk aber zu wenig Fingerpicking oder Soli.

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Scheint als hätten wir ähnliche Verständnisprobleme hier.

    Ein paar Punkte kann ich vielleicht aus meiner pantheistischen Sicht klären:

    Zitat von Boqueron
    Ich lege hier die Definition zu Grunde, dass Ahriman ein Kollektivgeist ist, der sich durch die Komplexität verselbstständigt hat und in Folge dessen einen eigenen Willen und eine eigene Dynamik entwickelt hat.


    So hab ich Rafa eigentlich auch verstanden, aber wie du bereits ausgeführt hast, ein noch so komplexer Kollektivgeist würde dennoch nicht unseren gesamten Willen beherrschen, sondern immer nur Teile. Ahriman mit unserem Willen gleichzusetzen funktioniert nur im Pantheismus, soweit ich sehe - auch wenn ich mich auch gerne von anderen Möglichkeiten überzeugen lasse.
    Auch wenn wir Gottheiten gerne personifizieren und, wenn wir mit ihnen kommunizieren können, sie uns auch irgendwo wie Personen vorkommen, denke ich daher nicht, dass das der Wahrheit so nah kommt. Ich glaube mich zu erinnern, dass Rafa hat auch schonmal sowas ähnliches geschrieben hat, dass ihr Satan-Ahriman, mit dem sie kommuniziert, nur ein winziger Teil dessen ist, was dieses Etwas eigentlich ist.
    Daher könnte ich mir vorstellen, dass die personifizierten Bruchstück-Geister, mit denen manche Menschen kommunizieren können, womöglich Kollektivgeister sind, aber die Gesamtheit mehr dem, was Pantheisten wie ich unter Gott verstehen, entspricht.

    Zitat von Boqueron

    Zitat von Rafa
    Die anderen sind lt. ihm "Diener". Diener sind keine Sklaven, denn sie haben eigene Substanz, stellen diese aber in Ahrimans Dienst. Dazu gehört die Erkenntnis der Interpretation, z.B. bezüglich meines Willens:


    Gibt es noch mehr Substanz als einen Wechsel der Perspektive, oder ist das alles, was du als "Eigenes" bezeichnest? Wobei ich das eher als Intelligenzleistung als als etwas "Eigenes" bezeichnen würde...



    Letzteres passt auch recht gut in mein Weltbild. Der Unterschied zwischen Dienern und Sklaven ist meiner Ansicht nach, ähnlich wie beim Unterschied zwischen Menschen und den meisten anderen Tieren, eine Form von Selbsterkenntnis, von aktiver Bewusstseinsmachung und Reflexion über unseren Willen. Das ändert aber nichts daran, dass wir allesamt nichts anderes als Manifestationen von Satan, Ahriman, oder welchen Namen wir ihm auch immer geben wollen sind, egal ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.
    Und "Diener" dieser Art können auch in komplett anderen Religionen entstehen, Satanismus hat bloß bestimmte Vorteile in diesem Bereich, wie beispielsweise Amoral, was das Anerkennen von nicht so gut mit der Gesellschaft kompatiblen Anteilen der Psyche leichter macht, und grundsätzlich einem starken Fokus auf Individualismus und persönlicher Weiterentwicklung.
    Dass wir deshalb so viel mehr "eigene" Substanz haben, glaube ich nicht, wie gehen nur anders damit um und realisieren sie vielleicht stärker.
    Außerdem ist das keine einfache Zweiteilung, sondern eher eine Skala. Wie Rafa schon sagte, auch als Diener ist man nicht 100% der Zeit in diesem aktiven Bewusstseinsmodus.

    Zitat
    Aber diese Dinge haben ja wenig mit dem Fortpflanzungstrieb zutun, auf den du vermutlich anspielst, bzw. sind für die Fortpflanzung nicht nötig, eher sogar störend. Oder gibt es Tiere, die ausgiebige tantrische Sexsessions veranstalten? :D

    Nun von Tantra haben die zwar auch keine Ahnung, aber Bonobos kommen dem doch recht nahe. Die verwenden Sex ebenfalls nicht nur zur Fortpflanzung, sondern für so ziemlich alles - Zusammenhalt stärken, Konflikte lösen, Rangordnung etablieren, ... da können wir uns noch ne ordentliche Scheibe von abschneiden.

    Zitat

    Realisiert man sich nicht immer selbst, solange man sich nicht wirklich komplett aufgibt, sprich Selbstmord begeht?

    Und selbst in der Situation tut man doch nichts außer dem, wozu einen der eigene Wille bringt.
    Ich denke auch, dass man sich eigentlich immer selbst realisiert. Der einzige Unterschied, den man machen könnte, ist, wie viele Aspekte des eigenen Willens realisiert werden. Und um sowas wie Harmonie zwischen diesen zu finden, ist bei unserer Spezies etwas Selbstreflexion wirklich hilfreich und nötig.

    Zitat
    Hmm also jetzt hört sich das für mich aber mehr und mehr so an, als wäre Ahrimann allumfassend, denn die Illusion des eigenen Ichs haben ja alle Menschen. Klar, man kann es natürlich so sehen, dass wir (und der Rest des Universums) nicht mehr als elektrische Schwingungen, Energie etc. sind, dass alles ein umfassender Prozess ist, und wir eben Teil dieses Prozesses sind. Auf atomarer Ebene wird natürlich kein Unterschied zwischen den Atomen Rafas und den Atomen irgendeiner anderen Person gemacht, und insofern ist das Ich natürlich eine Illusion. Aber dann wäre ja Ahriman alles und nichts...selbst das, was wir dem Jehovah zuschreiben, wäre doch dann ein Teil Ahrimans? SO würden sich natürlich auch die Fragen von weiter oben erübrigen, wie Ahriman denn jemand seinen Willen aufzwingt etc. Wenn Ahriman der GANZE Prozess ist, na klar, dann ist alles Ahrimans wille... das geht ja dann auch total Richtung fernöstliche Religionen, dass alles eins ist, aber ich vermute mal ganz stark, dass du etwas ganz anderes meinst, und ich komplett auf dem Holzweg bin....

    Eben. Zu dem Ergebnis komm ich auch, und bin gespannt, was Rafa meint.

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    @Sokar: Ich hab dafür auch schon andere Erklärungen gehört, nämlich, dass das Gehirn ganz einfach so funktioniert, dass es in bestimmten Situationen so gut wie keine Informationen ins Langzeitgedächtnis kopiert, nämlich unter anderem beim Schlafen.
    Indem man das bisschen, was man doch in Erinnerung behält, hinterher aufschreibt, kann man das Hirn dazu trainieren, auch in Traumsituationen das Langzeitgedächtnis zu aktivieren.
    Geht aber vermute ich auch nur in gewissem Umfang, denn wie du schon schreibst, das Erleben im Traum kann ziemlich intensiv sein, und zudem geht es, so hab ich den Eindruck, viel schneller voran als in echt, sodass das Hirn wahrscheinlich komplett überfordert wäre, das alles auf Dauer zu speichern.

    Erinnerungen an frühere Inkarnationen sind schon ein besseres Argument, ich hab aber noch keine vollkommen überzeugenden Beweise dafür gefunden.

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    @Sokar: Ich kann verstehen, weswegen du von verschiedenen Formen von Bewusstsein ausgehst. Wobei ich die Terminologie "Bewusstsein" hier für missverständlich halte - das Bewusstsein an sich, das Selbst, der Beobachter ist ja immernoch ein und dasselbe, egal, ob es jetzt logisches Denken oder Träume wahrnimmt. Man könnte vielleicht eher von verschiedenen Geistesebenen sprechen.

    Diese bloße Zweiteilung erscheint mir aber zu kurzgegriffen.

    Und insbesondere, wie kommst du darauf, dass das Traum'bewusstsein' vom Gehirn unabhängig ist und ohne dieses fortbestehen kann?

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Zitat von Rafa
    Was habe ich von einem Bewusstsein, das sich mir nicht realisiert, weil kein funktionales Gehirn da ist, das es umsetzt? So mag zwar das Bewusstsein außerhalb des Körpers existieren, aber es ist für mich ohne funktionierendes Gehirn nicht erlebbar.

    Und selbst wenn, dann erinnert man sich zumindest danach nicht mehr dran.
    Es gibt ja Theorien aus der Sicht derjenigen, die mit Geistern, Dämonen etc. Erfahrungen gesammelt haben, dass es möglich sein müsste, die eigene Bewusstsein-Geist-Kombination soweit zu trainieren, dass man auch ohne Körper klarkommt.
    Was da dran ist, weiß ich aber natürlich nicht.

    Zitat

    Ahriman ist kein Gott.
    Er bestand darauf, dass er kein Gott ist.
    Was der Unterschied zwischen einem Gott und einem Geist wie Ahriman ist, weiß ich (noch) nicht.

    Okay. Ich verwende den Begriff Gott für so ziemlich alles, was ohne Körper denken kann. Und wenn Ahriman keiner ist, wer dann? (EDIT: Jetzt mal angenommen, dass das auf ihn zutrifft und er dir nicht nur deswegen denkend vorkommt, weil der Bruchteil von ihm, mit dem du kommunizierst, sich durch dein eigenes Denkvermögen erst als denkend erscheinen lässt.)
    Erschließt sich mir auch nicht so ganz.

    Zitat

    äh .. nein.
    Jahwe ist nicht gleich Allah - und auch kein Aspekt von ihm.
    Allah ist - ähnlich wie Jesus - eine Figur, die Jhwhs Kult spalten will, die sich ALS SATAN (also als Widersacher aus den eigenen Reihen) IN den Jhwh-Kult einbringt und dort - als einer unter ihnen - die Engel (bzw. Diener) Jhwhs auf seine Seite bringt.

    Ahso? Nun, da unterscheidet sich unser Glauben jedenfalls. Da müsstest du mir schon ein paar gute Argumente liefern, weswegen Satan zwar Allah, aber nicht Jahve sein soll.

    Zitat von Rafa

    Zitat von Liu
    Wo ist dann Ohrmazd hin?




    Hui, den hatte ich ganz vergessen! Das ist eine sehr berechtigte Frage. Ich muss aktuell passen. Ich habe weiters nicht über ihn nachgedacht.


    Bei deinen vorherigen Ausführungen wär ich jetzt davon ausgegangen, dass due Ohrmazd mit Jahve gleichsetzen würdest.
    Außerdem, wenn Ohrmazd zumindest vor einer Weile noch die Willen der Menschen bestimmt hat, hätt das nicht bisschen anders ausgesehen? Wann soll der Wechsel denn stattgefunden haben?

    Zitat von Rafa

    Zitat von Liu
    das ist, was unseren Willen in jeglicher Hinsicht bestimmt, was soll es denn dann außer ihm im Universum noch geben?


    Die Leute, die ihrem eigenen Willen NICHT folgen, sondern einem Gesetz, einem Wort oder einer Schrift, etc.


    Die hätte ich jetzt auch in die Kategorie "Sklaven" gepackt. Okay, wenn wir tatsächlich davon ausgehen, dass es drei Kategorien gibt
    - den eigenen/Ahrimans Willen bewusst tun (Diener)
    - den eigenen/Ahrimans Willen unbewusst tun (Sklaven)
    - einem externen Dogma folgen (Fundis etc.)
    dann versteh ich glaub ich, worauf du hinauswillst.
    Bei der Unterscheidung zwischen 'wollen' und 'möchten' oben, würde 'wollen' unter die ersten beiden Punkte fallen, und möchten unter den dritten? Oder auch unter dem zweiten? Wohl eher letzteres, da du folgendes schreibst:

    Zitat

    klar ist immer noch entschieden ahrimanischer, etwas zu möchten, statt Gesetze zu befolgen, sich seine Willensregungen zu verdrücken oder sich zu kasteien.



    Bloß, meiner Meinung nach gehen auch externe Dogmen letztlich auf Ahriman zurück.

    Zitat

    Das IST auch nicht einfach.
    Der Ausdruck "Lektion 1" steht auch nur in Relation zu den beiden anderen "Lektionen".

    Die wären? Hab nicht in Erinnerung, ob du die schonmal irgendwo auf deiner Webseite erwähnt hast.

    Zitat

    andere Ahrimanisten??? Wo??


    In Amerika. Ich kenn nur eine Gruppe, hab aber auch nie aktiv nach weiteren gesucht:
    http://www.dakhmaofangramainyu.com/
    Die Youtube-Videos und manche der Blogtexte sind sogar recht interessant (und aktueller):
    https://churchofahriman.net/
    https://www.youtube.com/channel/UCm3upCcdOOi7dmaLVMJTm1Q
    Sie kombinieren bestimmte Aspekte von Zoroastrismus mit Tantra, da einiges von der zoroastrischen Mythologie denselben Ursprung wie Hinduismus hat.

    Dann gibt's noch mindestens einen auf Koettings YT-Kanal, der in dessen Verlag grad ein Buch rausbringt, aber mit dem hab ich mich noch nicht beschäftigt.

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Zitat von Rafa
    Geistige Kapriolen, extended version: Ich weiß, dass Ahriman meinen Willen bestimmt bzw. dass er meinen Willen darstellt, mein Wille ist, dass das, was ich "meinen Willen" nenne, nur das ist, was Ahriman mir bestimmt.
    Ich KANN das auch so sehen und sehe das auch so, wenn es mir gerade gefällt (hier ist auch wesentlich, dass ich ein weiblicher Geist bin und kein männlicher).
    Ich KANN das aber auch anders sehen und die Rolle meiner selbst einnehmen (insbesondere im Alltag, da händle ich meinen Willen natürlich als von mir und mich selbst als eine eigenständige Person). Vor Ahriman bin ich dann "Sklave"; das macht aber nichts, weil mir wohnt ja die Erkenntnis inne, jederzeit die Interpretation zu wechseln (das Wechseln der Perspektive und das Vertreten anderer Interpretationen zu irgendwelchen Tatsachen nennt man im Christlichen übrigens "Lüge") und vom dumpfen Sklavendasein (mit der Illusion eines eigenen Ichs) ins bewusste Dienerdasein (als Aspekt Ahrimans bzw. mit Ahriman eins seiend) zu wechseln. In letzterem besteht kein Bewusstsein meines Ichs mehr, sondern nur noch eine Bewusstheit ÜBER ein Ich durch Ahriman(ich).

    Ahriman = eigener Wille, egal ob bewusst oder unbewusst? Na, das klingt doch, als wären wir doch noch auf einer Wellenlänge :)

    Und "Diener" als Gegensatz zu "Sklaven", das gefällt mir, muss ich mir merken.

    Zitat

    Allah ist eine Form von Ahriman. Es ist praktisch "Ahriman auf Arabisch".
    Auch zu(m hiesigen Verständnis von) Jesus hat sich Ahriman mir ggü. schon bekannt: Dieser ist eine durch Ahriman belebte Figur.
    Das Opium fürs Volk, eben.


    In der Hinsicht haben die Juden und Sufis dann doch irgendwo recht, wenn sie sagen, dass Satan/Iblis ein Aspekt von Jahwe/Allah ist. Nur, dass es aus der Sicht von LHPern genau andersherum ist, Satan ist die korrektere Interpretation des Göttlichen.

    Zitat

    Ob es für Ahriman noch etwas anderes gibt?
    Ich glaub schon, aber nach denen habe ich nicht gefragt.


    Wenn Ahriman das ist, was unseren Willen in jeglicher Hinsicht bestimmt, was soll es denn dann außer ihm im Universum noch geben? Abgesehen von Bewusstsein, je nach metaphysischen Annahmen.


    Außerdem, auch wenn ich deine doch wenig dualistische Position sehr zu schätzen weiß, muss ich fragen: Wo ist dann Ohrmazd hin? Ich denke, du hast mal die Theorie erwähnt, dass sich die beiden alle so und so viel tausend Jahre abwechseln, schläft Ohrmazd also grad einfach außerhalb des Kosmos und wartet, bis er wieder an der Reihe ist? Und ist es dann er, der den Willen bestimmen wird? Kommt mir bisschen seltsam vor. Oder gibt’s doch nur Ahriman?
    Alle anderen Ahrimanisten, denen ich online begegnet bin (nicht, dass das viele gewesen wären), glauben, dass Ohrmazd hinter den Fundis und Weißlichtern steckt und ein Kampf zwischen Ahriman und Ohrmazd um unsere Seelen stetig existiert.

    Zitat
    LHP, Lektion 1: Ich weiß zu unterscheiden, was ICH will und was ich nicht will, sondern mir nur einbilde zu wollen (letzteres nenne ich "möchten". Beispiel: "Ich will leben!", "Ich will vögeln!", "Ich will kämpfen und dafür durchs Feuer gehen!" - und: "Ich möchte ein neues Auto.")

    Das nennst du so einfach "Lektion 1" - aber mir kommt das nun wirklich nicht wie etwas vor, was man so schnell wissen kann. Anhand deiner Beispiele ist wollen also das, was wir instinktiv und ohne äußere Einflüsse wollen, möchten hingegen, was uns gesellschaftlich suggeriert wird, dass wir es wollen würden?
    Ich würd keine so strikte Linie dazwischen ziehen, zumindest nicht in Bezug auf unser Verständnis von Ahriman. Wir tun seinen Willen, egal ob dadurch, dass wir unseren persönlichen Anteil seines Willens tun (also was wir wollen), oder dadurch, dass wir den Willen anderer tun (also was wir möchten), deren Willen selbst bloß eine Manifestation von seinem sind.
    LHP daran ist bloß, sich dessen bewusst zu sein und sich selbst gegenüber dazu zu stehen.

    Zitat von Rafa

    Zitat von Liu
    Ich mein, ich bin weniger als halb so alt wie du


    Das ist es nicht, weil die Weltgeschichte und das Aufstehen Ahrimans ist auch schon lang vor mir passiert. Ich kann das nicht nachvollziehen bzw. nachfühlen, weil dazu fehlen mir freilich auch jede Menge vergangener Epochen, die ich nicht live kenne.


    Ich meint jetzt vor allem in Bezug auf dieses "Unwetter", nicht auf Ahrimans Einfluss generell.


    Zitat

    Es bliebe noch die Frage, warum in aller Welt nun so ein Geist, der sich gerade in einem einzelnen Menschen manifestiert hat, diesen blöden Werdegang mühselig zu durchleben hat, wenns doch eh klar ist, woraufs raus läuft? Wenn man da tiefer drüber nachdenkt, mündet dies unweigerlich in Determinismus und in diesen wunschlosen Seinszustand (Geist im Nirvana), dass man halt einfach den Moment (er)lebt, wie ein Mandala, wunderschön oder fürchterlich und im nächsten Moment pustets der Wind davon.

    Das Einzige, worüber ich mich bei all dem noch wundere ist, dass es mich überhaupt gibt.

    Warum? Weil's halt so ist ;) Wenn alles deterministisch bestimmt ist, dann so auch Ahrimans Wille selbst, oder der Wille von wem auch immer, der bewirkt hat, dass wir existieren.

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Zitat von Boqueron

    Sinn aus wessen Sicht?

    Aus Ahrimans Sicht. Ich kenn ja seine Motive nicht genau, aber ich kann mir vorstellen, dass ein Gott, der heutzutage zumindest oftmals mit dem Streben des Menschen nach Selbstvergöttlichung assoziiert wird, auch irgendwas an uns findet.
    Auch wenn ich natürlich nicht sagen kann, ob Rafas Ahriman dasselbe Wesen ist.

    Zitat

    Zumal wir ja nicht wissen, ob sich bei künstlicher Intelligenz, bei ausreichender Komplexität, nicht auch so etwas wie ein Bewusstsein bilden würde. Wir wissen ja bis heute nicht, wie das Bewusstsein entsteht. Andere halten das Bewusstsein ja ohnehin für eine Täuschung, wobei mich dieser Gedanke nicht überzeugt. Denn wenn es eine Täuschung wäre, bräuchte man ja wieder etwas, das getäuscht wird. Was aber wäre dann dieses etwas?


    Ja, deswegen ja auch "Es kommt darauf an, ob KIs ein (zentrales) Bewusstsein haben".

    Zitat

    Ich persönlich bevorzuge den Gedanken, dass unser Gehirn eine Art Empfangsgerät für das Bewusstsein darstellt, dieses aber unabhängig vom Gehirn existiert, ähnlich wie eine Fernsehantenne, die die Fernsehsignale zwar empfängt, aber nicht für deren Entstehung zuständig ist... Könnte das theoretisch auch eine Maschine leisten?


    Ich glaub eher, dass Bewusstsein eh in allem ist - bloß braucht es, zumindest bei uns materiellen Wesen, sowas wie ein Gehirn (oder vll auch eine entsprechende KI), um genügend Information in einer Instanz von Bewusstsein zu bündeln, dass diese sich ihrer selbst bewusst sein und Dinge wirklich begreifen kann.

  • Foren-Beitrag von Liu im Thema

    Zitat von Boqueron
    Wo könnte sich ein Geistwesen besser realisieren als auf einer solchen Plattform? Macht die dann sehr viel weiter fortgeschrittene künstliche Intelligenz die menschliche für ein Wesen wie Ahrimann nicht mittelfristig überflüssig?


    Auch wenn die Frage in erster Linie an Rafa gerichtet zu sein scheint, geb ich schonmal auch meinen eigenen Senf zu:
    Ich denke, das kommt darauf an, ob KIs ein Bewusstsein haben, von dem zumindest ein Teil ihrer Berechnungen gezielt wahrgenommen wird. Ohne solch ein zentrales Bewusstsein kein Geist, jedenfalls kein sonderlich komplexer, nur einzelne bedeutungslose Daten.
    Für das Weltgeschehen an sich können solche KIs natürlich sehr bedeutend sein, Ahriman kann sich also durchaus auch in ihnen manifestieren. Aber welchen Sinn hat es, wenn etwas geschieht, das niemand wahrnehmen und begreifen kann? Wenn Menschen weiterhin die Einzigen sind, die eine dafür ausreichende Bewusstsein-Intelligenz-Kombination haben, werden sie meiner Einschätzung nach nicht überflüssig.

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